August 6, 2026 9:14 p.m. CEST

Innere Sicherheit

Sprengstoff-Drohne in Leipzig: Semtex im Spiel

Aktualisiert am 06.08.2026 – 19:55 UhrLesedauer: 4 Min.

Zahlreiche Einsatzwagen der Polizei sind an der „Nordpiste“ des Flughafens Leipzig/Halle im Einsatz. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-bilder)

Nach dem Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Noch ist vieles unklar. Klar ist hingegen: Der Mann, der die Drohne entdeckte, hatte großes Glück.

Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne auf dem Flughafen Leipzig/Halle laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Viele Fragen sind nach wie vor offen, bei ihrer Aufklärung hat der Generalbundesanwalt die Federführung übernommen. Aus den Ländern kommen Forderungen nach einem besseren Schutz der Flughäfen. Zugleich werden immer mehr Details des Vorfalls bekannt.

So hat der Mitarbeiter des Flughafens, der die Drohne in der Nacht zum Mittwoch entdeckt hatte, großes Glück gehabt. Er holte das mit einer Sprengstoffvorrichtung bestückte Fluggerät nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen mit einem Fußtritt aus der Luft und brachte es zu Boden.

Nach Angaben des Landeskriminalamts Sachsen hatte er die Drohne auf der Start- und Landebahn „Südpiste“ bemerkt. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung.

Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen ist inzwischen bestätigt, dass für den Sprengsatz die Explosivstoffe Semtex und PETN verwendet wurden. Der Plastiksprengstoff Semtex wird bei kommerziellen Sprengungen eingesetzt. Er gelangte im Kalten Krieg mehrmals in die Hände von Terroristen – so wurde er 1988 beim Lockerbie-Bombenanschlag eingesetzt, der ein Verkehrsflugzeug über Schottland zum Absturz brachte.

Flugverkehr läuft über „Südpiste“

Der Flugverkehr auf der nördlichen Landebahn des Airports stand am Donnerstag weiter weitgehend still. In direkter Nähe der „Nordpiste“ war die Polizei mit etwa 20 Wagen im Einsatz, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Dass die Polizeikräfte nach dem zweiten, bisher unbekannten Flugobjekt suchen, mit dem in der Nacht zu Mittwoch eine DHL-Maschine kollidierte, bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Dresden nicht. Dass die Suche am Donnerstag aber fortgesetzt werden sollte, hatte das Landeskriminalamt bereits mitgeteilt.

Seit dem Morgen starteten und landeten Flugzeuge den Beobachtungen zufolge wieder auf der „Südpiste“. Sie war gesperrt gewesen, nachdem dort in der Nacht zum Mittwoch die Drohne mit der Sprengvorrichtung entdeckt worden war. Diese befand sich nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung mit Zünder.

Spekulationen, die ukrainischen Transporter könnten Munition geladen haben, wurden dementiert. „Die betreffenden Antonow-Flugzeuge waren zum Zeitpunkt des Vorfalls leer und damit ohne Fracht“, sagte die Kommunikationschefin der Mitteldeutschen Flughafen AG, Maret Montavon, der „Leipziger Volkszeitung“.

Die Drohne wurde laut Informationen aus Sicherheitskreisen in der Nähe einer ukrainischen Antonov-Maschine gefunden. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-bilder)

Nach dem Drohnenfund war auf dem Flughafen ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, das wegen der Sperrung der Landebahn wieder durchgestartet war. Bei der Maschine seien nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt worden, hieß es.

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