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Russland erträgt die Trikots der Ukraine nicht

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Im Februar 2022 greift Russland die Ukraine an und bringt den Krieg nach Europa. Rund 100 Tage später spielt die Ukraine um die Teilnahme an der Fußball-WM in Katar. Gegen Wales setzt es eine knappe Niederlage. Ein Nachspiel droht ihnen nun wegen ihrer Trikots – über die sich Russland empört.

Der russische Fußball-Verband RFU hat bei der FIFA Beschwerde gegen die Trikots der Ukraine eingelegt. Das berichtet das Internetportal „Inside The Games“ mit Bezug auf die russische Nachrichtenagentur TASS. Die Ukraine war beim 0:1 im Playoff für die Fußball-Weltmeisterschaft in Wales mit Trikots aufgelaufen, die eine Silhouette des osteuropäischen Landes inklusive der Krim zeigten.

„Der Russische Fußball-Verband hat einen Protest an die FIFA gerichtet, weil der ukrainische Fußball-Verband gegen die Organisationsregeln verstoßen hat, indem er auf dem Trikot der Nationalmannschaft das Bild der Krim als Teil der Ukraine gezeigt hat“, teilte der RFU in einer Erklärung mit, die von der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS veröffentlicht wurde.

Mit Bezug auf ein 2014 auf der Krim abgehaltenes Referendum, erklärte RFU-Ehrenpräsident nach Angaben von „Inside The Games“, dass Russland keine andere Wahl bleiben würde. „Ein Protest ist notwendig, denn nach dem Referendum sind die Krim und Sewastopol das Territorium der Russischen Föderation, und wenn das Territorium der Russischen Föderation auf der Ausrüstung eines anderen Landes abgebildet ist, dann mussten wir dementsprechend einen solchen Protest senden“, sagte Koloskov, ein ehemaliger FIFA-Vizepräsident und Ehrenmitglied der UEFA.

Koloskov legte im Gespräch mit TASS auch die russische Sicht auf das WM-Aus der Ukraine offen. Die WM-Qualifikation der Waliser, die erstmals seit 1958 wieder beim Turnier dabeisein werden, sei ein „Triumph des sportlichen Prinzips“, erklärte er.

Trikots sorgten bereits 2021 für Spannungen

Die Trikots mit den Umrissen der Ukraine hatten bereits während der Fußball-Europameisterschaft im vergangenen Sommer für Spannungen zwischen den Verbänden gesorgt. Damals hatte eine Sprecherin des russischen Außenministeriums von einer „verzweifelten Kunstaktion“ der Ukraine gesprochen und eine Duma-Abgeordneter sich gegen die Einmischung des Sports in die Politik ausgesprochen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte das Design hingegen ausdrücklich begrüßt. Das Trikot sei „in der Tat anders als alle anderen. Es weiß, wie man schockiert. Es hat mehrere wichtige Symbole, die die Ukrainer vereinen“, hatte der Präsident damals unter ein Instagram-Post geschrieben, das ihn mit dem Trikot zeigte.

Die UEFA hatte das Trikot der Ukraine trotz russischer Proteste weitgehend genehmigt und nur eine kleine Änderung gefordert. So wurde der am Kragen angebrachte Slogan „Ehre unseren Helden“ als politisch eingestuft und musste von den Trikots entfernt werden. Alle anderen Elemente wie der Schlachtruf „Ruhm der Ukraine“ und die Silhouette des Landes mit der von Russland annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim und den damals bereits von Separatisten kontrollierten Regionen im Donbass wurden von der Europäischen Fußball-Union genehmigt.

FIFA bislang neutral

Die UEFA und der Weltverband FIFA hatten National- und Klub-Mannschaften aus Russland wegen des Angriffskrieges von allen Wettbewerben ausgeschlossen. Die Frauen-Nationalmannschaft wurde von der EM vom 6. bis 31. Juli in England ausgeschlossen. Sie wird durch Portugal ersetzt. Russland hatte zuletzt mit dem Gedanken gespielt, die UEFA zu verlassen und in die asiatische Konföderation zu wechseln.

Die FIFA hatte Russland, den Gastgeber der WM 2018, unter massivem Druck der europäischen Verbände mit dem Vorreiter Polen von den Playoff-Spielen für die WM in Katar ausgeschlossen, sich sonst jedoch beinahe schon neutral zum Krieg in der Ukraine verhalten. Beim FIFA-Kongress in Doha Anfang April hatte Russland eine Delegation in den Wüstenstaat geschickt, während sich der Präsident des ukrainischen Verbandes in schusssicherer Weste auf Kiew gemeldet hatte.

„Wir sind nicht verantwortlich für alles Böse in der Welt, und wir können nicht alle Probleme lösen. Aber wir können Hoffnung geben“, sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino auf dem Kongress, auf dem die Möglichkeit eines Ausschlusses des russischen Verbands aus der FIFA nicht diskutiert worden war.

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