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Hinteregger organisiert mit Rechtspopulisten Turnier

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Martin Hinteregger konnte zuletzt auf dem Fußballplatz kein Reden von sich machen, der Verteidiger von Eintracht Frankfurt muss verletzt mit ansehen, wie seine Teamkollegen den Sieg in der Europa League erspielen. Doch abseits des Platzes ist der Österreicher aktiv – und fällt mit einem unschönen Geschäftspartner auf.

Martin Hinteregger ist Fan-Liebling bei Eintracht Frankfurt. Der Verteidiger, der aufgrund einer Verletzung das Finale der Europa League verpasste, hat längst Kult-Status erreicht. Inklusive eigenem „Hinti“-Song. Doch dieser Nimbus könnte nun bröckeln. Nicht nur, weil er zuletzt der „Kronen-Zeitung“ erzählte, es sei „sehr viel in die Brüche gegangen“. Der Klub habe ihm „im Spätherbst und zwischen den Viertelfinal-Spielen gegen Barcelona gesagt, dass ich im Sommer gehen soll“, klagte er in der Zeitung. Sondern vor allem, weil der Österreicher bei der Organisation eines Fußballturniers mit bekannten Rechten zusammenarbeitet.

Der „Hinti-Cup“, ein Hobbyturnier von und mit dem 29-Jährigen, findet im österreichischen Kärnten statt. „Wir feiern vom 16. bis 19. Juni 2022 in Sirnitz meine 2 Welten, meine 2 Herzen und verbringen alle gemeinsam ein lässiges und noch nie dagewesenes Wochenende im Zeichen des Fußballs, der geilsten Musik sowie der länderübergreifenden Verbundenheit“, heißt es von Hinteregger auf der Website der Veranstaltung. Geplant sind Fußball und Musik. Viele Konzerte stehen auf dem Programm, unter anderem sollen DJ Ötzi und Vega auftreten. Der Frankfurter Rapper ist Teil der Eintracht-Szene und schreibt auch Texte über den Klub. Das Festival lockt offenbar viele Fans aus Frankfurt an.

Doch das lange Wochenende dürfte nun weniger spaßig ausfallen als geplant. Denn der österreichische Journalist Michael Bonvalot deckt auf, dass Hinteregger das Turnier mit einem fragwürdigen Partner organisiert: dem früheren Grazer FPÖ-Gemeinderat Heinrich Sickl. Bonvalot nennt ihn ein „überaus bekanntes Gesicht der österreichischen Rechtsaußen-Szene“.

Sickl soll bereits in seiner Jugend Verbindungen in die extrem rechte Szene gehabt haben. So sei er mit gerade einmal 17 Jahren Mitglied der verbotenen deutschen Neonazi-Organisation „Nationalistische Front“ gewesen. In den vergangenen Jahren hat er sich als Unterstützer der Identitären Bewegung gezeigt. Bei Aufmärschen der Neurechten habe er unter anderem beim Ordnungsdienst mitgearbeitet, heißt es. Zudem soll er der Gruppe Räume vermietet und Geld gespendet haben. Sogar mit der zentralen Person der Neurechten, Götz Kubitschek, soll er den Recherchen zufolge Veranstaltungen organisiert haben.

Sirnitz hat nicht einmal 300 Einwohner

Es ist unklar, wie genau Hinteregger seinen Geschäftspartner kennt. Die sind er und Sickl aber definitiv, denn gemeinsam mit einer Gastronomin gründeten sie die „Hinti Event GmbH“. Sickl war bis zum Donnerstagmorgen auch als Pressekontakt auf der Website angegeben, wurde mittlerweile aber ersetzt.

„Es ist eher unwahrscheinlich, dass Hinteregger nicht mindestens eine Ahnung davon hat, mit wem er da zusammenarbeitet“, so Bonvalot. Der Ort Sirnitz zählt weniger als 300 Einwohner, zudem ist Hintereggers Vater Franz der Leiter des Gemeindeamts. So dürfte Hinteregger zumindest wissen, dass Sickl FPÖ-Mitglied ist, wie schon dessen Mutter Elisabeth, die für die rechtspopulistische Partei von Februar bis April 2000 auch Bundesministerin für Arbeit, Gesundheit und Soziales war. Aufgrund einer Umstrukturierung wechselte sie anschließend ins Amt der Bundesministerin für soziale Sicherheit und Generationen, musste dieses aber bereits im Oktober 2000 auf Wunsch ihrer Partei verlassen. Elisabeth Sickl gehört das Schloss Albeck, auf dem beim „Hinti-Cup“ einige Konzerte stattfinden werden.

Hinteregger hat sich bislang nicht zur Recherche geäußert. Eintracht Frankfurt kündigte an, sich ein Bild machen zu wollen und sich dann zu äußern.

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