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Titelverteidiger Price scheitert bei der Darts-WM: Die Ära muss warten, der Iceman ist draußen – Sport

Der entthronte Weltmeister Gerwyn Price kratzte sich verlegen an der Stirn, dann verließ er voller Frust die größte Darts-Bühne der Welt. Statt mit einem zweiten Titel die ersehnte und vollmundig angekündigte Ära einzuläuten, ist der ehemalige Rugby-Profi aus Wales bereits im WM-Viertelfinale ausgeschieden. Er muss nun zuschauen, wie seine engsten Rivalen die 25 Kilogramm schwere Sid Waddell Trophy und ein Preisgeld von 500.000 Pfund (rund 595 000 Euro) ausspielen. Bei der 4:5-Niederlage in einem hochklassigen Duell mit Englands Michael Smith reichte dem „Iceman“ auch ein seltener Neun-Darter nicht.

Price’ Abschiedsvorstellung bei dieser WM war hochemotional. Zunächst feierte er das perfekte Spiel gewohnt euphorisch und laut brüllend, später verzettelte sich der 36-Jährige in eine Streitigkeit mit einem Fan, der ihn mit Rufen aus dem Konzept brachte. Price hatte sich beim hochklassigen Viertelfinale so irritiert gefühlt, dass er kurz sogar seine Wurfserie unterbrach, um den Schiedsrichter über den Störer zu informieren. Sieger Smith erklärte nach der Partie: „Jemand von hinten rief ständig meinen Namen, das brachte auch mich raus.“ Price schrieb bei Instagram in der Nacht nur: „Cheats“ – was auf deutsch Betrüger heißt.
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Die Nebengeräusche, der Neun-Darter und das packende Match gegen Smith dürften fix in Vergessenheit geraten, das Aus des selbstbewussten Muskelprotzes hingegen wird bleiben. Zumal sich Price vor der WM noch mit Rekord-Weltmeister Phil Taylor (16 WM-Titel) verglichen hatte und bei Sky Sports ankündigte: „Gebt mir noch zwei oder drei Jahre mehr, dann werde ich noch viel dominanter sein. Auch wenn ich jetzt schon Weltmeister und Ranglistenerster bin.“

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Er wolle dabei nicht nur so dominant sein wie sein aktueller Rivale Michael van Gerwen (Niederlande) in den vergangenen Jahren, sondern so wie der seit 2018 zurückgetretene Engländer mit dem Spitznamen „The Power“, der jahrelang kaum zu schlagen war. „Ich werde wahrscheinlich schauen, es mehr in die Richtung einer Phil-Taylor-Dominanz zu schaffen“, richtete Price aus. Rund drei Wochen später ist er nicht nur seinen WM-Titel los, sondern muss im Jahr 2022 auch um den Status als Nummer eins bangen.

Natürlich gehören solche Aussagen und derartiges Geprotze zum Geschäft, an dem auch der Weltverband PDC verdient und dies als Preisgeld wiederum an seine Spieler ausschüttet. Trotzdem gab es vor der WM kaum eine Grundlage, an eine Ära von Price zu glauben. Seit seinem WM-Titel vor einem Jahr hatte er nur ein Major-Turnier gewonnen. Zum Vergleich: Sein Landsmann Jonny Clayton, gerade einmal die Nummer acht der Welt, sicherte sich in diesem Zeitraum allein vier der begehrten Trophäen.

Price hatte im WM-Turnier beim 3:2 gegen Belgiens Kim Huybrechts einen echten Schreckmoment überstanden und hätte dies beinahe wieder geschafft, verwarf diesmal aber zwei Matchdarts. Der stark aufspielende Smith, der zuvor auch Clayton aus dem Turnier genommen hatte, kam danach zurück ins Spiel und gewann am Ende verdient. Den Sieg über Price nannte er „einen der besten Abende meiner Karriere“ (dpa)

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