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FC Chelsea entledigt sich Abramowitschs Erbe

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Die neue Führung des FC Chelsea forciert nach der Trennung des Klubs vom russischen Oligarchen Roman Abramowitsch die Neuaufstellung: Mit Marina Granowskaja muss eine Vertraute des langjährigen Klubbesitzers gehen. Als Nachfolger [beim Tuchel-Klub] soll ein ehemaliger Vorgesetzter Jürgen Klopps im Fokus stehen.

Nach der Übernahme durch ein Konsortium um den US-Geschäftsmann Todd Boehly ist beim englischen Fußball-Erstligisten FC Chelsea die Führungsetage ausgetauscht worden. Sportdirektorin Marina Granowskaja, gebürtige Russin, muss ihren Posten räumen, wie der Premier-League-Verein mitteilte. Boehly wurde derweil mit sofortiger Wirkung zum Vorstandsvorsitzenden des Klubs des deutschen Trainers Thomas Tuchel ernannt.

Granowskaja war die engste Vertraute des langjährigen Klub-Besitzers Roman Abramowitsch, der sich im Mai endgültig mit den US-Investoren auf den Verkauf für ca. 2,9 Milliarden Euro – plus weitere 2,1 Millionen Euro als Investment in den Klubgeeinigt hatte. Seit 25 Jahren arbeitet sie für den ehemaligen Chelsea-Besitzer, der den Klub wegen gegen ihn verhängter Sanktionen verkaufen musste.

Englische Medien hatten im Mai noch berichtet, dass die Russin auch unter der neuen Führung im Klub bleiben könnte. Nun soll sie dem Klub nur noch für die Dauer des aktuellen Transferfensters zur Verfügung stehen, soweit dies zur Unterstützung des Übergangs erforderlich ist, hieß es in der Mitteilung. „Wir danken Marina für ihre langjährigen hervorragenden Dienste für den Klub und wünschen ihr alles Gute für ihre zukünftigen Unternehmungen“, so Boehly.

„… und das ist natürlich Marina“

Im Rahmen des Transfers von Timo Werner zum FC Chelsea beschrieb Klublegende Petr Cech, der inzwischen als Berater für den Verein tätig ist, den Stellenwert Granowskajas: „In unserem Klub gibt es nur eine Person, die dafür sorgt, dass Dinge über die Bühne gehen, und das ist natürlich Marina“. 2021 wurde Granowskaja im Rahmen des Golden Boy Awards zum besten Klubdirektor im europäischen Fußball gekürt. Die Russland-Kanadierin beschaffte dem FC Chelsea auch den Ausrüster-Deal über 15 Jahre mit dem US-Konzern Nike, der dem Londoner Club bis 2032 sagenhafte 60 Millionen Pfund (66 Millionen Euro) pro Saison beschert.

Granowskaja galt als eine der einflussreichsten Frauen im Weltfußball, die 47-Jährige entschied beim Champions-League-Sieger von 2021 über Transfers und Trainer. Seit 2013 fungierte die Russin als Direktorin des Klubs – und bewegte in dieser Zeit gewaltige Summen: 2021 wurde Romelu Lukaku durch einen Ablösesumme von 113 Millionen Euro zum teuersten Spieler der Klubgeschichte. 2019 hatte man unter Granowskajas Ägide Eden Hazard für 115 Millionen Euro zu Real Madrid transferiert.

Alleine im Transfersommer 2020 gab der FC Chelsea für die deutschen Stars Kai Havertz und Timo Werner, sowie Ben Chilwell, Hakim Ziyech und Edouard Mendy knapp 250 Millionen Euro für Neuzugänge aus – mit Erfolg: Durch ein 1:0 über Manchester City gfeierte der FC Chelsea den langersehnten Champions-League-Triumph, in den der langjährige Klubbesitzer Roman Abramowitsch viele Milliarden Euro investiert hatte.

Klopps Transferchef als Nachfolger?

Der deutsche Trainer Thomas Tuchel, der den FC Chelsea 2020 von Klublegende Frank Lampard übernommen und dann erst zur Champions-League-Qualifikation und dann zum Titel geführt hatte, hat seinen Job auch maßgeblich der einst mächtigen Russin zu verdanken: Dass es sich Lampard mit Granowskaja verscherzt hatte, soll am Ende den Ausschlag für den Trainerwechsel gegeben haben.

Granowskaja war auch maßgeblich am wachsenden Erfolg der Frauenmannschaft des Vereins beteiligt, die sich in dieser Saison zum dritten Mal in Folge den Meistertitel sichern. 2021 stand auch das Frauen-Team im Finale der Champions League, unterlag dort aber dem FC Barcelona.

Als Nachfolger für Granowskaja soll die neue Führung des Klubs einen einst engen Vertrauten Jürgen Klopps ins Auge gefasst haben: Liverpools ehemaliger Transferchef Michael Edwards ist nach Informationen von ESPN der Spitzenkandidat für den Posten des Sportdirektors an der Stamford Bridge. Edwards spielte in seiner Zeit als technischer Direktor eine Schlüsselrolle bei der Verpflichtung Klopps im Jahr 2015, bevor er nach seiner Beförderung zum Sportdirektor im Jahr 2016 die vergleichsweise günstigen Transfers der späteren Champions-League-Sieger Mohamed Salah, Sadio Mané, Andy Robertson realisierte. Nachdem Edwards im November letzten Jahres angekündigt hatte, seinen Posten in Anfield aufgeben zu wollen, wird er den FC Liverpool nach Ablauf seines Vertrags in diesem Sommer verlassen.

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