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Olympiasiegerin klagt über Mutterschutz-Regel

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Dressur-Olympiasiegerin Jessica von Bredow-Werndl muss ihr geplantes Comeback nach der Babypause unfreiwillig verschieben. Nach der Geburt ihrer Tochter im August verweigert der Weltverband FEI der 36-Jährigen nun die Starterlaubnis. Die Reiterin ist erzürnt.

Jessica von Bredow-Werndl ist wegen der Mutterschutz-Regel des Pferdesport-Weltverbandes FEI sauer. Sie finde die strenge Auslegung des Reglements „schlichtweg ungerecht“, da die FEI ihr ein schnelles Comeback nach ihrer Babypause unmöglich gemacht habe, schrieb die erfolgreiche Dressurreiterin bei Instagram. „Ich hatte mich auf mein Comeback nach der Babypause in Ludwigsburg sehr gefreut, doch die Teilnahme wurde nicht genehmigt“, erklärte die Doppel-Olympiasiegerin von Tokio. Der Verband habe ihr aufgrund seiner Auffassung der Regeln zum Mutterschutz „eine Startgenehmigung verwehrt“.

Die Dressurreiterin aus dem bayerischen Tuntenhausen wollte sechs Wochen nach der Geburt ihrer Tochter bei einer Dressur-Veranstaltung in Ludwigsburg starten, die am 21. September beginnt. Die 36 Jahre alte Reiterin war Mitte August zum zweiten Mal Mutter geworden.

Auswirkungen auf die Weltrangliste

Im Reglement geht es vor allem um Weltranglistenpunkte. Wer Mutterschutz beantragt, kann die Hälfte der Punkte für sechs Monate behalten, darf nach FEI-Ansicht aber erst nach einem halben Jahr wieder reiten. Wer eher startet, so wie es die deutsche Dressurreiterin geplant hatte, verliert nach FEI-Auslegung rückwirkend die Punkte während der Schwangerschaftspause. „Ich kann die Entscheidung angesichts des Wortlauts der FEI-Regelung nicht nachvollziehen.“ Unterstützung erhält von Bredow-Werndl vom deutschen Verband FN. Es sei nicht geregelt, „dass eine Athletin auch sechs Monate pausieren muss“, sagte FN-Justiziarin Constanze Winter. Die Sportlerinnen können nach ihrer Ansicht den Mutterschafts-Urlaub auch „früher beenden“.

Seit Monaten kämpft bereits die Springreiterin Janne Friederike Meyer-Zimmermann gegen die FEI-Auslegung. Nach der Geburt ihres Sohnes Friedrich hatte sie früh angefangen, wieder zu reiten. Deshalb stürzte sie in der Weltrangliste ab und erhielt nach eigener Aussage bei einigen bei internationalen Turnieren kein Startrecht.

Da eine kurzfristige Entscheidung des FEI-Tribunals nicht realistisch erschien, verzichtet von Bredow-Werndl auf eine Klage. „Ich wünsche mir für die Zukunft (für meine Kolleginnen), dass das Reglement angepasst wird“, schloss sie ihr Statement und ergänzte den Hashtag #berufsverbot.

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