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Vor dem Spitzenspiel gegen angeschlagene Mannheimer: Die Eisbären sorgen sich um die Zukunft – Sport

Die kurze Pause der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hat den Eisbären sichtlich gutgetan. Beim Training am Donnerstagvormittag wirkte die Stimmung gelöst, die Profis und das Trainerteam hatten großen Spaß dabei, sich auf das Heimspiel gegen die Adler Mannheim am Freitagabend (Mercedes-Benz-Arena, 19.30 Uhr) vorzubereiten. „Die Woche beim Deutschland-Cup war sehr intensiv, aber sie hat gerade mental sehr geholfen“, sagt Stürmer Marcel Noebels, „bei den Auftritten vor der Pause haben wir einiges liegenlassen, wir müssen noch was gutmachen.“

Mannheim, das bislang herausragende Team in dieser Saison, ist genau der richtige Gradmesser, um zu sehen, ob die Berliner Mannschaft wieder ihren Stil gefunden hat. Die Qualität dieses Vergleichs zwischen den viertplatzierten Eisbären und dem Tabellenführer wird allerdings dadurch etwas gemindert, dass beim Gegner acht Profis sowie Trainer Pavel Gross positiv auf Covid-19 getestet wurden. Dennoch traten die Adler schon am Dienstag in der Champions Hockey League an, wo sie beim 1:10 gegen Frölunda aus Göteborg regelrecht vorgeführt wurden. Nun reisen sie also geschwächt nach Berlin.

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Für die Eisbären – die beim Debüt von Marco Baßler, der im Tausch mit Parker Tuomie aus Straubing kam, wohl auf Blaine Byron und Kevin Clark verzichten müssen – ist es schwierig, den Gegner richtig einzuschätzen. „Ich vermute, dass einige Spieler zurückkehren“, sagt Trainer Serge Aubin. „Sie haben einen sehr tiefen Kader und werden auf jeden Fall unangenehm sein.“ Für den Kanadier steht im Vordergrund, dass sein Ensemble wieder als Einheit auftritt, was in den vergangenen Partien nicht gerade der Fall war.

Nicht nur die Entwicklung in Mannheim und weitere Coronafälle in der Liga, sondern vor allem das heftige Infektionsgeschehen in Deutschland bereiten auch in der Eishockeybranche größere Sorgen. Bei einigen Fans geht bereits die Angst um, dass wieder – wie schon in Holland – Spiele ohne Publikum stattfinden könnten. Eisbären-Geschäftsführer Thomas Bothstede sagt: „Aktuell sehe ich nicht, dass wir demnächst wieder vor leeren Rängen spielen müssen. Wir haben uns als Eisbären ja gerade auch deshalb für die Umsetzung der 2G-Regel entschieden, um die Gesundheit von Spielern, Mitarbeitern und Zuschauern bestmöglich zu schützen.“

Die Kölner Haie verweisen auf positive Erfahrungen mit den Zuschauern

Philipp Walter, der die Geschäfte bei den Kölner Haien verantwortet, verweist auf die bislang positiven Erfahrungen in dieser Saison. „Dass wir zuletzt knapp 10 000 Zuschauer begrüßen konnten, zeigt ja auch das Vertrauen in unsere Maßnahmen. Die Belüftung in unserer Halle sorgt dafür, dass wir Bedingungen haben, die mit einem Open-Air-Event vergleichbar sind. Auch die Rückmeldungen vom Gesundheitsamt sind sehr positiv, bislang haben die Spiele in der Lanxess-Arena zu keinen Auffälligkeiten geführt.“

Bislang galt in der Kölner Arena, der größten Spielstätte der DEL, die 3G-Regel. Am Mittwoch kündigte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) allerdings an, dass ab der kommenden Woche flächendeckend 2G zu gelten habe. So dass auch hier ein negativer Test nicht mehr ausreicht, um den eigenen Verein zu unterstützen.

Das aktuell hohe Infektionsgeschehen drückt jedenfalls weiter auf die Stimmung in den Zentralen der DEL-Klubs. Denn es zeigt sich wie bei vielen anderen Großveranstaltungen auch, dass die möglichen Kapazitäten an Plätzen bei weitem nicht ausgefüllt werden. Zu den Spielen der Eisbären kamen seit Einführung der 2G-Regel 26 048 Besucher, das macht im Schnitt 6512 Zuschauer pro Spiel – erlaubt sind 14 200. Zuvor waren 6450 zugelassen. „Es wird eine große Anstrengung werden, die Besucher wieder in größerer Zahl zurück in die Arena zu bringen. In der aktuellen Situation meiden viele Menschen natürlich größere Menschenansammlungen“, sagt Geschäftsführer Bothstede.

Gleichzeitig droht, dass das vermeintliche Selbstverständnis, mit dem die Menschen vor Ausbruch der Pandemie zu Großveranstaltungen gekommen sind, auch dann, wenn das Schlimmste überstanden ist, nicht mal eben aktivierbar ist. Bothstede weiß: „Man darf nicht vergessen, dass sich im vergangenen Jahr durch die verschiedenen Regelungen der Sport und die Fans ein Stück weit voneinander entfernt haben. Wir werden einfach sehen müssen, wie sich die dynamische Situation in der nächsten Zeit entwickelt.“

Auf jeden Fall ist es hilfreich, wenn die Eisbären Werbung in eigener Sache machen. Erfolge gegen die Mannheimer sind dafür ein probates Mittel. Das gilt auch bei diesem Spiel unter besonderen Voraussetzungen.

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