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Diese Formel-1-Fahrer bangen um ihr Cockpit

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Neue Regeln, neue Autos, neue Rennen – und trotzdem keine Schonzeit! Obwohl erst sieben Rennen der Formel-1-Saison 2022 absolviert sind, kämpfen einige Fahrer schon jetzt um ihren Job. Bei einigen Piloten ist die Lage aussichtslos. Andere taumeln, sind aber noch lange nicht k.o.! sport.de nimmt vier Fahrer unter die Lupe, die um ihre Zukunft in der Königsklasse bangen müssen.

Daniel Ricciardo (McLaren/Vertrag bis Ende 2023): Seine bisherige Saison ist ein einziges Desaster. Der Australier steht mit dem MCL36 auf Kriegsfuß. Der Wagen macht besonders in langsamen Kurven nicht das, was Ricciardo gerne hätte. Und so verliert er auf jeder Strecke Zeit auf die Konkurrenz. Niederschmetternd ist vor allem der Vergleich zum eigenen Teamkollegen. Lando Norris fuhr bisher 82 Prozent aller McLaren-Punkte ein und ist im Qualifying im Schnitt sechs (!) Zehntel pro Runde schneller. Bei kaum einem anderen Team ist das Leistungsgefälle größer.

Gleichzeitig wird der Australier für seine Dienste aber fürstlich entlohnt. Rund 15 Millionen Euro soll er pro Saison kassieren. Gemessen an seinen Ergebnissen ist er damit im Moment der „überbezahlteste“ Fahrer der Königsklasse. Dass er von seiner eigenen Teamführung zuletzt regelrecht an die Wand genagelt wurde, sagt viel über das Geschehen hinter den Kulissen aus. Die Message von Zak Brown und Co. ist deutlich: So kann es nicht weitergehen.

Aber wie kann es weitergehen? Das Vertragsverhältnis zwischen Ricciardo und McLaren ist nebulös. Sein Arbeitspapier läuft bis zum Ende der Saison 2023. Welche Seite das Recht hat, den Vertrag vorzeitig aufzulösen, weiß niemand so genau. „The Race“ berichtete kürzlich, dass der „Honeybadger“ hier die Entscheidungshoheit hat, nicht das Team. Das macht die Lage für den Rennstall nicht leichter. Sollte sich Ricciardo in den nächsten Rennen nicht deutlich steigen, wird McLaren die Trennung nach der Saison forcieren. Der Fahrertausch Gasly für Ricciardo wurde angeblich schon diskutiert. Damit so ein Deal über die Bühne gehen kann, muss viel passen.

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Nicholas Latifi (Williams/Vertrag bis Ende 2022): In fünf von sieben Qualifyings war Latifi der langsamste Fahrer im Feld, sein bestes Saisonresultat war der 14. Platz in Miami, den er nur holte, weil ein Viertel aller Fahrer ausschied. Das Zwischenfazit ist vernichtend: Der Kanadier ist die personifizierte Rote Laterne der Formel 1. Aber Latifi ist nicht nur langsam. Der 26-Jährige verursacht auch regelmäßig zusätzliche Kosten, weil er seinen FW44 entweder in irgendwelche Wände oder andere Autos steuert. In Saudi-Arabien brachte er das Kunststück fertig, zwei Mal innerhalb von 24 Stunden zu crashen. In Melbourne kollidierte er im Qualifying (!) mit Lance Stroll und produzierte einen weiteren Totalschaden.

Ohne die Sponsoren-Millionen wäre der 26-Jährige schon längst kein Formel-1-Pilot mehr. Das ist im Paddock ein offenes Geheimnis. Das Geld wird Latifi nach dem Ende der Saison aber auch nicht mehr retten. Seine Zeit in der Königsklasse läuft ab – und das hat er zu großen Teilen selbst zu verantworten.

Guanyu Zhou (Alfa Romeo/Vertrag bis Ende 2022): Wie es mit dem ersten chinesischen Fahrer der Formel-1-Geschichte weitergeht, steht noch in den Sternen. Man weiß, dass sich Alfa nicht vorrangig aus sportlichen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen für Zhou entschieden hat. Diesen Hype hat der Rennstall gerne mitgenommen. Doch irgendwann müssen sich auch Fred Vasseur und Co. überlegen, wie es weitergehen soll.

Auf der Strecke hinterlässt der Rookie höchstens einen mittelmäßigen Eindruck. Der 23-Jährige schafft es nicht, das Beste aus dem C42 rauszuholen. Der Vergleich mit Valtteri Bottas ist nicht fair, trotzdem muss sich der Chinese diesem stellen. Sorgen macht vor allem die Entwicklung: Nach einem sehr guten Saisonstart mit den Plätzen 10, 11 und 11, ging es in den letzten Rennen rapide bergab (15., Ausfall, Ausfall, 16.)

Ob Zhou noch die Kurve bekommt scheint nebensächlich, denn laut englischen Medien hat Alfa seine Entscheidung schon getroffen und wird den Chinesen nach nur einer Saison wieder vor die Tür setzen. Damit würde der Rennstall den Weg für den Formel-1-Einstieg von Eigengewächs Theo Pouchaire ebnen. Der 18-Jährige ist das große Versprechen für die Zukunft und soll eher früher als später im Alfa sitzen.

Mick Schumacher (Haas/Vertrag bis Ende 2022): Schumacher selbst hat seine Situation in den letzten Wochen verkompliziert. Seine Unfälle haben die Teamleitung ins Grübeln gebracht und das interne Konto um mehr als zwei Millionen US-Dollar erleichtert. Das war so nicht geplant. Dass sich die Meldungen über seine Ablösung zum Saisonende zuletzt häuften, haben er selbst und auch Günther Steiner mit seiner öffentlichen Kritik zu verantworten.

Was die Sache für Mick und Haas so besonders macht: Ferrari hat ein Mitspracherecht. Ob die Scuderia den Rennstall deswegen zwingen kann, Schumacher gegen den Willen von Besitzer Gene Haas und Teamchef Steiner zu behalten, wissen nur die Verantwortlichen. Die Roten stecken hier in einer Zwickmühle, denn ein anderes Cockpit können sie ihrem eigenen Junior nicht ohne Weiteres anbieten – es gibt Stand heute keins. Heißt es für Mick also bald: Haas oder nix?

Obwohl dieses Szenario auf dem Tisch liegt, ist ein vorübergehendes Formel-1-Aus von Schumacher unwahrscheinlich. Das zumindest glaubt Onkel Ralf, der sagt: „Die Teamchefs sehen ganz genau, welches Potenzial da ist. Und es gibt ja wahrscheinlich auch andere Möglichkeiten [als Haas].“ Die einfachste und beste Lösung für Mick Schumacher liegt auf der Hand: Der 23-Jährige begräbt den Fehlerteufel und zeigt endlich, was er kann. Dann werden auch die Gerüchte schnell verschwinden. Bis dahin ist es aber noch ein beschwerlicher Weg.

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