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Ärgerlicher Elfmeter kostet DFB-Elf die EM-Revanche

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Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kontrolliert das Nations-League-Duell mit England über weite Strecken und geht auch in Führung. Kurz vor dem Abpfiff weist der Videoassistent aber auf ein Foul hin – und der Vize-Europameister gleicht per Strafstoß aus. Beide Teams bleiben damit auch am zweiten Spieltag sieglos.

Ein ärgerlicher Elfmeter hat Hansi Flick bei seiner Rückkehr nach München um den ersten Sieg gegen einen großen Gegner gebracht. Beim 1:1 (0:0) im Fußball-Klassiker gegen England lag die extrem umgebaute deutsche Nationalmannschaft durch das dritte Länderspiel-Tor von Jonas Hofmann (51. Minute) lange Zeit auf Siegkurs. Dann agierte Nico Schlotterbeck unglücklich gegen Harry Kane im Strafraum. Nach Videobeweis verwandelte Englands Kapitän sicher vom Punkt gegen den ansonsten unbezwingbaren Manuel Neuer (88.).

„Es ist bitter, diesen Ausgleich noch zu kassieren, extrem blöd“, sagte Hofmann im ZDF: „Aber wir haben gute Chancen herausgespielt, waren aktiv – das war ein ordentliches Spiel.“ Im zweiten Nations-League-Spiel schien die deutsche Mannschaft bis dahin gegen England nicht nur die Revanche für das EM-Aus vor einem Jahr zu schaffen. Es war aber trotz des späten Ausgleichs ein wichtiges Signal für die WM am Jahresende in Katar.

Deutschland – England 1:1 (0:0)

Deutschland: Neuer/Bayern München (36 Jahre/111 Länderspiele) – Klostermann/RB Leipzig (25/17), Rüdiger/FC Chelsea (29/52), Schlotterbeck/SC Freiburg (22/3), Raum/TSG Hoffenheim (24/7) – Kimmich/Bayern München (27/66), Gündogan/Manchester City (31/58) ab 83. Sané/Bayern München (26/44) – Hofmann/Borussia Mönchengladbach (29/12) ab 65. Gnabry/Bayern München (26/33), Müller/Bayern München (32/114) ab 75. Goretzka/Bayern München (27/43), Musiala/Bayern München (19/13) ab 65. Werner/FC Chelsea (26/51) – Havertz/FC Chelsea (22/27); Trainer: Flick
England: Pickford/FC Everton (28 Jahre/45 Länderspiele) – Walker/Manchester City (32/67), John Stones/Manchester City (28/58), Maguire/Manchester United (29/44), Trippier/Newcastle United (31/36) – Saka/FC Arsenal (20/16) ab 80. Bowen/West Ham United (25/2), Mount/FC Chelsea (23/29) ab 72. Grealish/Manchester City (26/22), Rice/West Ham United (23/31) – Phillips/Leeds United (26/21) ab 14. Bellingham/Borussia Dortmund (18/14), Kane/Tottenham Hotspur (28/71), Sterling/Manchester City (27/75); Trainer: Southgate
Schiedsrichter: Carlos del Cerro Grande (Spanien)
Tore: 1:0 Hofmann (50.), 1:1 Kane (88., Foulelfmeter nach Videobeweis)
Zuschauer: 66.289 (ausverkauft, in München)
Gelbe Karte: Schlotterbeck –

Der auch nach dem elften Spiel als Bundestrainer ungeschlagene Flick kommt bei der Mission „zurück in die Weltspitze“ voran. Nach dem 1:1 im März in den Niederlanden und dem 1:1 in Italien war es das dritte 1:1 am Stück. „Wir haben ein tolles Spiel gezeigt, uns aber leider nicht belohnt“, klagte Flick im ZDF.

66.289 Zuschauer in der ausverkauften Arena sahen Fußball auf hohem taktischen Niveau. Tempo und Intensität stimmten. Und das Tor von Gladbachs Hofmann entsprang einer feinen Kombination über Einleiter Kai Havertz und Passgeber Joshua Kimmich. Deutschland dominierte nach der Führung, Thomas Müller verpasste nach Flanke von David Raum das 2:0 (70.), ebenso der eingewechselte Timo Werner (75). Kapitän Neuer verhinderte als starker Rückhalt gegen Kane zunächst spektakulär den Ausgleich (76.). Mit zwei Punkten geht die DFB-Auswahl nun in die nächste Partie am Samstag (20.45 Uhr/RTL und im Liveticker bei ntv.de) in Budapest gegen Ungarn.

Der Wunsch nach „Intensität“ wird erfüllt

Flick nannte seinen Startelf-Umbau auf gleich sieben Positionen „keine Konsequenz aus dem Italien-Spiel“, sondern begründete sie viel mehr als sinnvolle Belastungsverteilung. „Wir haben nach einer langen Saison vier Spiele“, sagte der 57 Jahre alte Ex-Bayern-Coach.

Trotzdem war die Aufstellung ein Zeichen, dass es nur eine kleine unantastbare Achse bei ihm gibt, bestehend aus Kapitän Manuel Neuer im Tor, Abwehrchef Antonio Rüdiger, Chef-Sechser Kimmich und Thomas Müller als Anführer der Offensive. Die Neuen im Team brachten zudem die „Intensität“ ein, die Flick beim 1:1 gegen Europameister Italien zum Nations-League-Auftakt über weite Strecken vermisste.

Aufmerksam belauerten und bekämpften sich beide Teams. Der spanische Schiedsrichter Carlos del Cerro Grande ließ viel laufen, pfiff kaum einen Zweikampf ab. Gerade im Mittelfeldzentrum taten sich kaum Räume auf. Die DFB-Elf versuchte es oft über den agilen Flankenläufer Raum.

Pickford faustet vorbei, Neuer spät geschlagen

İlkay Gündoğan war gegen seine Kollegen aus der Premier League ein geschickter Ballverteiler. Auch Youngster Jamal Musiala entzückte das Publikum mit seinen geschmeidigen Bewegungen und mutigen Dribblings. Aber England – mit noch zehn Mann vom 2:0 des EM-Achtelfinales vor einem Jahr in Wembley – stand massiert, agierte dazu nach vorne oft mit langen Bällen. Die deutsche Abwehr um Rüdiger aber stand gut.

Die Strafräume blieben oft Sperrbezirke. Als Hofmann nach einem langen Schlag von Nico Schlotterbeck allein auf Englands Torwart Jordan Pickford zulief und ins Tor traf, kassierte der Video-Assistent das 1:0 wegen Abseits (23.). Musiala schoss aus 14 Metern zu zentral in die Arme von Pickford (45.). Auch Neuer musste erstmals seine Klasse beweisen, mit der rechten Faust parierte der 36-Jährige einen Schuss von Arsenal-Angreifer Bukayo Saka (45+1.).

Die Belohnung für die aktivere Spielweise holte sich Flicks Elf nach dem Seitenwechsel ab. Havertz öffnete spielerisch den Raum, in dem Kimmich dann als Passgeber Hofmann fand, der mit seinem dritten Treffer im Nationaltrikot den feinen Spielzug krönte. Pickford machte dabei eine schlechte Figur, faustete am Ball vorbei. Torwart-Klasse zeigte dagegen kurze Zeit später Deutschlands Nummer 1, als Neuer einen wuchtigen Schuss von Mason Mount per Flugeinlage parierte. Das Spiel wogte hin und her, ehe Schlotterbecks Einsteigen im Strafraum den Engländern den Ausgleich ermöglichte.

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