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Golf-Superstar will auch an saudische Millionen

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Wenn die von königlich saudischen Millionen auf ein beeindruckendes Volumen aufgeblasene LIV-Serie für Profi-Golfer startet, wird auch einer der Superstars der Szene abschlagen: Phil Mickelson kehrt extra für die umstrittene Millionen-Veranstaltung zurück.

US-Golfstar Phil Mickelson will nun doch beim Auftaktturnier der umstrittenen neuen Tour LIV Golf Invitational Series starten. „Ich bin begeistert, bei LIV Golf zu beginnen“, teilte der sechsmalige Major-Sieger via Twitter mit. „Ich bin bereit zurückzukommen, um das Spiel zu spielen, das ich liebe. Aber nach 32 Jahren ist dieser neue Weg ein Neuanfang.“ Das erste von acht Turnieren der aus Saudi-Arabien finanzierten Tour startet an diesem Donnerstag in London. Auch Deutschlands Top-Golfer Martin Kaymer steht beim Auftakt-Event der millionenschweren Tour auf der Startliste.

Für den 51-jährigen Mickelson ist es das erste Golf-Turnier seit seiner selbstgewählten Auszeit Anfang Februar. „In erster Linie möchte ich mich noch einmal bei den vielen Menschen entschuldigen, die ich vor einigen Monaten mit meinen Äußerungen beleidigt und verletzt habe“, schrieb Mickelson weiter auf Twitter. Zuvor hatte der Kalifornier mit der nordamerikanischen PGA-Tour gebrochen und mit einem Start bei der neuen LIV-Tour geliebäugelt. Die US-Tour kritisierte er für zu wenig Veränderung und warf ihr unter anderem „widerwärtige Gier“ vor.

„Jeder von uns macht mal Fehler“

Die neue Golf-Serie steht wegen des Millionen-Investments aus Saudi-Arabien in der Kritik. Hintergrund ist, dass das wegen Menschenrechtsverletzungen kritisierte Land mit lukrativen Sportveranstaltungen versucht, sein Image aufzubessern. Die Einladungsturniere der Konkurrenzserie zur PGA-Tour und der DP World Tour (ehemals European Tour) werden über drei statt vier Tage gespielt. Zudem sind die Veranstaltungen mit sehr hohen Preisgeldern ausgestattet. Allein das Turnier in London ist mit 20 Millionen US-Dollar dotiert – der Sieger bekommt vier Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Bei der Ende Mai ausgespielten PGA Championship, einem der wichtigsten Turniere der PGA Tour, musste Sieger Justin Thomas vier Runden spielen, um am Ende mit 2,7 Millionen Dollar wieder abzureisen.

Kaymer, seit acht Jahren ohne Sieg auf der Tour, leugnet zumindest den finanziellen Anreiz nicht, erklärt seine Hauptmotivation aber anders: „Ich sehe die Möglichkeit, dass man Golf mit kürzeren Turnieren für Jugendliche interessanter gestalten kann. Ich will einfach schauen, wie sich ein solches Turnier anfühlt.“

Zwei Milliarden Dollar stehen für die zweifelhafte Imagekampagne Saudi-Arabiens auf den edelsten Golfanlagen dieser Welt zur Verfügung. Dubioser Propagandist und Gesicht der neuen Tour ist Australiens Golf-Idol Greg Norman. Der 67 Jahre alte Queensländer wischt alle politischen Vorbehalte gegen seinen arabischen Geldgeber hemdsärmelig vom Tisch. „Jeder von uns macht mal Fehler“, kommentierte der einstige „Great White Shark“ Hinweise auf den Mord im Regierungsauftrag am Journalisten Jamal Khashoggi. Und auch nach den vielen Hinrichtungen im März sei er von Freunden und Bekannten bestärkt worden, „einfach weiterzumachen“. Denn die einstige Nummer eins der Welt, selbst längst Multimillionär, sieht sich bei dem Projekt auf einer bemerkenswerten Mission: „Nennen Sie mir das letzte Mal, als jemand es geschafft hat, zwei Milliarden Dollar Investment im Golf hinzubekommen.“

Die PGA und auch die DP World Tour hatten bereits angedroht, Teilnehmer der LIV-Serie zu sanktionieren. Wie diese Strafen ausfallen könnten, ist aber noch offen.

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