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Sony LinkBuds S rocken die 200-Euro-Klasse

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Die Sony LinkBuds S sind leichte und sehr bequeme Ohrhörer, die man kaum spürt. Dazu bieten sie für einen relativ günstigen Preis einen guten Klang, eine effektive Geräuschunterdrückung und praktische Extras, die sonst nur bei teureren Konkurrenten zu finden sind.

Mit den WF-1000XM4 hat Sony Ohrhörer im Repertoire, die – im Hinblick auf Klang, aktive Geräuschunterdrückung (ANC) und Funktionen – Spitzenklasse sind. Allerdings sind sie mit rund 250 Euro nicht gerade günstig, und etliche Nutzer finden sie auf Dauer recht unbequem. Auf der anderen Seite haben die Japaner kürzlich die LinkBuds auf den Markt gebracht, die mit einem kompromisslos offenen Design kaum zu spüren sind, aber damit auch kein ANC bieten und beim Sound auf Tiefgang verzichten. Den perfekten Kompromiss aus beiden Welten sollen jetzt die LinkBuds S darstellen. ntv.de hat ausprobiert, ob Sony dies gelungen ist.

Sehr bequem

Was den Komfort betrifft, haben die Japaner voll ins Schwarze getroffen. Mit jeweils 4,8 Gramm sind die kleinen Stöpsel sehr leicht und so klein, dass man sie tatsächlich kaum bemerkt. Trotzdem sitzen sie durch ein ergonomisches Design sicher im Ohr, sind wassergeschützt (IPX4) und auch recht sportlich.

Die Ohrhörer sind nach IPX4 gegen Schweiß und Spritzwasser geschützt.

(Foto: Sony)

Das Ladecase ist mit 35 Gramm ebenfalls ausgesprochen leicht und passt mit den Maßen 42,8 x 60 x 27,6 Millimeter in jede Hosentasche. Sein teilweise recycelter Kunststoff ist wie bei den Buds matt, was sich angenehm anfühlt und Fettschlieren verhindert. Die Verarbeitung ist hochwertig, der Deckel schließt sicher und hält geöffnet die Position. Die Ohrhörer docken magnetisch fest an, lassen sich aber auch mühelos entnehmen.

Schöner Klang

Mit den passenden Aufsätzen bietet die S-Klasse im Gegensatz zu den „gelochten“ LinkBuds schöne Bässe, die kräftig, aber nicht unangenehm druckvoll sind. Die Mitten sind sauber definiert, wobei die Ohrhörer mühelos mit einem breiten Spektrum verschiedener Musikstile zurechtkommen. Auch die klaren Höhen überzeugen, sie liefern viele Details und stechen auch bei höheren Lautstärken nie ins Ohr.

Was im Vergleich mit beispielsweise den Sony WF-1000XM4 Sennheiser oder den neuen Momentum True Wireless auffällt, ist eine etwas engere Bühne, was vermutlich der sehr kompakten Bauweise geschuldet ist. Ansonsten sind die LinkBuds S aber klanglich nicht weit von der Spitzenklasse entfernt. Und mit entsprechendem Material sind sie sogar in der Lage, sehr überzeugenden 360-Grad-Sound zu produzieren.

Umfangreiche App

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Die App bietet zahlreiche Einstellungen und Extras.

(Foto: kwe)

Insgesamt sind die Ohrhörer eher warm abgestimmt. Wer das nicht mag, mehr Bass oder deutlichere Höhen möchte, kann dies in der umfangreichen App ändern, die unter anderem einen Equalizer mit vielen Modi oder individuellen Einstellungen bietet.

Außer Sonys LDAC unterstützen die LinkBuds S keine hochauflösenden Bluetooth-Codecs. Dafür soll Sonys DSEE-Technologie, die man in der App aktivieren kann, durch Komprimierung verlorene Feinheiten wiederherstellen.

Gelungene adaptive Geräuschunterdrückung

In der Anwendung findet man auch die Einstellungen für die adaptive Geräuschunterdrückung. Das heißt, Ohrhörer und App erkennen beispielsweise automatisch, ob man verweilt, spaziert, läuft oder in einem Fahrzeug sitzt. Je nach Situation werden dann Außengeräusche unterdrückt oder verstärkt. Dabei kann man anpassen, wie viel oder was (Stimmen) man von der Umgebung hören möchte, beim ANC gibt es aber nur die Stellungen An oder Aus.

Die adaptive Geräuschunterdrückung arbeitet erstaunlich gut. Situationen werden schnell erkannt, und das ANC ist für Ohrhörer sehr effektiv, vor allem in Zügen und Bussen. Praktisch ist auch eine optionale Stimmerkennung, durch die die Wiedergabe pausiert und Außengeräusche verstärkt werden, sobald man anfängt zu sprechen. Man kann stattdessen aber auch einen Ohrhörer herausnehmen, da die LinkBuds S über eine Trageerkennung verfügen. Eine gute Arbeit leistet die Geräuschunterdrückung auch bei Telefongesprächen.

Akkurate Steuerung, große Ausdauer

Die Berührungssteuerung über die Außenflächen der Buds ist akkurat und unkompliziert. Von der Wiedergabe bis zur Lautstärke kann man alles mit ein, zwei oder drei Tippern und langen Berührungen steuern. In der App kann man festlegen, welche Funktionen man den Gesten Links und Rechts zuweisen möchte.

Mit aktivierter adaptiver Geräuschunterdrückung halten die LinkBuds S rund sechs Stunden, ohne etwa neun Stunden durch – da kann man nicht meckern. In der Box stecken Reserven für weitere 14 Stunden. Nach fünf Minuten im Case haben die Buds wieder genügend Saft, um bis zu einer Stunde Musik abzuspielen. Induktiv kann die Box nicht Strom tanken, was den meisten Nutzern egal sein dürfte, aber in der 200-Euro-Klasse fast schon Standard ist.

Top, aber nicht alternativlos

Unterm Strich gehören die Sony LinkBuds S zu den besten Ohrhörern, die man in der 200-Euro-Klasse finden kann. Wie versprochen, sind sie ultrabequem, liefern einen guten Sound und bieten eine sehr effektive adaptive Geräuschunterdrückung. Dazu kommen weitere Komfort-Funktionen und eine ausgezeichnete App.

Die LinkBuds S sind aber auch nicht konkurrenzlos gut. Möchte man bei Klang und ANC keine Kompromisse eingehen, bekommt man beispielsweise inzwischen die Sony WF-1000XM4 oder die Technics EAH-AZ60 schon für 215 Euro. Auch Apple Airpods Pro sind nach bald drei Jahren auf dem Markt in dieser Preisklasse angekommen. Fast die gleichen Vorzüge wie die LinkBuds S findet man bei den Sennheiser CX Plus, die aktuell nur noch 110 Euro kosten.

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