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Aarke Purifier filtert Wasser fast ohne Plastik

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Tischwasserfilter bestehen meistens komplett aus Plastik, verbrauchte Kartuschen landen im Müll. Der Aarke Purifier ist größtenteils aus Glas und Stahl gefertigt und nur das Granulat wird entsorgt. ntv.de hat ausprobiert, wie sich der schicke Neuling im harten Berliner Wasser-Alltag schlägt.

Viele Länder beneiden Deutschland wegen der ausgezeichneten Qualität seines Leitungswassers. Laut Trinkwasserverordnung muss es klar, farblos, geruchlos, kühl, geschmacklich einwandfrei und ohne jegliche gesundheitsschädigenden Eigenschaften sein. In der Bundesrepublik müsste also kein Wasser über Schiene oder Straße transportiert oder in Flaschen gefüllt um ein Vielfaches teurer im Supermarkt gekauft werden.

Trotzdem steht in vielen deutschen Haushalten ein Tischwasserfilter. Meistens, um hartes Wasser zu entkalken, gelegentlich auch um den Geschmack zu neutralisieren. Gewöhnlich kommt ein Wasserfilter aus Plastik zum Einsatz, dessen verbrauchte Einweg-Kartuschen komplett im Müll landen – selbst wenn es theoretisch ein Recycling-Programm gibt. Beim neuen Aaarke Purifier aus Schweden ist das anders. Er besteht größtenteils aus Glas und Edelstahl und lediglich das verbrauchte Filtergranulat wird entsorgt. ntv.de hat ihn ausprobiert.

Sehr edel, sehr teuer

Bekannt ist Aarke bereits durch Wassersprudler, die durch Design und Material aus der Kunststoff-Masse herausstechen, aber dafür auch ziemlich teuer sind. Beim Purifier ist das nicht anders. Mit seiner Glaskanne, sowie Trichter und Deckel aus Edelstahl ist er im Vergleich zu seiner Plastik-Konkurrenz ein echter Hingucker.

So etwas kann man auf dem Tisch lassen, wenn Gäste zum Essen da sind. Vielleicht erkundigen sie sich nach dem schönen Stück und hören dann, dass man dafür ab 18. Mai inklusive einer Portion Granulat 125 Euro hinblättern muss.

Alle Einzelteile sind spülmaschinenfest.

(Foto: kwe)

Gut, der Preis ist heftig, aber so ein Wasserfilter kann etliche Jahre halten. Alle Komponenten sind spülmaschinenfest und machen einen sehr soliden Eindruck. Der Gummi-Standfuß gibt dem Purifier sicheren Halt, Deckel-Dichtung und Trichter-Halterung schließen perfekt mit der Kanne ab.

Zweikampf in Berlin

Außer dass man die Kartusche vorher füllen muss, ist die Inbetriebnahme des Aarke Purifier kaum anders als bei herkömmlichen Tischwasserfiltern: Alle Komponenten reinigen und die gefüllte Patrone eine Weile wässern. Die erste Füllung schüttet man weg, danach ist das Wasser genießbar. Auffallend ist, dass auch im ersten gefilterten Wasser keinerlei Rückstände zu sehen waren, während das bei den Einweg-Patronen oft der Fall ist, auch im Test.

Alle Schönheit nützt nichts, wenn das Teil nicht vernünftig filtert. Um das herauszufinden, ließ ntv.de den Aarke Purifier mit dem mitgelieferten Granulat gegen einen Britta-Wasserfilter antreten, der mit einer Patrone von Aqua Select ausgestattet war.

Test mit sehr hartem Wasser

In beiden Fällen besteht das Granulat aus Ionenaustauschharzen zum Entkalken und Aktivkohle, um Chlor und andere geschmacks- und geruchsstörende Stoffe zu entfernen. Beide Kannen wurden gleich oft, jeweils kurz hintereinander entsprechend den Anleitungen mit kaltem Leitungswasser gefüllt.

Das verwendete Leitungswasser ist mit dem Härtegrad 20 (°dH) sehr kalkhaltig, in einigen Berliner Stadtteilen werden laut offiziellen Angaben sogar 23 °dH erreicht. Zur Bestimmung des Härtegrads kam ein Flüssig-Test der Firma Agualeve zum Einsatz.

Starke Filterleistung nur zu Beginn

Die Britta-/Aqua-Select-Kombination senkte den Härtegrad zu Beginn auf 4 °dH, wobei das Ergebnis mit Original-Britta-Filter durchaus besser sein kann. Der Aarke Purifier erreichte sogar 0 dH. Wünschenswert ist das nicht unbedingt, für einen leckeren Espresso aus einer Siebträgermaschine sollte der Härtegrad beispielsweise zwischen 4 und 8 °dH liegen, manche Röster finden auch bis zu 14 dH noch ideal. Bei zu weichem Wasser schmeckt Kaffee schnell zu sauer, bei zu hartem Wasser geht gewollte Fruchtsäure verloren und es bildet sich ein unschöner Belag.

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Zur Erinnerung stellt man im Deckel das Datum ein, an dem man das Granulat zuletzt getauscht hat.

(Foto: kwe)

Filtergranulat degeneriert mit Berliner Wasser recht schnell. Nach zwei Wochen und jeweils 30 Füllungen hatte das vom Purifier gefilterte Wasser bereits nur noch 9 dH, das der Aqua-Select-Kombi 12 dH. Das bedeutet, dass man Granulat beziehungsweise Patrone eigentlich schon nach zwei Wochen wechseln muss, wenn man beispielsweise seine Espressomaschine vor Verkalkung bewahren möchte. Aus hygienischen Gründen wird dies erst nach vier Wochen beziehungsweise 120 Liter gefiltertem Wasser empfohlen.

Hygienischer als herkömmliche Filter

Apropos Hygiene: Aarke empfiehlt, den Wasserfilter im Kühlschrank aufzubewahren. Mit einem Durchmesser von 12 Zentimetern und 27,5 Zentimetern ist das aber eher selten möglich. Trotzdem wirkt der Purifier nach zwei Wochen weniger keimig als sein Plastik-Konkurrent.

Das liegt zum einen daran, dass eine wöchentliche Reinigung in der Spülmaschine wohl hygienischer ist als beispielsweise eine Reinigung mit Schwamm und Spülmittel. Vor allem aber ist das wöchentliche Abkochen von Kartusche und Granulat eine Desinfizierung, die bei Einweg-Patronen nicht möglich ist. So oder so wird gefiltertes Wasser aber nie hygienischer als direkt aus dem Hahn sein.

Je nach Härte des Leitungswassers und Verwendungszweck, muss das Granulat des Purifier also alle zwei bis vier Wochen gewechselt werden. Ein Dreierpack kostet bei Aarke 20 Euro, für „Enriched-Granulat“ mit Magnesium und alkalisierender Wirkung sind 30 Euro fällig. Es geht aber auch günstiger, für 13,50 inklusive Versand erhält man bei einem großen deutschen Anbieter 1 Liter der Mischung aus Ionenaustauschharzen und Aktivkohle.

Schick, spart Plastik und lohnt sich auf Dauer

Unterm Strich filtert der Aarke Purifier nicht schlechter oder besser als andere Tischwasserfilter. Er sieht aber viel besser aus und erspart der Umwelt eine Menge Plastikmüll. Außerdem könnte er bei korrekter Handhabe hygienischer sein.

Der Preis tut weh, aber man hat lange Freude an dem Purifier und wenn man das Granulat bei guten alternativen Anbietern kauft, ist die schwedische Lösung auf die Dauer sogar günstiger als ein herkömmlicher Wasserfilter mit preiswerten Drittanbieter-Patronen.

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