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Nadals Siegrede erzeugt mehr Spannung als das Finale

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Gerade einmal 2:19 Stunden braucht Rafael Nadal für seinen 14. Triumph bei den French Open. Eine Machtdemonstration des Spaniers, die Zeit lässt für eine ganz andere Spannung. Während des Finals in Roland Garros machen Gerüchte von seinem Rücktritt die Runde. Nach seiner Rede aber brandet Jubel auf.

Als Rafael Nadal den mächtigen Coupe des Mousquetaires um 17.46 Uhr in den sonnigen Pariser Himmel stemmte, fegte ein Jubelorkan über den Court Philippe Chatrier – und auch der spanische König Felipe VI. spendete begeistert und stehend Applaus.

Nadal, im Sandplatztennis auch ein König, hat in unnachahmlicher Manier seinen Thron in Paris zurückerobert und ist zum 14. Mal French-Open-Sieger. Der 36 Jahre alte Grand-Slam-Rekordchampion aus Spanien setzte sich mit einer Machtdemonstration im Finale mit 6:3, 6:3, 6:0 gegen den Norweger Casper Ruud durch. Das Spiel dauerte gerade einmal 2 Stunden und 19 Minuten. Was hinterher passieren würde, wurde vor allem im einseitigen dritten Satz spannender als das Spiel selbst.

Denn laut Eurosport machten Gerüchte die Runde, der König von Paris könnte seine Karriere beenden. 14 Triumphe in Roland Garros, 112:3-Siege bei diesem Turnier, eine Rede – und Schluss. Noch Mitte Mai hatte er nach seinem Achtelfinal-Aus beim Turnier in Rom eine Teilnahme in Paris selbst infrage gestellt. Zu stark waren die Schmerzen. Schon 2005 wurde bei dem Mallorquiner das Müller-Weiss-Syndrom diagnostiziert, eine degenerative Knochenkrankheit, bei der sich das Kahnbein im Laufe der Zeit deformiert beziehungsweise zurückbildet.

„Ich werde weiter kämpfen“

Zunächst einmal aber war der Verlierer dran mit seiner Ehrung und Rede. „Heute habe ich zu spüren bekommen, wie es ist, gegen dich hier in einem Finale zu spielen“, sagte Ruud: „Ich bin nicht das erste Opfer. Wir hoffen alle, dass du noch einige Zeit weitermachst.“ Und sprach damit aus, was sich wohl alle auf dem Platz und vor den TV-Bildschirmen erhofften.

Dann also Auftritt Nadal. Nach der spanischen Nationalhymne sagte er: „Es ist für mich kaum möglich, meine Gefühle zu beschreiben. Hier mit 36 Jahren noch einmal das Turnier zu gewinnen, das mir alles bedeutet, ist unglaublich.“ Er beglückwünschte Ruud und dessen Team, er dankte seinem Team und sagte, dass er ohne sie nie so lange weitergemacht hätte. Er reflektierte, dass dieses Jahr ein aufregendes sei. Es wirkte fast, als würde er es spannend machen wollen. Doch dann kündigte er an, erst einmal weiterzumachen: „Ich weiß nicht, was in der Zukunft passiert, aber ich werde weiter kämpfen.“ Der tosende Applaus zeigte, wie sehr sich das Publikum über diese Ankündigung freute.

„Ich habe mit einem betäubten Fuß gespielt, die Nerven wurden blockiert“, sagte Nadal nach der Partie in mehreren TV-Interviews. Wie lange er dies noch machen möchte und kann, ist ungewiss. Erst einmal will er es weiter versuchen. „Wir müssen eine andere Lösung finden. Wir werden in der kommenden Woche schauen, was möglich ist. Ich würde gerne weitermachen.“ Er hoffe, dass eine neue Therapie ab der kommenden Woche anschlage. Falls dies gelingt, wolle er auch in Wimbledon (ab 27. Juni) antreten. Ansonsten müsse er weitere, „größere“ medizinische Optionen wie eine Operation überdenken.

Nadal spielte gegen Ruud einmal mehr seine großen strategischen Fähigkeiten auf der roten Asche aus und ließ erstmals in seiner Karriere auf den Titelgewinn bei den Australian Open auch den Triumph in der französischen Hauptstadt folgen. Mit dem 22. Sieg bei einem Grand-Slam-Turnier baute er seinen Rekord aus. Seine langjährigen Rivalen Novak Djokovic aus Serbien, der den Mallorquiner im vergangenen Jahr im Halbfinale ausschaltete, und der Schweizer Roger Federer konnten bislang 20 Grand-Slam-Titel gewinnen.

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