Aktuelle Deutschland Nachrichten

Final-Pleite bereitet DFB-Trainerin noch Bauchweh

0 5

Das Finale der Europameisterschaft geht unglücklich gegen die Gastgeberinnen aus England verloren. DFB-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg ist ob der Nicht-Elfmeter-Entscheidung noch immer unzufrieden. Mit ihrem Team ist sie dagegen sehr zufrieden. Für die WM im kommenden Jahr könnte der Kader so bleiben.

Kurz vor dem Urlaub auf Mallorca hat Fußball-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg immer noch an der Final-Niederlage gegen England zu knabbern. „Wenn ich das Turnier als Ganzes anschaue, überwiegt die Freude. Vor allem darüber, wie wir aufgetreten sind. Die Art und Weise, wie wir das Finale verloren haben, sorgt aber immer noch für Bauchweh“, sagte die 54-Jährige der „Mallorca Zeitung“.

Im Zentrum der Diskussionen steht ein potenzieller Hand-Elfmeter in der 26. Minute beim Stand von 0:0, den der VAR zwar überprüft, den sich Schiedsrichterin Katarzyna Monsul aber nicht noch einmal auf Bildern angeschaut hatte. Die englische Kapitänin Leah Williamson hatte den Ball kurz vor der Torlinie an den Arm bekommen. Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalteams im DFB, hatte die Entscheidung als „unverständlich“ bezeichnet, „das macht es noch bitterer“.

Voss-Tecklenburg – die am Sonntag ihren Urlaub auf Mallorca beginnt – freut sich dagegen über den Hype, den die EM für den Frauenfußball ausgelöst hat. „Jürgen Klopp hat mir geschrieben. Er kennt es ja, Endspiele zu verlieren … Er hat mir gesagt: „Martina, bleibt auf eurem Weg. Ihr spielt einen fantastischen Fußball.“ Er liebt unseren Spielstil. Das von ihm zu hören, tut uns unglaublich gut. Die Fans denken, wenn das Klopp cool findet, will ich das auch unbedingt anschauen.“

„Gern mit jeder einzelnen Spielerin weitermachen“

Mit Blick auf die Fußball-WM im kommenden Jahr in Australien und Neuseeland will sie zeitnahe Gespräche mit ihrer Mannschaft führen. Sie werde mit den älteren Spielerinnen in den Dialog gehen, um „zu fragen: Wie stellt ihr euch das vor? Ich würde gerne mit jeder einzelnen Spielerin weitermachen, aber vielleicht haben sie auch andere Vorstellungen“, sagte Voss-Tecklenburg dem „Kicker“: „Wir haben in knapp vier Wochen auch schon wieder eine Abstellungsperiode für die WM-Qualifikation.“

Die Europameisterschaft in England und das Finale in Wembley sei „mit Blick auf die WM total wertvoll“. Vor allem für die jungen Spielerinnen. „Wenn wir dann wieder um den Titel mitspielen wollen, hilft uns diese Turniererfahrung. Ich glaube wirklich, dass wir mit dieser Mannschaft das Potenzial haben, Titel zu gewinnen“, sagte Voss-Tecklenburg.

„Keine Frage des Geschlechts“

Peter Knäbel, Sportvorstand des FC Schalke 04, hat die Bundestrainerin zuletzt auch ins Gespräch für einen Job bei den Männern in der Bundesliga gebracht. „Wir haben genügend Frauen, die das Potenzial haben, in der Bundesliga durchzustarten. Der Männerfußball muss sich öffnen“, sagte Voss-Tecklenburg ebenfalls der „Mallorca Zeitung“ dazu. „Wir sind bereit dafür. Es ist keine Frage des Geschlechts, sondern der Qualität. Ich finde es traurig, dass es heute immer noch die Fragestellung gibt: Trauen Sie es ihr zu?“ Vorerst will die Bundestrainerin sich aber weiter auf die Nationalmannschaft konzentrieren, mit der sie weitere Erfolge feiern will.

Für Voss-Tecklenburg platzt durch die Pleite übrigens auch der Traum eines Eigenheims auf Mallorca. Ihr Mann Hermann Tecklenburg hatte versprochen, eine Finca zu kaufen, wenn es mit dem EM-Titel klappt. Nun hat er aber die gleiche „Erfolgsprämie“ für die WM ausgeschrieben: „Da die EM wegen Corona verschoben wurde, steht die WM schon nächstes Jahr an. Das heißt, wenn wir jetzt anfangen, uns umzuschauen, könnte es zeitlich klappen“, so die Bundestrainerin, die seit vielen Jahren Urlaub auf der Insel macht.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen. Annehmen Weiterlesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinie