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„Wir wissen alle, was auf dem Spiel steht”: Für die Eishockeyspielerinnen geht es um Olympia – und die Zukunft ihrer Sportart – Sport

Laura Kluge feierte in der vergangenen Woche ihren 25. Geburtstag. Vor viereinhalb Jahren war sie gerade mal 20 Jahre jung. Damals scheiterte sie mit dem deutschen Eishockey-Nationalteam in Tomakomai (Japan) im Olympia-Qualifikationsturnier an den Gastgeberinnen. „Es war für mich damals sehr traurig, aber ich wusste, beim nächsten Mal können wir es besser machen.“

Das nächste Mal ist jetzt gekommen, von Donnerstag bis Sonntag in Füssen im Allgäu. In der Eishalle des Bundesleistungszentrums am Kobelhang trifft das deutsche Team am Donnerstag auf Österreich (17.15 Uhr), am Sonnabend auf Italien (12.00 Uhr) und am Sonntag auf Dänemark (17.15 Uhr, alle Spiele live auf Magentasport).

Es geht dabei um einen der letzten drei Plätze für das olympische Eishockeyturnier der Spiele in Peking im Februar 2022. Die anderen beiden Plätze werden dann im Chomutov (Tschechien) und Lulea (Schweden) ausgespielt. Nur die jeweils Gruppenersten reisen nach China.

Da Laura Kluge im Jahr 2017 die Niederlage im damaligen Endspiel gegen Japan noch gerade so verschmerzen konnte, will sie jetzt alles dafür geben, damit sie ein Ausscheiden nicht noch einmal erleben muss. „Das kann man, glaube ich, gar nicht in Worte fassen“, sagt sie „Olympia ist der Kindheitstraum und dementsprechend hat dieses Qualifikations-Turnier auch einen sehr sehr hohen Stellenwert.“

„Wir wissen alle, was auf dem Spiel steht“

Die Wichtigkeit der kommenden vier Tage ist nicht nur persönlich für die Spielerin mit der Rückennummer 25 groß. Das Eishockey der Frauen hofft auf einen Schub bezüglich Beliebtheit und Finanzierung. Ganz im Gegensatz zu den Männern gibt es bei den Frauen keine Profis. Die einzigen, die Eishockey mit finanzieller Absicherung spielen können, sind die 16 Spielerinnen, die Mitglied in der Sportfördergruppe der Bundeswehr sind. Die Anzahl der Plätze wird am Erfolg gemessen und jährlich neu bewertet.

„Wir wissen alle, was auf dem Spiel steht“, sagt Laura Kluge. „Man muss sagen, auf dieses Turnier haben wir jetzt vier Jahre hingearbeitet. Alles, was ich die letzten vier Jahre gemacht habe, hatte irgendwie damit zu tun.“ Dazu gehörte nicht nur ihr Wechsel 2016 zum Linköping HC nach Schweden. Auch die jüngsten vier Jahre an der St. Cloud State University in der nordamerikanischen College-Liga NCAA hat sie absolviert, um sich weiterzuentwickeln, um bereit zu sein für die Herausforderung Olympia.

Laura Kluge ist die einzige Berlinerin im deutschen Team.Foto: imago

Kluge, die bis zu ihrem Wechsel nach Schweden ihre gesamte Laufbahn im Nachwuchs der Eisbären Juniors verbrachte, ist die einzige Berlinerin im deutschen Team. Von den Eisbären Juniors ist zudem auch die 22-jährige Hanna Amort nominiert. Sie wird eher in den hinteren Reihen auflaufen. Kluge dagegen ist als Leistungsträgerin eingeplant. Sie gehört zur Sportfördergruppe der Bundeswehr und wechselte zur besseren Olympiavorbereitung für diese Saison nach Memmingen.

„Wir sind auf jeden Fall gut vorbereitet. Wir haben viel Zeit miteinander verbracht, viele Lehrgänge gehabt“, sagt sie „Na klar, das mit Verletzungen und positiven Fällen ist natürlich sehr bitter und kann man nicht ändern, aber wir haben genug Mädels hier, die es wollen und können.“ Torhüterin Jenny Harß fehlt aufgrund einer Corona-Infektion. Sie ist die einzige im Team, die bereits zweimal bei Olympischen Spielen war. So rücken die anderen Führungsspielerinnen, wie Kapitänin Julia Zorn, 2014 in Sotschi bereits dabei, noch mehr in den Fokus.

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Aber das deutsche Team hat als Favorit – mit Platz acht als Weltranglistenhöchster im Feld – gute Chancen. Eng werden die Spiele wohl trotzdem. Das weiß auch Laura Kluge: „Zu Italien kann ich nicht so viel sagen, gegen die habe ich noch nie gespielt. Österreich und Dänemark sind auf jeden Fall beide nicht zu unterschätzen, aber ich würde sagen, dass Dänemark den stärkeren Kader hat.“

Es könnte also passieren, dass es am Sonntag gegen die Däninnen zum Endspiel um das Ticket für Peking kommt. Ganz genau so, wie vor viereinhalb Jahren in Japan. Dieses Jahr soll das Ergebnis anders aussehen. Dafür hat das deutsche Team einen Plan. „Wir wollen die sein, die den anderen das Spiel aufzwingen, damit sich der Gegner nach uns richten muss“, sagt Laura Kluge.

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