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Wie viel Strom saugen Geräte im Standby-Modus?

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Elektrische Geräte in den Standby-Modus zu versetzen, statt komplett auszuschalten, ist bequem, verbraucht aber zusätzlich Strom. Je älter sie sind, desto mehr Saft benötigen sie im Dämmerschlaf gewöhnlich, aber auch moderne Geräte können ziemlich gierig sein, wenn sie vernetzt sind.

Strom ist teuer und wird noch teurer. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kostete eine Kilowattstunde (kWh) im vergangenen Jahr durchschnittlich 32,16 Cent, im Januar dieses Jahres waren es bereits 36,19 Cent. Deshalb lohnt es sich nicht nur für die Umwelt, Strom zu sparen. Eine Möglichkeit, den Energiebedarf eines Haushalts zu reduzieren, ist, elektrische Geräte seltener in den Standby-Modus zu versetzen und sie stattdessen komplett auszuschalten. Wie viel man damit sparen kann, hängt vor allem vom Alter ab.

„Bis zu 20 Prozent der Stromkosten“

„Je nach Anzahl und Art der Geräte kann der ‚Leerlauf‘ der Geräte in einem Drei-Personen-Haushalt bis zu 20 Prozent der Stromkosten ausmachen“, sagt Lorenz Bücklein von der Verbraucherzentrale Sachsen. Im Durchschnitt sind es laut co2online in einem Drei-Personen-Haushalt rund 8 Prozent beziehungsweise rund 360 kWh pro Jahr. Das entspricht einem Einsparungspotenzial von etwa 130 Euro.

Auf 20 Prozent verschwendete Schlummer-Energie kommt man am ehesten in Haushalten, in denen noch viele ältere Geräte stehen. Denn gemäß der seit 2013 geltenden Ökodesign-Richtlinie der EU dürfen Fernseher & Co. im Standby-Betrieb nicht mehr als 0,5 Watt verbrauchen. Wenn sie über eine Informationsanzeige verfügen, beispielsweise für die Uhrzeit, ist ein Watt erlaubt. Vor 2013 genügte es, grundsätzlich so einen Modus anzubieten.

So kommt es, dass co2online bei einer angenommenen Standby-Dauer von 22 Stunden bei 15 Watt Verbrauch für eine gute alte Stereoanlage von 120 kWh pro Jahr ausgeht, was alleine mehr als 40 Euro entspricht. PC, Drucker oder Monitor sind mit durchschnittlich 10 Watt etwas genügsamer. Wer noch eine Mini-Hifi-Anlage nutzt, kann mit 11 Watt im Bereitschafts-Modus rechnen.

Moderne Fernseher ziemlich genügsam

Für LCD-Fernseher geht das gemeinnützige Portal von 14 Watt Standby-Verbrauch (112 kWh/Jahr) aus. Wie Stiftung Warentest festgestellt hat, saugen moderne TV-Geräte aber deutlich weniger Strom, wenn sie im Bereitschaftsmodus sind. Im Test begnügten sie sich mit 0,3 bis 2,4 Watt.

Noch weniger verbrauchen moderne Fernseher im Standby-Betrieb, wenn man das sogenannte Wake on LAN (WoL) deaktiviert. Dabei handelt es sich um eine Funktion, mit der in einem gemeinsamen Netzwerk Computer, Smartphones et cetera das TV-Gerät für die Wiedergabe aktivieren können.

OLED-Fernseher sollten auch nicht immer sofort abgeschaltet werden, sondern benötigen unter Umständen eine Weile im Standby-Modus, um sogenannten Einbrenneffekten vorzubeugen. Dabei handelt es sich um das Phänomen, dass bei dieser Bildschirm-Technik Elemente, die lange Zeit statisch an einer Stelle des Displays dargestellt werden, dauerhaft schemenhaft sichtbar bleiben können.

Vernetzte Geräte oft ohne Ausschalter

Gieriger als moderne Fernseher sind oft vernetzte Geräte: Die Ökodesign-Richtlinie gestattet ihnen nämlich, im Standby-Modus je nach Arbeitsweise drei bis zwölf Watt zu verbrauchen. Vor 2017 waren es noch 20 bis 80 Watt, weshalb Nutzer, die früh auf den Smart-Home-Zug aufgesprungen sind, in besonders hoher Verschwendungs-Gefahr schweben.

Steckdosenleisten sind eine einfache Methode, unnötigen Standby-Verbrauch zu vermeiden.

(Foto: imago images/Panthermedia)

Problematisch ist, dass viele vernetzte Geräte keinen Ausschalter haben. Dazu gehören vor allem auch smarte Lautsprecher. Ein Amazon Echo Show der 5. Generation verbraucht beispielsweise laut „Computerbase“ mindestens 2,6 bis 2,9 Watt. Sonos gibt für seine beliebten Streaming-Lautsprecher Werte bis zu 7,3 Watt an. Ein Play:1 kommt auf 3,4 Watt, die Soundbar Beam (2. Generation) auf 5,8 Watt

Das sind keine allzu hohen Werte, aber da in einem Haushalt oft mehrere Gerät im Verbund arbeiten, kann sich das läppern. Um keinen Strom zu verschwenden, können Nutzer bei längeren Pausen die Stecker ziehen, unkomplizierter sind aber Steckdosenleisten mit Ausschalter.

Schalter drücken statt Stecker ziehen

Besonders bequem sind smarte Steckdosen, um den Standby-Verbrauch zu senken. Mit ihnen kann man unter anderem per Smartphone-App oder Sprachbefehl einzelne Geräte oder Gruppen ein- und ausschalten. Allerdings müssen diese Geräte selbst permanent im Bereitschaftsdienst sein, um ihre Aufgaben erledigen zu können.

„Smarthomeblog“ zufolge zieht eine Amazon Smart Plug beispielsweise 0,8 Watt, eine AVM Fritz Dect 200 0,5 Watt. Sind die Steckdosen aktiv, kommen zusätzlich zum Verbrauch angeschlossener Geräte 1,3 beziehungsweise 1,1 Watt hinzu.

Auch wer sonst kein smartes Zuhause hat, hat normalerweise zumindest ein Netzwerk-Gerät im Dauerbetrieb: den Router. AVM gibt für eine Fritzbox 7590 beispielsweise eine durchschnittliche Leistungsaufnahme von neun bis zehn Watt an. Das liegt vor allem am aktiven WLAN. Um Strom zu sparen, kann man es manuell am Router deaktivieren oder in den Einstellungen Zeiten festlegen, in denen es automatisch pausiert.

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