Oktober 28, 2026 10:32 a.m. CET

„Gibt keinen Winter im bisherigen Sinn mehr“

Deutsches Skigebiet zieht endgültig die Reißleine


Aktualisiert am 28.10.2026 – 09:07 UhrLesedauer: 2 Min.

Skifahrer auf der Piste (Symbolbild): In den Oberammergauer Alpen stellt ein Skigebiet den Betrieb ein. (Quelle: IMAGO/MICHAEL BIHLMAYER/imago-images-bilder)

Die milden Winter machen Skigebieten in den Alpen zu schaffen. Ein Betreiber gibt traurige Nachrichten für Wintersportfans bekannt.

Zu milde Winter, wenig Schnee, steigende Kosten: Die Betreiber des Skigebietes am Kolben im Oberammergau in den Alpen haben entschieden, den Winterbetrieb einzustellen. Nach 15 Jahren Winterbetrieb soll die Piste nicht mehr präpariert und auch nicht mehr künstlich beschneit werden, hieß es in einer Mitteilung.

Ab der Saison 2019/2020 sei jeder Winter ein „Draufzahlgeschäft“ geworden. „Die Niederschläge kommen immer mehr als Regen denn als Schnee“, hieß es zur Begründung. „In unserem Wintereinzugsgebiet südlich Münchens und Augsburgs gibt es keinen Winter im bisherigen Sinn mehr.“ Das Wasser für die Schneekanonen durfte zudem wegen niedriger Wasserstände immer öfter nicht mehr aus der Ammer entnommen werden.

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Alpen-Skigebiet: Hohe Verluste durch Schneemangel

Der Betrieb laufe daher auch im Dezember so weiter wie im Sommer, berichtete der Bayerische Rundfunk. Der Sessellift, die Sommerrodelanlage und die Kolbensattel-Hütte seien zu den gewohnten Zeiten geöffnet. Das Portal „alpin.de“ berichtete, bei ausreichender natürlicher Schneelage könnten Skitourengeher und andere Wintersportler das Gelände weiterhin eigenverantwortlich nutzen. Am unteren Hang sollen außerdem die separat betriebenen kleinen Wank-Schlepplifte weiterhin Wintersport ermöglichen, sofern die Bedingungen es zulassen.

Allein in den vergangenen drei Wintern beliefen sich den Angaben zufolge die Verluste insgesamt auf etwas mehr als eine Million Euro. Die Talstation des Skigebiets mit einem Sessellift und einigen Schleppliften liegt auf 850 Metern, die Bergstation auf 1.270 Metern. Die Tage beziehungsweise Stunden mit Minustemperaturen, zu denen sinnvoll Kunstschnee hergestellt werden könne, würden weniger, hieß es.

Klimawandel bedroht Skigebiete in den Alpen

Zuletzt waren immer mehr Skigebiete in den Alpen in wirtschaftliche Schieflage geraten. Am Jenner im Berchtesgadener Land läuft schon seit der vergangenen Saison kein klassischer Skibetrieb mehr. In Italien musste Europas letztes Sommer-Skigebiet, das Stilfser Joch auf 3.450 Metern Höhe, bis auf Weiteres den Betrieb einstellen. Auch diese Entscheidung wurde mit ungünstigen Schneeverhältnissen begründet. Schneemangel gibt es auch in der Schweiz: Dort musste das Skigebiet im Schweizer Braunwald seinen Betrieb einstellen.

In den vergangenen Jahren sind die Winter in Deutschland auch durch den Klimawandel zunehmend milder geworden. Dass Pisten künstlich beschneit werden müssen, ist für viele Skigebiete Alltag und mit hohen Kosten verbunden.

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