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Schalke zerstört Dortmunder Siegesserie mit Mentalität

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Schalke 04 will nicht absteigen, der BVB träumt von der Meisterschaft. Die Favoritenrolle ist klar vergeben, doch das interessiert die Königsblauen nicht. Sie wehren sich mit Leidenschaft, kommen immer wieder zurück und beenden Dortmunds dringendste Meisterträume.

Nico Schlotterbeck ließ sich auf den Rasen fallen, während Schalke-Trainer Thomas Reis das 2:2 (0:1) gegen den Erzrivalen Borussia Dortmund wie einen Sieg bejubelte – und die königsblauen Fans das Remis des Tabellenvorletzten im 100. Bundesliga-Revierderby genüsslich feierten: “Die Nummer eins im Pott sind wir”.

Auch wenn die Schalker Mini-Serie von zuletzt zwei Siegen riss, schmerzte das Unentschieden nur die Dortmunder, die eine zweimalige Führung herschenkten und im Meisterrennen zwei Punkte auf Meister Bayern München einbüßten. “Das muss man jetzt akzeptieren”, sagte Schlotterbeck bei Sky: “Wenn wir das 3:1 machen, ist es vorbei. Trotz allem dürfen wir nicht zwei Gegentore fangen.” Unter dem Strich sei das Remis “zu wenig”, fügte der Nationalverteidiger knapp hinzu.

Schlotterbeck höchstselbst (38.) und Raphael Guerreiro (60.) brachten die Dortmunder schließlich zweimal in Führung. Marius Bülter (50.) und der eingewechselte Kenan Karaman (79.) glichen für die Gelsenkirchener allerdings aus, die damit einen BVB-Vereinsrekord verhinderten: Mit dem neunten Bundesliga-Dreier in Folge hätte Dortmund für eine Bestmarke gesorgt.

Terzić muss zu viel umstellen

Die Königsblauen setzten eine Woche nach dem 2:0 im kleinen Revierderby beim VfL Bochum ihre Erfolgsserie in der Rückrunde fort: Seit sieben Spielen ist der Tabellenvorletzte inzwischen ungeschlagen. “Wenn man zweimal zurückliegt und so wieder zurückkommt, dann fühlt sich das schon gut an”, sagte Bülter: “Die Zuschauer haben uns unglaublich gepusht. Aber wir haben nach den letzten Wochen auch das Selbstvertrauen, dass wir immer zurückkommen können.”

BVB-Coach Edin Terzić stellte gegenüber dem Champions-League-Aus beim FC Chelsea (0:2) auf vier Positionen um – zweimal notgedrungen: Julian Brandt (Muskelfaserriss im Oberschenkel) fiel verletzt, Kapitän Marco Reus erkrankt aus. Unter anderem kehrte Derby-Routinier Mats Hummels, der seinen 22. Ruhrpottklassiker bestritt, in die Startelf zurück.

Nach Pyro-Feuerwerk in beiden Fankurven versuchte der BVB, sich im Nebel zu orientieren und das Spiel vor 61.571 Zuschauenden gegen früh attackierende Gastgeber zu kontrollieren. Die Schalker Anhänger feierten jede Grätsche wie ein Tor. Dortmund gab durch Julian Ryerson einen ersten Warnschuss ab (5.), Guerreiro prüfte erstmals Torhüter Ralf Fährmann (19.), den einzigen im S04-Team, der schon mal ein Derby gewonnen hatte.

Bülter frisst Dortmunder Träume

Der BVB verlängerte seine Ballbesitzphasen, Schalke griff immer mehr zu Fouls. Die größte Chance hatte zunächst aber der Außenseiter: Nach einem Ballverlust von Hummels steuerte Rodrigo Zalazar allein auf das Dortmunder Tor zu, schoss aber überhastet drüber (25.). Auf der Gegenseite fabrizierte Moritz Jenz beinahe ein Eigentor (27.).

Wenn der BVB schnell kombinierte, hatten die Königsblauen Probleme: So auch, als Donyell Malen (30.) und Marius Wolf (37.) an Fährmann scheiterten. Schlotterbeck traf aus der Distanz, als er nicht angegriffen wurde. Es war die logische Konsequenz aus der immer deutlicheren Überlegenheit der Gäste.

Doch Schalke steckte den ersten Rückstand in der Rückrunde weg: Nach einer Hereingabe von Michael Frey erzielte Bülter den Ausgleich. Es war das dritte Tor des Außenstürmers in den letzten drei Spielen. Lange über den Ausgleich freuen konnten sich die Gelsenkirchener nicht. Guerreiro brachte die Gäste mit einem sehenswerten Schuss in den Winkel erneut in Führung. Doch der in der 68. Minute eingewechselte Karaman glich abermals aus. Natürlich auf Vorarbeit von Bülter.

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