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Die besten Alternativen bei Datenschnüfflern

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Android-Smartphones kommen mit zahlreichen vorinstallierten Apps von Google oder den Herstellern, die viele Daten sammeln. Wer mehr Privatsphäre wünscht, findet im Play Store sehr gute Alternativen, die meistens nicht viel kosten oder sogar gratis zu haben sind.

Wer ein Android-Smartphone kauft, findet auf dem Gerät schon viele vorinstallierte Apps. Dazu gehört ein dickes Paket mit Google-Anwendungen, zahlreiche Standards wie Browser, E-Mail-App oder Fotogalerie stammen oft auch von den Herstellern. Das ist für Nutzer einerseits bequem, andererseits müssen sie aber akzeptieren, dass die vorinstallierten Programme oft sehr neugierig sind und massenhaft Daten sammeln. Wer Wert auf Datenschutz legt, sollte sich nach Alternativen umsehen, an denen es zum Glück nicht mangelt. ntv.de stellt seine Favoriten vor.

E-Mail

Gerade wenn man sie auch beruflich nutzt, sollte man großen Wert auf eine gute E-Mail-App legen, die funktional umfangreich ist, aber vor allem auch Daten und Inhalte von Nachrichten und Konversationen vertraulich behandelt. Ein alter Hase ist hier K9. Die Gratis-App ist quelloffen (Open Source). Das heißt, ihr Code ist frei einsehbar, wodurch Hintertüren et cetera quasi ausgeschlossen werden können. K9 greift garantiert keine Daten ab. Die ehrenamtlich entwickelte App ist recht schlicht und etliche Nutzer berichten im Play Store von Problemen.

Fairemail ist sehr umfangreich und wird vom Entwickler gut gepflegt.

(Foto: Marcel Bokhorst)

Bei FairEmail ist das nicht der Fall, weil der Programmierer mit der Pro-Version (6 Euro) Geld verdient und die App entsprechend pflegt. Die kostenlose Variante ist zwar nicht ganz so umfangreich, aber auch sie hat schon viel zu bieten. Dazu gehören beliebig viele Konten und keine Werbung. Außerdem ist der App-Code ebenfalls quelloffen und absolut nicht neugierig.

Browser

Die beliebteste Chrome-Alternative ist zu Recht Mozilla Firefox. Der Browser bietet von Haus aus viele Funktionen und kann mit Erweiterungen stark ausgebaut werden. Ein guter Privatsphäre-Schutz ist aber auch bei dem Open-Source-Projekt zu einem guten Stück Einstellungssache.Entscheidend ist vor allem die Auswahl der Suchmaschine, die nach der Installation erstmal Google ist.

Empfehlenswert sind unter anderem Startpage, DuckDuck Go oder Quant. Um die Suchmaschine zu ändern, geht man in die Einstellungen und tippt auf Suchen. Dort kann Quant oder DuckDuckGo direkt auswählen, Startpage muss man erst hinzufügen. Dazu tippt man auf das Plus-Zeichen und dann auf Andere. Danach gibt man bei “Name” Startpage ein, bei “zu verwendender Such-String” https://www.startpage.com/sp/search?query=%s und tippt zum Schluss auf das Häkchen. Im Anschluss kann man auch Startpage direkt auswählen.

Eine abgespeckte und damit besonders unkomplizierte Variante ist Firefox Klar. Der Browser blockt Tracker und löscht den Verlauf automatisch, wenn er geschlossen wird.

Fotos

Schlichte Fotogalerie.png

Schlichte Fotogalerie Pro hat etliche Werkzeuge an Bord.

(Foto: kwe)

Schlichte Fotogalerie Pro kostet zwar knapp 90 Cent, dafür bekommt man aber eine App, die keine unnötigen Berechtigungen verlangt, werbefrei und quelloffen ist. Da sie selbst keinen Internetzugang hat, ist die Privatsphäre garantiert, solange man Fotos nicht über andere Apps teilt. Außerdem hat die Galerie ein schön schlichtes Design, bietet Bearbeitungsfunktionen und ist individuell stark anpassbar.

Cloud

Wenn man die Bilder nicht regelmäßig auf einem externen Speicher sichert, droht man sie bei einem Verlust des Smartphones oder einer Panne zu verlieren. Deshalb ist eine teilweise kostenlose Cloud zum Sichern der Bilder nützlich. Alternativen mit hohem Privatsphäre-Schutz, die nicht auf eigener Hardware aufbauen, sind allerdings rar und für Privatnutzer gewöhnlich zu teuer.

Cryptomator.png

Der Cryptomator ist übersichtlich und einfach zu nutzen.

(Foto: Skymatic)

Auf Google Drive, Microsoft One Drive, Dropbox oder pCloud muss man aber nicht unbedingt verzichten, wenn man seine Daten dort in einem verschlüsselten, passwortgeschützten Tresor speichert. Sehr gut geeignet dafür ist die Android-App Cryptomator, die rund 10 Euro dafür lohnen sich. Ihr Code ist seit Januar 2021 Open Source und ihr Einsatz ist sehr unkompliziert. Man wählt einen Cloud-Dienst aus, gewährt den Zugriff darauf und erstellt einen Tresor, zu dem man dann beispielsweise aus Schlichte Fotogalerie Pro Bilder hochladen kann. Praktisch: Cryptomator erlaubt, einen Tresor auch per Fingerabdruck zu entsperren.

Tastatur

Auch Tastaturen können sehr neugierig sein, wenn sie beispielsweise zur Verbesserung von automatischen Wort-Vorschlägen die Eingaben der Nutzer zu den Servern ihrer Entwickler schicken. Obwohl sie nur durch Spenden finanziert wird, ist das quelloffene, mehrsprachige AnySoftKeyboard eine tolle Alternative mit vielen Einstellungen. Inzwischen funktioniert auch “Swypen” recht gut, wobei man statt zu tippen, mit dem aufgelegten Finger von Buchstabe zu Buchstabe rutscht.

Kontakte/Telefon-App

Die Kontakte über Google-Server zu synchronisieren und zu speichern ist sehr praktisch, weil man sie so über alle genutzten Geräte immer parat hat, egal, auf welchem man das Adressbuch aktualisiert hat. Wenn man diese Daten Google nicht anvertrauen möchte, schlägt “Mobilsicher” vor, die Synchronisation zu beenden oder besser gleich eine datenschutzfreundliche Alternative zu installieren.

Vom selben slowakischen Entwickler Tibor Kaputa, der auch für Schlichte Fotogalerie Pro verantwortlich ist, stammt Schlichte Kontakte Pro für knapp 70 Cent. Entsprechend hat sie keine unnötigen Berechtigungen, ist quelloffen und sammelt keine Daten. Das Design ist ansprechend und anpassbar. Und wenn man schon dabei ist, kann man gleich noch die passende Telefon-App Schlichter Dialer installieren, die kostenlos, aber die gleichen Vorzüge wie Schlichte Kontakte Pro hat.

Kalender

Ähnlich wie bei den Kontakten sieht es beim Kalender aus. Sollen Termine oder Aufgaben geräteübergreifend synchronisiert werden, ist der Google Kalender ein ausgezeichnetes Werkzeug. Organisiert man ohnehin alles auf einem Gerät, kann man aber darauf verzichten und sich die ungewollte Datenspende sparen – beispielsweise mit Tibor Kaputas Schlichter Kalender Pro (99 Cent). Die Anwendung ist übersichtlich, aber umfangreich. Außerdem ist sie individuell anpassbar und sieht gut aus.

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