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Darum bleibt Anfang weiter ungeimpft

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Dynamo Dresdens neuer Trainer Markus Anfang ist weiter nicht gegen Corona geimpft. Der ehemalige Coach von Werder Bremen, der mit seiner Impfpassfälschung für einen Eklat sorgte, hat sich inzwischen zweimal mit dem Virus infiziert und findet dennoch Gründe, warum er ungeimpft bleiben will.

Markus Anfang hat sieben Monate nach seinem Impfpass-Skandal bei Werder Bremen einen neuen Job im deutschen Fußball gefunden. Beim Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden unterschrieb der gebürtige Kölner zwei Tage vor seinem 48. Geburtstag einen Vertrag bis 2024. An der Elbe trat der frühere Profi damit die Nachfolge von Guerino Capretti an, der bei den Sachsen nach dem verpassten Klassenerhalt Ende Mai entlassen worden war.

Anfang wertete die Aufgabe bei Dynamo schon vor seiner offiziellen Vorstellung bei Dynamo am Nachmittag auch für sich persönlich als Neubeginn. „Ich bin den Verantwortlichen von Dynamo Dresden für diese Chance sehr dankbar“, erklärte der Coach in Dresdens Pressemitteilung zu seiner Verpflichtung.

Weiterhin ist Anfang nicht gegen das Coronavirus geimpft. Schon im März hatte der Trainer im ZDF-Sportstudio erzählt, er habe Angst vor einem möglichen Schaden durch die Impfung am Herzen, und begründete dies mit seiner Gesundheitshistorie und der seiner Familie. Anfang, der laut eigener Aussage bereits eine Herzmuskelentzündung gehabt habe, berichtete nun, dass seine Tante nach einer Impfung an einem Herzinfarkt gestorben sei. Die Angaben Anfangs lassen sich bisher nicht von einer anderen Quelle bestätigen.

„Es sind viele Sachen passiert, die einfach eine gewisse Angst in einem erzeugt haben“, sagte der neue Dresden-Coach auf seiner Vorstellung. „Die Angst davor, die ich durch Ereignisse in meiner Familie habe, kann mir keiner nehmen.“ Zugleich aber legte Anfang Wert auf die Feststellung, „dass Impfen gegen Corona für mich völlig in Ordnung ist und ich nicht gegen eine Corona-Impfung bin“.

„Jeder Mensch macht Fehler“

Für Dynamos Sportchef Ralf Becker, der schon beim Zweitligisten Holstein Kiel mit Anfang in gleicher Konstellation zusammengearbeitet hatte, überwog das Vertrauen in dessen Qualitäten alle Vorbehalte. Anfang war im Vorjahr bei Werder wegen der gefälschten Angabe zu seinem Corona-Impfstatus unter zunehmendem Druck zurückgetreten.

„Wir haben uns natürlich sehr viele Gedanken gemacht, die auch über das rein Sportliche hinausgingen. Für uns war entscheidend, dass er offen und ehrlich sein Fehlverhalten aus der Vergangenheit einräumte und aufrichtig bedauerte. Jeder Mensch macht Fehler, und Markus hat für seinen die Verantwortung übernommen und die gerechte Strafe erhalten. Wir sind davon überzeugt, mit ihm den richtigen Mann gefunden zu haben. Seine fachliche Expertise steht außer Frage“, erklärte Becker.

Anfang bringt auch seinen Assistenten Florian Junge mit nach Dresden. Gegen den Co-Trainer war in Bremen ebenfalls wegen falscher Angaben in seinem Impfpass ermittelt worden. Anfang war zu Jahresbeginn vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) rückwirkend zum 20. November 2021 für ein Jahr gesperrt worden. Seit dem 10. Juni ist das Urteil zur Bewährung ausgesetzt.

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