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Vetters Kampfansage gilt noch nicht für Heim-EM

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Das Abschneiden des deutschen Teams bei der Leichtathletik-WM war katastrophal. Bei der Heim-EM soll es unbedingt besser werden. Doch der Verband muss Absagen von Top-Stars hinnehmen. Speerwerfer Johannes Vetter kuriert seine Schulter aus, Christin Hussong leidet unter Corona-Nachwirkungen.

Der verletzte Ausnahme-Speerwerfer Johannes Vetter hat seine Saison beendet. „Es gibt gute und schlechte Nachrichten. Die schlechten zuerst, ich werde in diesem Jahr weder an Europameisterschaften noch an anderen Wettkämpfen teilnehmen“, erklärte der 29 Jahre alte Weltmeister von 2017 in den sozialen Netzwerken.

Vetter pausiert mit Schulterproblemen seit Ende Mai. Beim Leichtathletik-Meeting in Dessau hatte der Offenburger den bislang letzten Start-Versuch gewagt, musste aber bereits nach dem Einwerfen aufhören. Seiner Schulter gehe es besser, meinte Vetter. Die Therapie würde sich auszahlen, sodass er „für die nächste Saison zu 100 Prozent bereit“ sei.

„Meine Schulter fühlt sich besser an, die Therapie schlägt an. Ich komme zurück“, versicherte Deutschlands „Leichtathlet des Jahres“ 2021, der bereits die deutschen Meisterschaften in Berlin und WM im US-amerikanischen Eugene verletzungsbedingt verpasst hatte. Vor allem bei Letzterer war er schmerzlich vermisst worden. Das Abschneiden des Teams war katastrophal, gerade einmal zwei Medaillen gab es: Gold für Weitspringerin Malaika Mihambo, die 4×100-Meter-Staffel der Frauen lief zu Bronze. Vetters Wurfkollege Julian Weber hatte sich viel vorgenommen, wie bei den Olympischen Spielen in Tokio reichte es aber nur zu Platz vier.

„Power geht gerade leider nicht in die richtige Richtung“

Das EM-Aus ist der nächste herbe Rückschlag für Vetter, der bei den Olympischen Spielen als der große Favorit angereist war. Vor Ort kam er mit dem Bodenbelag nicht zurecht, war mehrfach ausgerutscht, sein Stemmbein fand keinen Halt. So wurde er am Ende nur Neunter.

Sein Ärger hinterher war riesig. „Meiner Meinung nach gibt es nur eine Art und Weise, mit der man richtig weit werfen kann – und dazu braucht man ein sehr starkes Stemmbein“, hatte er gesagt. „Wenn da der Untergrund nicht mitspielt, fliegt der Speer nicht groß über 90 Meter und schon gar nicht über 95 Meter.“

Auf den Ärger folgten die Schmerzen. „Ich habe ein paar technische Probleme und daraus folgen körperliche. Durch kleinere Ausweichbewegungen werden Muskelgruppen, Bänder und Sehnen übermäßig strapaziert. Die Power geht gerade leider nicht in die richtige Richtung – und dann tut es mal hier und da weh“, hatte er Anfang Juni gesagt.

Ebenfalls nicht bei der Heim-EM in München (15. bis 21. August) dabei ist Christin Hussong aus Zweibrücken. Die Speerwurf-Europameisterin von 2018 leidet nach wie vor an den Folgen einer Corona-Erkrankung und verzichtet deshalb auf die Titelverteidigung bei der Heim-EM. „Beide Absagen schmerzen sehr, denn sowohl Johannes als auch Christin zählen zu unseren Leistungsträgern“, sagte Annett Stein, die Cheftrainerin des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

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