Oktober 20, 2026 9:36 a.m. CEST

Selbstkochen lohnt sich

Fertiggerichte kosten bis zu 180 Prozent mehr


20.10.2026 – 07:30 UhrLesedauer: 3 Min.

Tiefkühlpizza: sie kommt oft auf den Tisch, wenn man keine Lust oder Zeit zum Kochen hat. (Quelle: IMAGO/Michael Bihlmayer/imago)

Fertiggerichte gelten als günstige und schnelle Alternative zum Selbstkochen. Eine Analyse der Verbraucherzentrale zeigt, dass diese Annahme meist ein teurer Irrtum ist.

Wenn man nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommt, hat man nicht immer Lust, sich noch in die Küche zu stellen und zu kochen. An dieser Stelle kommen Fertigprodukte ins Spiel. Egal, ob Pizza, Pastasauce oder der klassische Doseneintopf – Fertiggerichte gelten als die bequeme Lösung. Und viele gehen davon aus, dass sie auch die günstigere sind. Frische Zutaten, so die verbreitete Annahme, reißen das größere Loch in die Haushaltskasse.

Die Verbraucherzentrale Hamburg hat diese Rechnung überprüft – und sie geht in den meisten Fällen nicht auf. Für einen Marktcheck verglichen die Verbraucherschützer fünf beliebte Gerichte mit ihren selbst gekochten Varianten: Pizza Margherita, Bolognese, Pfannkuchen, Linseneintopf und Wraps mit Thunfisch. Dabei nahmen sie jeweils das günstigste Fertigprodukt, das sie bei Edeka, Aldi, Lidl und Penny finden konnten – also den besten Fall für die Fertigküche.

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Pfannkuchen und Wraps sind als Fertigprodukt am teuersten

Die Verbraucherzentrale verglich die Gerichte jeweils anhand des Preises, der Zutaten, des Zeitaufwands und des Geschmacks. Beim Preis zeigte sich ein gemischtes Bild:

  • Pfannkuchen: Mit Backmischung zubereitet kosteten sie 180 Prozent mehr als die selbst gemachten – also deutlich mehr als das Doppelte.
  • Wraps mit Thunfisch: Die fertigen Thunfisch-Wraps kosteten pro Kilogramm 93 Prozent mehr und damit fast doppelt so viel wie die frisch belegten.
  • Linseneintopf: Der selbst gekochte war etwas günstiger als der aus der Dose.
  • Pizza Margherita: Hier lag die Tiefkühlpizza aus dem Dreierpack vorn – allerdings nur um 7,5 Prozent.
  • Bolognese: Das einzige Gericht, bei dem das Fertigprodukt deutlich günstiger war. Die frisch gekochte Sauce kostete rund das Zweieinhalbfache.

Weniger Fleisch, weniger Käse

Der Preis ist dabei nur die eine Hälfte der Rechnung. Denn wo Fertiggerichte günstiger sind, sparen die Hersteller an genau den Zutaten, die ein Gericht hochwertig machen. So enthielt etwa die Fertigbolognese nur 16 Prozent Rindfleisch, das Rezept für die selbst gekochte Variante rund 46 Prozent. Auf der Fertigpizza lagen 20,1 Gramm Mozzarella und zusätzlich 20,1 Gramm Edamer. Auf der selbst gebackenen Pizza waren es ganze 250 Gramm Mozzarella.

Ähnlich verhält es sich bei den anderen Gerichten. Hersteller ersetzen teure Zutaten durch günstigere oder verschieben die Anteile der Zutaten so, dass sie weniger teure Zutaten benötigen.

Dass die Fertigsauce gut 40 Prozent des Preises der selbst gekochten Sauce kostete, liegt nicht an einer besonders günstigen Produktion – sondern am Hackfleisch. Tierische Produkte wie Fleisch und Käse treiben den Preis stärker als Gemüse. Hätten die Tester nur so viel Rinderhack verwendet wie der Hersteller, wäre der Preisunterschied deutlich kleiner ausgefallen. Wer sparen will, kann einen Teil oder das gesamte Hackfleisch durch rote Linsen ersetzen: Eine selbst gemachte vegetarische Bolognese kostet nur noch etwa ein Drittel.

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