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Zverev macht Diabetes-Erkrankung öffentlich

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Alexander Zverev ist Diabetiker. Das erklärt der Weltklasse-Tennisspieler und kündigt an, mit einer Stiftung künftig betroffenen Kindern helfen zu wollen.. Zverev, der seine Erkrankung bislang nicht öffentlich thematisiert hat, will Vorbild sein.

Gerüchte gab es schon länger, jetzt macht Alexander Zverev seine Diabetes-Erkrankung öffentlich. Im Zuge dessen gründet er eine Stiftung, um Kindern mit dem gleichen Schicksal zu helfen. Bislang hat der Tennis-Star seine Diabetes-Erkrankung nicht thematisiert und aus der Öffentlichkeit gehalten. Dabei begleitet ihn die Krankheit seit seinem vierten Lebensjahr. Nun fühle er sich sicher genug, um das Thema offensiv anzugehen.

Für dieses Vorhaben hat der Tennis-Olympiasieger die „Alexander Zverev-Foundation“ mit Sitz in seiner Heimatstadt Hamburg ins Leben gerufen. Unterstützung erhält er dabei von seinem Bruder Mischa und seinen Eltern. Dies teilte Alexander Zverev am Samstag mit. Das Hauptanliegen der Stiftung: An Diabetes (Typ 1) erkrankten Kindern helfen. Vor allem durch Bereitstellung von Insulin und weiteren lebensnotwendigen Medikamenten.

Zverevs Engagement hat einen persönlichen Hintergrund. Seit er vier Jahre alt ist, leidet der Tennis-Star selbst an der Krankheit. Er und seine Familie lernten damit umzugehen. „Ich bin in der privilegierten Situation, ein Leben zu führen, das ich immer führen wollte. […] Mir ist sehr bewusst, dass nicht alle Kinder solch ein Glück haben und daher ist es mir ein großen Anliegen, etwas zurück zu geben und Anderen auf ihrem Weg zu helfen“, erklärt Zverev sein Engagement.

Dass Alexander Zverev an Diabetes erkrankt ist, war in der Tennisszene schon länger gemutmaßt worden, doch bisher vermied es der Weltranglisten-Zweite, sich dazu zu äußern. Im Gegenteil, mehrmals hatte Zverev in der Vergangenheit auf entsprechende Nachfragen mindestens ausweichend reagiert. 2016 hatte der deutsche Weltklassespieler auf die Frage eines englischen Reporters, ob er Diabetiker sei, geantwortet: „Alles, was da geschrieben wurde, ist nicht wahr. Alles in dieser News ist absolut erfunden.“ 2019 wurde Zverev während der ATP Finals sogar mit Schummelvorwürfen konfrontiert, weil er während eines Seitenwechsels ungewöhnlich lange in seiner Sporttasche kramte – und dabei möglicherweise seinen Insulinwert maß.

Zverev „will Vorbild sein“

Kritiker hatten stattdessen gemutmaßt, Zverev habe während des Matches auf sein Handy geschaut und so möglicherweise verbotenerweise Tipps empfangen. „Mein Handy war in der Umkleidekabine“, sagte Zverev anschließend: „Ich weiß nicht genau, was sie da gesehen haben, aber mein Handy kann es nicht gewesen sein. Vielleicht eine leere Trinkflasche, ich weiß es nicht.“ Seine nun auch offiziell gemachte Erkrankung thematisierte er damals nicht, die ATP verkündete aber, der Deutsche habe „gegen keine Regel der ATP verstoßen“.

Diabetes ist eine Autoimmunkrankheit, bei der im Körper der Erkrankten kaum oder kein Insulin produziert wird. Das braucht man, um den Zucker vom Blut in die Zellen zu schleusen. Betroffene müssen sich Insulin zuführen, indem sie es zum Beispiel spritzen. Meistens tritt die Krankheit im Kindesalter auf. Zverev will mit seiner Initiative zeigen, „dass man es mit dieser Krankheit ganz weit schaffen kann. Ich möchte ein Vorbild sein für bereits erkrankte Menschen, aber auch eine Stütze sein für die Kinder, die mit einem aktiven Leben und der richtigen Vorbeugung noch vermeiden können, Diabetes zu bekommen“. Der Typ 1, wie bei Zverev, ist bisher nicht heilbar, so dass die Betroffenen ihr Leben lang Insulin spritzen müssen.

Zukünftig sollen mit verschiedenen Events Spendengelder gesammelt werden. Am 21. August ist der Auftakt. Dann tritt Bruder Mischa Zverev zusammen mit Doppel-Schwimmolympiasiegerin Britta Steffen sowie dem ehemaligen ukrainischen Radprofi Andriy Grivko in einer Triathlon-Staffel beim Allgäu-Triathlon in Immenstadt an. Alexander Zverev kämpft sich derzeit nach seiner schweren Fußverletzung im Halbfinale der French Open zurück auf die Profitour. Ob es für einen Start bei den Ende des Monats beginnenden US Open reicht, ist derzeit noch ungewiss.

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