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So macht man unkompliziert Backups am PC

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Viele Nutzer haben wichtige Dateien ausschließlich auf der Festplatte ihres PCs gespeichert und riskieren damit, sie für immer zu verlieren. Regelmäßige Backups schützen davor und sind so einfach, dass es keine Ausrede gibt, auf sie zu verzichten.

Die Urlaubsfotos, wichtige Bürounterlagen oder Smartphone-Backups: Auf dem Notebook und Desktop-PC sammeln sich zentral allerhand wichtige Daten an. Damit sie im Falle einer Panne oder eines Hackerangriffs nicht verloren gehen, sollte man sie unbedingt regelmäßig auf ein externes Speichermedium kopieren. Dazu benötigt man keine besonderen Kenntnisse, solange man es nicht unnötig kompliziert macht.

„Daten sind schneller weg, als man glaubt. Zum einen kann die Festplatte beschädigt werden, weitaus größer aber ist die Gefahr durch Schadsoftware“, sagt Lutz Labs vom Fachmagazin „c’t“. Hinzu kommt insbesondere bei Notebooks die Gefahr von Verlust oder Diebstahl. Möglichkeiten, seine Daten zu sichern, gebe es viele, so Thomas Bayer vom IT-Dienstleister Adesso. „Das mit Abstand Wichtigste ist aber erst einmal, dass man es überhaupt macht.“

Getrennt vom Rechner sichern

Bayer rät dazu, in jedem Fall immer eine Grundregel zu beachten: „Das Speichermedium sollte nach dem Backup immer physisch getrennt sein vom Rechner, denn ansonsten stehen Tür und Tor für Schadsoftware offen.“ Am einfachsten gelingt das mit externen Festplatten.

„Das ist mit überschaubaren Kosten verbunden, geht schnell und so eine Festplatte lässt sich auch gut an einem sicheren Ort verwahren“, sagt Sven Schulz von der „Computer Bild“. Eine 2,5-Zoll-Festplatte mit beispielsweise 5 Terabyte Datenvolumen koste um die 100 Euro und könne bequem über einen USB-Anschluss angedockt werden. Hier sei nicht einmal ein extra Stromanschluss erforderlich.

HDD schlägt SSD

Die klassische Festplatte mit magnetischen Speicherscheiben (HDD) sei derzeit die beste Variante, sagt Lutz Labs. Es handele sich um erprobte Technik und die Magnetspeicher hielten die Daten sehr lange. „Eine Festplatte mit Speicherchips (SSD) ist zwar schneller und auch robuster, aber es gibt bislang noch deutlicher weniger Erfahrungen zur Haltbarkeit der Daten.“ Allerdings sollte eine klassische Festplatte nie in der Nähe starker Magnete aufbewahrt werden.

Eine andere Möglichkeit ist die Sicherung auf Internetservern. „Wer nicht so viele Daten sichern will, für den ist auch die Cloud eine Option. Allerdings dauert die Sicherung über die Internetverbindung in der Regel länger und es bleibt immer auch ein Restrisiko, ob nicht doch Daten verloren gehen“, sagt Sven Schulz.

Wer sich für eine Cloud entscheidet, sollte auch genau hinschauen, an welchem Server-Standort und wie der jeweilige Anbieter die Daten sichert. Im Zweifel ist es ratsam, seine Daten vor dem Hochladen selbst zu verschlüsseln. Dazu kann man beispielsweise die quelloffene Software Cryptomator verwenden.

USB-Sticks sind keine Option

Keine Option für die Datensicherung ist Labs zufolge die Sicherung auf USB-Sticks. „Ein USB-Stick ist gut, um eine Datei vorübergehend zu sichern, nicht aber ein komplettes Backup“, erklärt der Experte. „Der Speicher in USB-Sticks ist oft minderwertig, daher wären die Daten hier nicht wirklich dauerhaft gut gesichert.“

Unterschiede gibt es zudem bei Art und Umfang einer Datensicherung. „Die einfachste und schnellste Variante ist das einfache Herüberkopieren von ganzen Ordnern. Das ist der Weg, wenn das Sichern ohne ein spezielles Programm durchgeführt wird“, erklärt Thomas Bayer. Wer ein vorinstalliertes Programm zur Datensicherung nutzt oder sich eine entsprechende Software zulegt, hat dagegen oft die Wahl zwischen verschiedenen Sicherungsmöglichkeiten.

Backup, Image oder Archivierung

„Bei einem Backup werden sämtliche Daten des Rechners gesichert, also Bilder, Textdokumente und so weiter. Bei einem Image werden auch die Programme gesichert. Und der Nutzer hat die Möglichkeit, von dem entsprechenden Datenträger aus den Rechner wiederherzustellen. Das wird gerne auch als Recovery-Lösung bezeichnet“, erklärt Labs.

Eine weitere Möglichkeit sei die Archivierung, bei der Daten für eine langfristige Aufbewahrung an einen anderen Standort verschoben werden. Hier handelt es sich dann auch um abgeschlossene Daten beziehungsweise Dateien, die nicht mehr verändert werden sollen.

Die Lösung, die Windows-Betriebssysteme von Haus aus mitbringen, sieht Sven Schulz als gute Einstiegsmöglichkeit mit Schwächen. „Der große Nachteil der Windows-Datensicherung ist, dass das Tool relativ umständlich eingerichtet werden muss.“ Die Datensicherung von macOS sei da deutlich unkomplizierter. Für Windows gebe es aber auch zahlreiche kostenlose Backup-Programme, die mehr Funktionen und Komfort bieten als Microsofts Hauslösung, etwa das deutsche Open-Source-Tool Personal Backup.

Wie häufig und wie oft?

Die Frage nach der Häufigkeit einer Datensicherung kann nicht pauschal beantwortet werden. Wer seinen Rechner häufig nutzt, sollte aber wöchentlich die Daten sichern, eher sogar öfter. Und auch die Frage, ob eine Sicherung reicht, ist relevant. Lutz Labs empfiehlt grundsätzlich drei Kopien, und zwar nach der Backup-Regel 3-2-1: Drei Kopien auf zwei Datenträgern, davon eine außer Haus, etwa in einem Bankschließfach oder auch am Arbeitsplatz oder bei Verwandten. Während die erste Kopie auf dem Rechner sein kann, werden die Kopien zwei und drei auf externen USB-Laufwerken erstellt.

Wer sich unsicher ist, wie oft er seine Daten sichern soll, vergesslich ist, oder wer einfach den bequemen, inneren Schweinehund austricksen möchte, dem empfiehlt Bayer, eine Automatik zur Sicherung einzustellen, die viele Programme bieten: „Häufiger sichern kann man dann immer noch, aber eine voreingestellte Routine vergisst die Sicherung in jedem Fall nicht und erinnert den Nutzer auch, wenn der Rechner zum voreingestellten Zeitpunkt nicht eingeschaltet war.“

NAS-Sicherung nichts für Normalnutzer

Eine weitere Möglichkeit der Datensicherung ist ein Netzlaufwerk (NAS), das etwa am Router angeschlossen werden kann. Allerdings rät Sven Schulz von der „Computer Bild“ Normal- und Gelegenheitsnutzern von der Lösung ab. „So ein Netzlaufwerk muss etwas aufwendiger eingerichtet werden und dürfte in der Anschaffung mit rund 300 bis 400 Euro auch eine ganze Ecke teurer sein als eine normale externe Festplatte.“ Zudem bestehe bei NAS-Systemen die Gefahr, dass sich Schadsoftware übers Netzwerk auf andere Geräte ausbreitet.

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