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HSV-Präsident reicht umstrittenem Investor die Hand

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Beim Hamburger SV ist mal wieder Krise. Nach dem Aus von Finanzvorstand Thomas Wüstefeld gerät nun auch Präsident Marcell Jansen heftig in die Kritik. Es gibt Rücktrittsforderungen, die der 36-Jährige von sich weist. Gleichzeitig geht er einen Schritt auf den umstrittenen Investor Klaus-Michael Kühne zu.

Marcell Jansen wurde lauter – und schaltete in den Verteidigungsmodus. Ja, beim Hamburger SV türmen sich die Probleme auf. Aber nein, an Rücktritt denkt der Vereinsboss nicht. „Ich werde mich nicht mit irgendetwas verheiraten – weil ich unabhängig bin. Und immer war und bleibe“, sagte Jansen, der nach dem krachenden Aus von Finanzvorstand Thomas Wüstefeld nun selber stark in die Kritik gerät. Und meckerte: „Hier in Hamburg wird alles immer ein bisschen kritisch gesehen.“

Jansen „kommt ins Straucheln“ schrieb die „Hamburger Morgenpost“, jetzt „muss Jansen folgen“ forderte das „Abendblatt“, und der „Kicker“ sah in der Krisen-PK im Zuge des Wüstefeld-Rücktritts einen „Auftritt der verpassten Chancen“ des ehemaligen Nationalspielers. Alles schaut beim HSV auf Jansen, Aufsichtsratsboss der AG und Präsident des Vereins. Doch der Mann, der jetzt schnell Lösungen finden muss, steht selbst massiv unter Druck.

Was wird aus dem 120-Millionen-Angebot von Milliardär Klaus-Michael Kühne? Was wird aus den auslaufenden Verträgen von Jonas Boldt, derzeit alleiniger Vorstand, und Trainer Tim Walter. Was wird aus der kostspieligen Stadionsanierung, um Spielort für die Heim-EM 2024 zu sein? Wer wird Nachfolger von Wüstefeld, der über all die Vorwürfe und Ungereimtheiten gestürzt ist? Jansen spielt auf Zeit. Man werde die „lange“ Winterpause „nutzen, um die ersten Weichen zu stellen.“ Und er gibt sich gelassen: „Es wird gerade vergessen, was gut läuft.“

Wüstefeld hat noch Anteile an der AG

Tatsächlich läuft es sportlich ja beim HSV, der Rest wird aber von all der Unruhe und den offenen Fragen überlagert. Vielleicht gibt es ja nach der Hauptversammlung der AG-Gesellschafter Ende November erste Antworten. Doch das Treffen ist pikant. Schließlich hält Wüstefeld noch rund fünf Prozent der Anteile, die er Kühne abgekauft hatte. Wegen des Kaufpreises kam es zum Bruch der beiden Manager.

Der „Krach zwischen zwei Gesellschaftern und der Fakt, dass Herr Kühne einen Kopf gefordert hat, hat natürlich Einfluss auf den Aufsichtsrat genommen“, sagte Jansen. Der 36-Jährige steht Kühnes Angebot – im Gegensatz zu Boldt – eher skeptisch gegenüber. Schließlich öffnet der Logistikunternehmer seinen Geldschrank nur unter gewissen Bedingungen – eine wurde durch den Rücktritt von Wüstefeld gewissermaßen „erfüllt“.

Nun machte Jansen einen Schritt auf den bei den Fans umstrittenen Kühne zu. „Wenn er dem HSV helfen möchte, ohne ‚Macht‘ zu fordern oder ‚Ansprüche zu stellen'“, sagte er, „dann wären wir ja bescheuert, wenn wir das nicht annehmen würden.“

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