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Klopp schäumt vor Wut wegen Saison der Gefahren

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Jürgen Klopp ist wütend. Aber so richtig. Der Liverpool-Coach wettert gegen die WM in Katar und den Spielplan für seine Mannschaft. Er sieht die Gesundheit der Spieler ernsthaft in Gefahr – und überrascht mit einem Vergleich mit dem Klima.

Für Jürgen Klopp und seinen FC Liverpool startet die neue Saison der Premier League mit einer machbaren Aufgabe: Am Samstag geht es um 13.30 Uhr zu Aufsteiger FC Fulham. „Jede Saison ist unterschiedlich, man weiß nie, was passieren wird“, sagte der Startrainer auf einer Pressekonferenz über die kommende Spielzeit.

Das war es dann aber mit der, nun ja, Klopp’schen Vorfreude auch schon. Der Liverpool-Manager wurde anschließend sogar richtig wütend. Denn seinen Spielern steht eine nie dagewesene Mammut-Saison bevor – und, so fühlt der deutsche Coach, es interessierte auf der ersten Spieltags-PK niemanden so wirklich. Im Winter findet bekanntlich die umstrittene WM in Katar statt, weshalb alle Ligen ihren Spielbetrieb pausieren. Danach geht es in England direkt weiter. Mit vollgepackten fünf Monaten, in denen die Entscheidungen in Liga, Pokal und Champions League fallen müssen.

Das sieht dann so aus: Am 12. November findet der 16. Spieltag der Premier League statt, am 21. November beginnt die Weltmeisterschaft, am 18. Dezember steigt das Finale – und auf den 26. Dezember ist bereits der 17. Liga-Spieltag terminiert. „Wenn man bei der Weltmeisterschaft ins Finale kommt und es gewinnt oder verliert, oder wenn man Dritter wird, ist man schon ziemlich beschäftigt, und dann beginnt eine Woche später der Rest direkt wieder“, beschwerte sich Klopp. Wenn alle Spieler nach der WM eine längere Pause hätten, wäre das Ganze kein Problem. Dem ist aber nicht so.

„Es ist wie mit dem Klima“

„Wenn ich anfange, darüber zu reden, werde ich richtig sauer“, wütete der deutsche Trainer weiter. „Mein Problem ist, dass zwar jeder weiß, dass es nicht richtig ist, aber niemand spricht so oft darüber, dass es geändert wird.“ Es müsse sich aber dringend etwas ändern, schließlich stehe die Gesundheit seiner Sportler auf dem Spiel. In der vergangenen Saison absolvierte der FC Liverpool 64 Spiele.

„Es ist wie mit dem Klima. Wir alle wissen, dass es sich ändern muss, aber niemand sagt, was wir tun müssen“, fuhr Klopp fort. Er schlug vor, dass sich FIFA, Premier League und der englische Fußballverband FA zusammen an einen Tisch setzen und „alle miteinander reden“. Dabei sollte das einzige Thema „der wichtigste Teil dieses Spiels sein, die Spieler“. Das Problem dabei sei auch, dass Trainer heutzutage immer kommen und gehen würden und sich deshalb keine Gedanken „über die langfristigen Auswirkungen“ machten, sondern ihre eigenen Interessen hätten. „Diese Weltmeisterschaft findet zum falschen Zeitpunkt und aus den falschen Gründen statt“, zog Klopp sein Fazit.

In der Bundesliga findet der letzte Spieltag vor der WM (der 15.) ebenfalls am 12. November statt, aber es geht erst am 21. Januar im neuen Jahr weiter. Fast einen Monat später als in England, wo auch 38 Ligaspiele im Jahr bestritten werden. Dennoch erklärte auch Klopps ehemaliger Weggefährte Christian Heidel, Sportchef vom FSV Mainz 05, am Dienstag, wie kritisch er auf den Terminkalender im Zusammenhang mit der WM in Katar blickt. „Dass unsere Fußballer im Sommer fast durchspielen, ist nicht mehr tragbar. Das geht irgendwann zulasten der Gesundheit“, sagte Heidel in einem Interview der Mediengruppe „Münchner Merkur tz“.

„Die Vergabe der WM bleibt für mich ein Witz“, fügte Heidel an, womit er bei Klopp sicherlich einen Unterstützer gefunden hätte. „Katar hat den Zuschlag für eine WM im Sommer 2022 bekommen. Nach der Wahl stellt man fest, dass es im Sommer überraschenderweise recht heiß in Katar ist und verlegt die WM einfach in den Winter. Der gesamte Weltfußball musste dann seinen Spielplan ändern. Das ist schon fast Comedy“. Für die Spieler der Premier League, da ist sich Jürgen Klopp sicher, wird diese Mammut-Spielzeit alles andere als witzig.

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