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Verstappen nutzt Ferraris Desaster gnadenlos aus

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Max Verstappen ist der strahlende Sieger – wieder einmal. Weil Ferrari zwar schnell ist, aber viel zu viele Pannen hat. So ist der Weltmeister auf Kurs Titelverteidigung. Den doppelten Scuderia-Ausfall weiß auch Sebastian Vettel zu nutzen. Nur Mick Schumacher leidet weiter.

So wird das wieder nichts für Ferrari

Schwer geschlagen packten die Ferrari-Mechaniker schon während des Rennens die Ausrüstung zusammen. Der Doppel-Ausfall von Baku wirft die Scuderia im Titelrennen noch weiter zurück. Viermal in Serie fuhr Charles Leclerc zuletzt im Qualifying auf Startplatz eins. Was dann in unschöner Regelmäßigkeit passiert, ist eines Teams mit den Ambitionen und Möglichkeiten Ferraris allerdings unwürdig. Das Auto ist neben dem Red Bull das mit Abstand schnellste des Feldes. Technische Pannen und strategische Fehler haben die Italiener aber bereits viel zu viele Punkte gekostet, in Baku war für Leclerc und Carlos Sainz wegen Defekten bereits vor der Halbzeit des Rennens Schluss. „Das ist eine Riesenenttäuschung“, sagte der Monegasse zu seinem Motorschaden. „Ich hoffe, wir können zurückschlagen und die Dinge in den Griff bekommen“, fügte der 24-Jährige hinzu. Teamchef Mattia Binotto versprach eine tiefgehende Analyse der Probleme. Gelingt nicht schnell die Wende, droht Ferrari trotz des wohl stärksten Autos im Feld die nächste titellose Saison. Zeit für die Fehlersuche ist allerdings kaum gegeben: Schon am kommenden Wochenende geht es in Kanada wieder um Punkte.

Max Verstappen schreibt Red-Bull-Geschichte

Mit seinem 25. Grand-Prix-Sieg hat Verstappen nun genauso oft in der Formel 1 gewonnen wie die Legenden Niki Lauda und Jim Clark. „Naja, wir haben jetzt ja auch mehr Rennen pro Jahr. Aber es ist schön für die Bücher“, sagte der 24-Jährige. Ganz vorn liegt Verstappen jetzt in einer anderen Statistik: Kein anderer Red-Bull-Pilot stand öfter auf dem Podium als der Niederländer. Zum 66. Mal schon durfte der Titelverteidiger aufs Siegerpodest. Damit verdrängte er Sebastian Vettel in dieser Wertung von Rang eins. Der Hesse hatte es in seiner Zeit bei Red Bull 65 Mal aufs Podium geschafft.

Und was für eine Veränderung: Im Vorjahr trat Max Verstappen wutentbrannt gegen einen geplatzten Hinterreifen, dieses Mal köpfte der Weltmeister den Schampus. Erstmals erreichte er bei seinem Angst-Rennen in Aserbaidschan überhaupt das Podium. Die WM-Führung, die er auch dank des Ausfalls seines Ferrari-Rivalen Charles Leclerc deutlich ausbaute, war dabei nur ein Grund, warum Verstappen der ganz große Gewinner von Baku war. Die Formstärke seines mexikanischen Teamkollegen Sergio Perez hatte zuletzt nämlich Fragen aufgeworfen, ob der Niederländer um seinen Status als Nummer eins fürchten muss. Am Sonntag wurde klar: Er muss es nicht. Perez gab seine Führung in der 15. Runde kampflos an Verstappen ab. Dessen fünfter Saisonsieg geriet anschließend nie in Gefahr. Ein gutes Teamgefüge, aber auch die Verlässlichkeit des Autos sind derzeit Verstappens großer Trumpf im Duell mit Leclerc.

Hoppelnde Autos werden zum schmerzhaften Ärgernis

Die Debatte um die teils unruhig hüpfenden Fahrzeuge schwelt seit Monaten in der Formel 1. In Baku war es besonders schlimm. Vor allem Rekordchampion Lewis Hamilton litt sichtbar Schmerzen durch die ständigen Schläge im Cockpit. Mit großen Schmerzen quälte er sich aus seinem Mercedes, immer wieder hielt er sich den lädierten Rücken, sein Gang war steif. „Am Ende betet man nur, dass es zu Ende ist“, sagte Hamilton hinterher. Das Bouncing, also das Hüpfen des Fahrzeugs, schlägt auf die Gesundheit der Fahrer. Grund ist das neue Regelwerk für die Autos, die auf den Geraden so auf den Boden gepresst werden, bis sie kurz den Asphalt berühren und so wieder hoch gedrückt werden. „Die Fahrer haben die Köpfe zusammengesteckt und bis auf einen alle gesagt, dass es ein Problem ist“, sagte Mercedes-Teamchef Toto Wolff. In der Sorge um ihre Gesundheit könnten die Piloten bald auf eine Regelreform drängen. Eine schnelle Lösung des Problems ist aber nicht in Sicht.

Es knirscht zwischen Mick Schumacher und Haas

Wieder verließ Mick Schumacher frustriert die Rennstrecke. Ja, er fuhr auf dem Stadtkurs ein unfallfreies Rennen und nein, viel mehr als Rang 14 war nach dem letzten Platz im Qualifying wohl nicht möglich. Wieder war es nichts mit seinen ersten WM-Punkten. Die Tonlage zwischen dem 23-Jährigen und der Teamspitze hat sich zuletzt deutlich verschärft. Schumacher beklagte mehrfach strategische Fehler. Teamchef Günther Steiner verwies auf die Unfallserie des Jungstars und zählte ihn öffentlich an. Zugleich beklagte der Italiener die Unruhe rund um den Rennstall – auch durch eine „Spaltung von außen“, vor allem durch die Medien. „Ich brauche Mick, Mick braucht uns, zusammen können wir stark sein“, mahnte Steiner, gab ihm aber nicht wirklich Rückendeckung. Upgrades am Haas-Boliden sind in Kanada nicht zu erwarten. Die ersten WM-Zähler für Schumacher damit nicht wahrscheinlicher. Die Spannungen dürften bleiben.

Vettel ist ein Sieger – auf und abseits der Strecke

Der viermalige Weltmeister überzeugte am Kaspischen Meer auf und neben der Strecke. Vettel bezog in Interviews und selbst gewählten Aktionen Stellung zu gesellschaftlich und politisch relevanten Themen, wies dabei auf Missstände hin und nutzte seine Reichweite auf positive Weise. Auf der Strecke gelang ihm viel. Platz sechs war zwar auch bedingt durch den Ausfall beider Ferrari, das bislang beste Saisonergebnis schmälerte dieser Umstand aber nicht.

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