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Dopingschatten lastet auf Olympia-Held

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Aufregung zum Eishockey-Saisonstart: Yannic Seidenberg, einer der Olympia-Helden von Pyeongchang 2018, steht unter Dopingverdacht. Der 38-Jährige wird suspendiert. Sein ehemaliger Teamkollege Moritz Müller kann sich derweil nicht vorstellen, dass Seidenberg mit Absicht gedopt hat.

Der Saisonstart in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) wird vom Dopingverdacht gegen den Ex-Nationalspieler Yannic Seidenberg überschattet. Die Nationale Anti-Doping-Agentur (NADA) hatte nach Angaben des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) vom Mittwochabend „bei einer Trainingskontrolle ein von der Norm abweichendes Analyseergebnis“ beim Abwehrspieler festgestellt. Der ehemalige Auswahlspieler wurde deshalb vorläufig mit dem Datum vom 14. September 2022 von der NADA gesperrt. Sein Klub, der EHC Red Bull München, hatte den Spieler daraufhin vorerst suspendiert.

Derweil bekommt der 173-malige Auswahlspieler Unterstützung von einem ehemaligen Kollegen. DEB-Kapitän Moritz Müller nimmt Seidenberg in Schutz. „Ich kenne keine näheren Details. Ich weiß aber, dass Yannic kein Doper ist“, sagte Müller nach dem 6:3 seiner Kölner Haie am Donnerstagabend zum Saisonauftakt gegen den EHC Red Bull München. „Wenn jemand wissentlich dopt, dann gehört er gesperrt. Das ist bei Yannic nicht der Fall. Da wird irgendwas gewesen sein, von dem er nichts wusste.“

„Es findet gerade schon ein bisschen eine Vorverurteilung statt, ohne zu wissen, was eigentlich genau passiert ist“, beklagte Müller, der einst mit Seidenberg in Köln und jahrelang im Nationalteam gespielt hat. Zusammen hatten beide 2018 eine beeindruckende Heldenreise gekrönt und die Olympische Silbermedaille bei den Spielen im südkoreanischen Pyeongchang gewonnen. „Yannic ist ein toller Sportsmann und immer tadelloser Profi gewesen. Wir haben lange und auch eng zusammengespielt, um zu wissen, dass Yannic ein Musterprofi ist“, so Müller. „Ich kann es mir nicht anders erklären, als dass er unwissentlich irgendetwas genommen hat. Das macht einen nicht unbedingt unschuldig, aber ich bin mir sehr sicher, dass da kein Vorsatz dabei war.“

Der DEB, der EHC Red Bull München und auch Seidenberg selbst wollen sich derzeit nicht weiter zu dem Fall äußern. „Es hat ihn sehr getroffen“, berichtete der 35 Jahre alte Müller, der nach eigener Aussage am Morgen des ersten Saisonspiels mit Seidenberg kurz gesprochen hatte. Laut seinem Anwalt Rainer Cherkeh kooperiere Seidenberg bei der Aufklärung des Falls in vollem Umfang mit der Nada.

Sportlich betrachtet startete die Saison mit einer dicken Überraschung. Der Sieg der Kölner gegen den großen Titelfavoriten aus München war ein echtes Statement. Vor 13.177 Zuschauern nutzten den Gästen auch die frühe Führung durch Andreas Eder (4. Minute) und Nationalkeeper Mathias Niederberger nichts. Der Neuzugang vom Meister Eisbären Berlin kassierte in der Folge zwei Doppelpacks von Maximilian Kammerer (16./33.) und Marc-Louis Aubry (39./47.) sowie einen weiteren Treffer von Brad Austin (48.). Bei Jon Matsumotos sechstem Kölner Tor (57.) hatte Niederberger das Eis zugunsten eines weiteren Feldspielers verlassen. Patrick Hager (51.) und Austin Ortega (59.) verkürzten lediglich für München.

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