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Hinteregger empört sich über Recherche zu „Hinti Cup“

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Eintracht-Frankfurt-Profi Martin Hinteregger organisiert in seiner Heimat ein Event für Hobbyfußball und Konzerte. Was ein spaßiges langes Wochenende werden soll, ist nun offen. Denn eine Recherche deckt Geschäftsverbindungen des Fußballers zu einem Rechtspopulisten auf. Hinteregger reagiert empört – und handelt schnell.

Martin Hinteregger hat mit Empörung auf die Recherchen über ihn und seine Geschäftsbeziehung zu einem Rechtspopulisten reagiert. „Es ist unglaublich, dass ein Unbekannter solche Dinge über mich behaupten kann“, schreibt der Fußball-Profi von Eintracht Frankfurt bei Instagram über den Journalisten Michael Bonvalot. Der Österreicher hatte auf seinem Blog Recherchen über den österreichischen Nationalspieler veröffentlicht.

Es geht um den „Hinti-Cup“, bei dem ein Hobby-Fußballturnier sowie Konzerte stattfinden sollen. Geplant ist er in der kommenden Woche im österreichischen Kärnten, in Hintereggers Heimatort Sirnitz. Der 29-Jährige organisiert diesen gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Heinrich Sickl, hat mit ihm und einer Gastronomin die „Hinti Event GmbH“ gegründet. Sickl ist FPÖ-Politiker, der durch Verbindungen in die rechte Szene auffällt. Bonvalot nennt ihn ein „überaus bekanntes Gesicht der österreichischen Rechtsaußen-Szene“. Sickl soll den Recherchen zufolge bereits unter anderem mit Götz Kubitschek, der zentralen Person der Neurechten, Veranstaltungen organisiert haben.

Hinteregger widerspricht Bonvalot, der erklärt, es sei „eher unwahrscheinlich, dass Hinteregger nicht mindestens eine Ahnung davon hat, mit wem er da zusammenarbeitet“. Denn Sirnitz habe keine 300 Einwohner und Hintereggers Vater Franz ist der Leiter des Gemeindeamts. „Ich habe keine Kenntnisse über vergangene oder zukünftige Aktivitäten seitens der Familie Sickl, ich möchte lediglich ein Fußballturnier stattfinden lassen, und mehr nicht“, so Hinteregger.

„Geschäftsbeziehung mit sofortiger Wirkung abgebrochen“

Des Weiteren verteidigt Hinteregger sich und Sickl: „Ich bin ebenso wie die Familie Sickl in Sirnitz verwurzelt, ich möchte meinen Fans, Gönnern und Unterstützer von Kindesbeinen an mit dem ‚Hinti-Cup‘ meine Wertschätzung zeigen und mich bedanken, und habe mich aus diesem Grund um eine geeignete Location umgesehen.“ Zur Familie Sickl gehört auch Elisabeth Sickl, die Mutter Heinrichs. Sie war im Jahr 2000 für einige Monate Bundesministerin für die FPÖ. Ihr gehört das Schloss Albeck, auf dem die Konzerte stattfinden sollen. „Dass sich das Schloss Albeck, das Anwesen und die Umgebung bestens dafür eignen, ist naheliegend“, begründet Hinteregger die Wahl. „In den letzten 35 Jahren gab es im Schloss Albeck unzählige Konzerte, Ausstellungen und Theateraufführungen von nationalen und internationalen Künstlern, wie [Schauspieler, Anm. d. Red.] Otto Schenk, [Liedermacher, Anm. d. Red.] Bluatschink, [Geigerin, Anm. d. Red] Franziska Pietsch und vielen weiteren mehr.“

Hinteregger schreibt weiter: „Ich habe durch meine Zeit im Profifußball und auch privat Freunde auf der ganzen Welt, und weise Anschuldigungen, dass ich rechts orientiert bin, klar ab, und setze mich weiter gegen jegliche Art der Diskriminierung ein!“ Allerdings betont Bonvalot in seiner Veröffentlichung: „Hinteregger wird in diesem Artikel keinerlei einschlägige Gesinnung unterstellt.“

Damit ihm nicht unterstellt werden kann, er würde sich mit Rechtspopulisten gemein machen, wendet er sich trotz der vorangegangenen Verteidigung der Familie Sickl von seinem Geschäftspartner ab. „Jegliche Geschäftsbeziehung zur Familie Sickl wird aufgrund des aktuellen Wissensstandes mit sofortiger Wirkung abgebrochen, und die Veranstaltung ‚Hinti-Cup‘ wird alternativ geprüft, um eine weitere Vorgehensweise zu klären.“ Sickl war bis Donnerstagmorgen als Pressekontakt auf der Veranstaltungswebsite angegeben, wurde aber bereits ersetzt. Ob der „Hinti-Cup“, zu dem auch DJ Ötzi und der Frankfurter Rapper Vega erwartet wurden, also wirklich stattfindet, ist wohl offen.

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