Oktober 30, 2026 11:07 p.m. CET

Prozessauftakt in Frankfurt

Taxifahrer soll Frau in hilflosem Zustand missbraucht haben

30.10.2026 – 17:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Taxi (Symbolbild): In Frankfurt beginnt ein Prozess gegen einen Taxifahrer, der eine Frau missbraucht haben soll. (Quelle: Federico Gambarini/dpa/dpa-bilder)

Nach einem Kneipenabend stieg eine betrunkene Frau in ein Taxi und wurde vom Fahrer vergewaltigt. Nun muss dieser sich vor dem Frankfurter Landgericht verantworten.

Am Frankfurter Landgericht hat der Prozess gegen einen 41-jährigen Taxifahrer begonnen, dem vorgeworfen wird, eine betrunkene Frau in seinem Fahrzeug vergewaltigt zu haben. Die Tat soll sich im Oktober 2023 ereignet haben, als der Angeklagte die Frau nach einem Abend im Kneipenviertel Alt-Sachsenhausen nach Hause fahren sollte.

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet, hatte sich die Frau eine Fahrt über die Bolt-App gebucht. Der Fahrer holte sie in der Paradiesgasse ab, um sie in den Stadtteil Eckenheim zu bringen. Das mutmaßliche Opfer legte sich auf der Rückbank hin. An einem unbekannten Ort soll der Angeklagte, Abdullah K., dann angehalten haben. Er soll ausgestiegen sein, die hintere Tür geöffnet und die Frau vergewaltigt haben.

Sie habe sich in einem „wehrlosen Dämmerzustand“ befunden und sei nicht einmal „in der Lage gewesen zu sprechen“, sagte die Staatsanwältin. Später wurde in ihrem Blut außerdem eine geringe Menge K.-o.-Tropfen nachgewiesen.

Angeklagter will sich zu Vorwürfen nicht äußern

Der Angeklagte bestreitet den Geschlechtsverkehr nicht, ließ aber durch seinen Anwalt erklären, dieser sei „nicht gegen ihren Willen“ erfolgt. Zu den Vorwürfen selbst wollte er zunächst nichts weiter sagen. Über seine damalige Lebenssituation sprach er hingegen: Abdullah K. war am Frankfurter Flughafen angestellt und fuhr nebenberuflich für den Fahrdienst Bolt. Kurz zuvor hatte er sich scheiden lassen und zahlte Unterhalt für drei Kinder, zudem lief ein Kredit.

Am ersten Verhandlungstag sagten mehrere Zeuginnen aus. Eine Apothekerin schilderte, wie die Frau am Tag nach der Tat bei ihr nach der „Pille danach“ gefragt habe. Als die Apothekerin erklärte, sie müsse sie zunächst beraten, brach die Frau in Tränen aus. Anschließend soll sie die Vermutung, Opfer einer Vergewaltigung geworden zu sein, geäußert haben. Die Apothekerin beschrieb die Zeugin als verängstigt und rief infolgedessen die Polizei.

Eindeutige Verletzungen bei Untersuchung festgestellt

Die hinzugerufene Polizistin schilderte, wie das mutmaßliche Opfer die Tat aufgrund ihres Zustands nicht realisiert habe. Außerdem berichtete die Polizistin vor Gericht, dass sie die Aussage als glaubhaft wahrgenommen habe.

Nach Eintreffen der Polizei in der Apotheke wurde die Frau für forensische Untersuchungen in ein Krankenhaus gebracht. Die untersuchende Ärztin erinnerte sich, dass die Frau zunächst klar, aber traurig auf sie gewirkt habe. Bei der gynäkologischen Untersuchung stellte sie Schleimhauteinrisse fest – Verletzungen, die bei solchen Taten durchaus üblich seien.

Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Dann soll die Frau in nicht öffentlicher Sitzung befragt werden.

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