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Bierhoff nennt Politik von WM-Land Katar „inakzeptabel“

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Nach offiziellen Angaben ist jeder und jede bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar willkommen. Die staatlich verordnete Diskriminierung von Menschen der LGBTQI-Gemeinschaft lässt allerdings Zweifel daran aufkommen, ob damit wirklich alle gemeint sind. DFB-Direktor Bierhoff äußert seine Bedenken.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat den Umgang mit Homosexuellen im WM-Gastgeberland Katar als „inakzeptabel“ kritisiert. „Er entspricht in keinster Weise meiner Überzeugung“, sagte Bierhoff in einem Interview der Funke-Mediengruppe. In Katar ist Homosexualität gesetzlich verboten und wird mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft.

Amnesty International hatte zuletzt geurteilt, dass Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTQI+) „sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert“ würden. Offiziell haben die Regierung des Emirats und der Weltverband FIFA angegeben, dass jeder bei der WM (21. November bis 18. Dezember) in Katar willkommen sei.

„An dem Versprechen, dass wirklich jeder willkommen ist, wird Katar sich messen lassen müssen“, sagte Bierhoff. „Ich kann das nur schwer einschätzen, obwohl ich mit sehr vielen Menschen gesprochen habe – sowohl mit Vertretern des Organisationskomitees als auch der FIFA. Auch mit dem deutschen Botschafter und mit Expertinnen und Experten von Menschenrechtsorganisationen.“

Grundsätzlich stelle sich beim Fall Katar die Frage: „Welche Vergabekriterien für eine Weltmeisterschaft legt die FIFA eigentlich an? Denn die Vergabe eines Turniers ist doch das schärfste Schwert, um auf die nötigen Veränderungen zu drängen“, sagte Bierhoff. Die Veränderungen müssten aber vor der Vergabe „passieren und nicht erst danach, sonst hat man kein Druckmittel mehr, um sie durchzusetzen“, sagte Bierhoff.

„Ich habe das schon vor Jahren mal angesprochen, dass es eine große Herausforderung für die großen Verbände wie UEFA, IOC und eben FIFA ist, sich genau über diese Frage der Vergabekriterien Gedanken zu machen.“ Das Problem betreffe nicht nur den Fußball. „Ich bin der Überzeugung, dass die Vergabekriterien eng mit Menschenrechtsfragen verknüpft werden müssen“, sagte Bierhoff.

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