HomeSportIhr Gesamtwerk leidet: Claudia Pechstein muss nicht hinterherlaufen - Sport

Ihr Gesamtwerk leidet: Claudia Pechstein muss nicht hinterherlaufen – Sport

Dann aufhören, wenn es am Schönsten ist? Darauf pfeifen wir Menschen ja oft, weil wir uns gern an dem festkrallen, was wir gut können und nicht einsehen wollen, dass wir es irgendwann nicht mehr gut können. Diese Situation erleben wir bei großen Sportlerinnen und Sportlern immer wieder. Wenige von ihnen hören mit einem Mega-Triumph auf. Auch Claudia Pechstein hat diesen Zeitpunkt verpasst – um Jahre. Denn die jüngsten Ergebnisse der fast 50 Jahre alten Frau, die mangels nationaler Konkurrenz auch zuletzt für deutsche Meistertitel gut war, lassen den Schluss zu, dass Pechstein nicht mehr mit der schnellen Jugend der Welt mithalten kann.

Über 3000 Meter wurde sie am Wochenende in Polen im Weltcup Letzte, zudem gab sie im Massenstartrennen auf. Pechsteins Qualifikation für die Olympischen Winterspiele ist in Gefahr, am kommenden Wochenende entscheidet sich in Norwegen, ob sie noch nach Peking darf oder nicht.

[Mehr guten Sport aus lokaler Sicht finden Sie – wie auch Politik und Kultur – in unseren Leute-Newslettern aus den zwölf Berliner Bezirken. Hier kostenlos zu bestellen: leute.tagesspiegel.de]

Dass es eng wird für Claudia Pechstein ist keine Überraschung. Die 49 Jahre alte Berlinerin ist in ihrem Sport aber nicht im Begriff zu scheitern. Das ist sie bei der Bundestagswahl, als die Polizeihauptmeisterin als Direktkandidatin der CDU ihren Wahlkreis Treptow-Köpenick nicht gewinnen konnte. Sportlich scheitern kann sie aufgrund ihrer Vita als erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin der Geschichte nicht mehr. Claudia Pechstein wird zu Recht einmal darauf verweisen können, dass sie noch erfolgreicher hätte sein können, wenn sie der Weltverband – so wurde es festgestellt – nicht zu Unrecht mit dem Vorwurf des Blutdopings im Spätsommer ihrer Karriere gesperrt hätte.
Doch das andauernde beharrliche Hinterherlaufen der fünfmaligen Olympiasiegerin macht auch beim Zuschauen wenig Spaß. Der glücklose Teil eines großen Gesamtwerks – Pechstein holte ihre letzte olympischen Medaille vor 15 Jahren in Turin, den letzten WM-Titel 2004 – wird immer länger. Claudia Pechstein wird die Größte bleiben, ob sie nun nach Peking fährt oder nicht. Allerdings wird sie nicht als eine Sportlerin in die Geschichte eingehen, die immer Größe gezeigt hat. Dann hätte sie ihre Karriere inzwischen längst beendet.

RELATED ARTICLES

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

Most Popular