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Ukrainischer Meister spielt jetzt 2. Bundesliga

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Neunmal in Folge gewinnt FK Motor Saporischschja die ukrainische Handball-Meisterschaft, die aktuelle Saison aber bricht der Champions-League-Teilnehmer aufgrund des Angriffskriegs ab. Nun scheint die Mannschaft Zuflucht in Deutschland zu finden – und einen Startplatz in der 2. Bundesliga.

Der ukrainische Handball-Meister FK Motor Saporischschja nimmt in der kommenden Saison als Gaststarter am Spielbetrieb der 2. Bundesliga teil. Das bestätigte Ligapräsident Uwe Schwenker von der Handball-Bundesliga (HBL). „Uns war klar: Bei dieser Frage muss eine basisdemokratische Entscheidung der Klubs getroffen werden. Letztlich hat sich eine deutliche Mehrheit für die Aufnahme ausgesprochen. Die Klubs haben gesagt: Hier helfen wir, Handballer helfen Handballern“, sagte Schwenker.

Die Heimspiele absolvieren die Ukrainer im Castello, einer Mehrzweckhalle in Düsseldorf. Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt sorgt auch für die Unterbringung des Teams und hatte laut Schwenker großen Anteil daran, dass das Projekt kurzfristig umgesetzt werden konnte. Die Saison im deutschen Unterhaus beginnt Anfang September. Infolge des Angriffskriegs Russlands ruht derzeit der Spielbetrieb in der Ukraine.

Saporischschja, das seit 2013 stets den nationalen Meistertitel gewinnen konnte, könnte durch die Spiele in der 2. HBL die nötige Spielpraxis für die Champions League sammeln. Für eine Teilnahme an der Königsklasse müsste die Europäische Handball-Föderation (EHF) Saporischschja allerdings eine Wildcard erteilen. In der Saison 2021/22 war der ukrainische Serienmeister in eine Vorrundengruppe unter anderem mit der SG Flensburg-Handewitt gelost worden, nach einer 27:34-Niederlage in Flensburg siegte Saporischschja in eigener Halle deutlich mit 31:22. Nach dem russischen Überfall sah sich der Klub jedoch nicht mehr in der Lage, die verbleibenden Spiele auszutragen.

Der Gedanke einer Integration des ukrainischen Serienmeisters in den deutschen Spielbetrieb entwickelte sich bereits vor einigen Wochen. Ein Startrecht in der Bundesliga war dabei laut Schwenker aufgrund des ohnehin vollgepackten Spielplans ausgeschlossen. In der 2. Liga kommen die Gaststarter gewissermaßen sogar gelegen: Da die Liga in der kommenden Saison ursprünglich mit 19 Teams ausgespielt werden sollte, werden spielfreie Wochenenden nun vermieden.

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