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Haaland beschenkt sich bei Traum-Debüt doppelt

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Doppelpack, drei Punkte, Traumdebüt: Erling Haaland beweist, dass er auch die „Schmerzen“ der Premier League ertragen kann und schießt West Ham im Alleingang ab. Tipps dafür holt er sich bei einer Stürmer-Ikone. In seiner Heimat sieht der Norweger sich aber mit Kritik konfrontiert.

Auf dieses Debüt warten Millionen Menschen weltweit. Erling Haaland, mit Kylian Mbappé wohl der begehrteste Fußballer auf diesem Planeten, streift sich erstmals in der Liga das Trikot von Manchester City über, das er schon als Kind trug. Nachdem der Norweger bei der 1:3-Pleite gegen Jürgen Klopps FC Liverpool im Community Shield nicht überzeugen konnte, möchte er es in der Premier League unbedingt besser machen. In seinem ersten Ligaspiel für den BVB erzielte der Norweger bekanntlich sogar einen Hattrick in 23 Minuten.

Die Reds, der Klub wird wohl auch in diesem Jahr der ärgste Konkurrent für City im Kampf um die Krone in der Premier League sein, gaben dem Meister mit dem 2:2 in Fulham bereits die erste Steilvorlage im Titelkampf. Diese nutzen die Skyblues beim dominanten und spielfreudigen 2:0 (1:0)-Sieg bei West Ham United eiskalt. Der Mann des Spiel heißt, wie sollte es anders kommen, natürlich Erling Braut Haaland.

Lass dich feiern: Erling Haaland nach seinem ersten Ligator.

(Foto: IMAGO/PA Images)

Der 22-Jährige der im Sommer für rund 75 Millionen Euro von Borussia Dortmund nach Manchester gewechselt war, machte sich vor seinem Auftakt in England auf höhere Anforderungen als in der Bundesliga gefasst – und sogar auf „ein paar Schmerzen“. Im Gespräch mit „The Athletic“ prophezeit der Norweger: „Ich denke, es wird etwas körperlicher, mit höherem Tempo. Es ist eine sehr physische Liga, und es wird hart werden. Aber mein Körper ist bereit – und ein gutes Duell ist immer etwas Feines.“

Haaland macht, was Haaland macht

Der Norweger hat sich deshalb extra noch ein paar Tipps „von diesem Mann“ abgeholt und postete auf Instagram ein gemeinsames Foto mit Englands Stürmer-Ikone Alan Shearer. Die Ratschläge scheinen geholfen zu haben. Haaland, der eine exquisite Torquote in Dortmund (62 Treffer in 67 Ligaspielen) und bei RB Salzburg (17 in 16) vorweisen kann, hält sich auch in Manchester nicht lange mit dem Toreschießen zurück.

Anfangs legt jedoch West Ham los wie die Feuerwehr, erst nach 10 Minuten fangen sich die Skyblues und übernehmen das Zepter. Als Kevin de Bruynes Schuss links am Kasten der Hammers vorbeirauscht ist eine knappe Viertelstunde gespielt und von Haaland ist noch nichts zu sehen. Nach 20 ist es dann aber soweit: Der Norweger sieht eine Flanke von Phil Foden in den Strafraum segeln, steigt hoch – doch verpasst den Ball um Zentimeter. Noch ist das Glück nicht auf der Seite des Sturmjuwels.

Aber diese erste Aktion ist bereits ein Beweis dafür, dass die Skyblues einen wichtigen Transfer gelandet haben. Für das ohnehin schon stets offensiv starke City soll Haaland einen noch variableren und gefährlicheren Angriff bedeuten. „Jetzt haben wir auch noch die Alternative, Flanken in den Strafraum zu schlagen und wissen, dass wir da wirklich einen kopfballstarken Spieler haben“, sagte sein etwa Ilkay Gündogan zuletzt.

Nach 36. Minuten ist es dann soweit. Haaland macht, was Haaland eben so macht. Tore schießen. Der Torjäger erläuft einen tiefen Pass, stiefelt in seiner unnachahmlichen Art los, legt die Kugel an Keeper Alphonse Areola vorbei – und wird am Fünfmeterraum gelegt. Den fälligen Strafstoß übernimmt der Gefoulte natürlich höchstpersönlich und netzt eiskalt im linken unteren Eck ein. Der ehemalige Borusse wird von seinen neuen Mitspielern umringt, der Bann ist früh gebrochen. „Ich habe die Liga schon immer geschaut. Jedes Spiel erlebt seine eigene Geschichte“, sagt er vor dem Spiel und nun hat der Torjäger sich selber in die Bücher eingetragen.

Doppelpack für Traumdebüt

In der zweiten Hälfte lassen die Skyblues nicht nach. Haaland spielt in der 56. Minute einen tollen Konter mit Gündogan und de Bruyne heraus, aber der deutsche Nationalspieler schließt nach dem Pass des Norwegers nicht selbst ab, sondern versucht ihn noch mal in Szene zu setzen. Das misslingt genauso wie Haalands Grätsche nur sechs Minuten später, als de Bruynes scharfen Pass vors Tor nur knapp verpasst.

Aber Haaland wäre nicht Haaland, wenn er nicht noch einen im Köcher hätte. In der 65. bedient wieder der Beliger den Norweger. Diesmal bekommt Haaland den Pass musstergültig in den Vollsprint serviert, cool schiebt er links unten ein und dreht zum Jubelsprung ab. Doppelpack zum Auftakt in der Premier League. Traumdebüt! In der 78. Minute darf der Mann des Matches dann gemütlich zur Bank schlendern und sich feiern lassen.

Nach dem erfolgreichen Debüt wird selbst der besessene Haaland mal durchatmen können. „Ich glaube, ich kann alles verbessern“, hatte er sich in „The Athletic“ noch selbstkritisch geäußert. „Ich vergebe ständig Chancen mit meinem linken Fuß.“ Danach fragt nach dem ersten Ligasieg und dem ersten Tor heute niemand.

Aber alle Kritikern wird Erling Haaland dennoch nicht besänftigen können. Der Norweger sieht sich in seiner Heimat mit Anfeindungen konfrontiert, weil er nun für „dreckiges Blutgeld“ spiele. Die Kritiker verweisen damit auf die Menschenrechtsverletzungen der Vereinigten Arabischen Emirate, City gehört mehrheitlich der Abu Dhabi United Group Investment.

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