Oktober 2, 2026 2:03 p.m. CEST

Atemwegsinfekte

Sind gerade wirklich so viele Menschen krank?


02.10.2026 – 12:40 UhrLesedauer: 2 Min.

Erkältungssaison: Die Ansteckungsgefahr in Bussen und Bahnen ist Studien zufolge nicht so hoch, wie viele denken. (Symbolbild) (Quelle: Jacob Wackerhausen/getty-images-bilder)

Überall Husten, Schnupfen, Halsweh? Der Eindruck täuscht nicht ganz. Doch von einer großen Infektionswelle kann derzeit noch keine Rede sein.

Herbstzeit ist Erkältungszeit: Die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen steigt. Auch die Suchanfragen bei Google rund um Erkältung und Schnupfen nehmen zu und deuten darauf hin, dass das Thema viele Menschen beschäftigt. Das Robert Koch-Institut (RKI) spricht allerdings von einer für diese Jahreszeit üblichen Entwicklung.

Millionen Menschen mit Atemwegsinfekt

In der 39. Kalenderwoche, also vom 21. bis 27. September, erreichte die Aktivität akuter Atemwegserkrankungen (die sogenannte ARE-Inzidenz) rund 8.000 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner. In der Vorwoche waren es noch etwa 6.600. Hochgerechnet entspricht der aktuelle Wert etwa 6,6 Millionen neu aufgetretenen akuten Atemwegserkrankungen in Deutschland innerhalb einer Woche.

Auch die Zahl der Arztbesuche wegen Atemwegsinfekten ist gestiegen. In der 39. Kalenderwoche registrierte das RKI rund 1.200 Arztbesuche pro 100.000 Einwohner, insgesamt also etwa eine Million. In der Vorwoche lag der Wert noch bei 900 Arztbesuchen pro 100.000 Einwohner.

Zwar haben die Zahlen zugenommen, nach Einschätzung des RKI bewegt sich die Aktivität aber weiterhin auf einem saisonal üblichen, moderaten Niveau.

Vor allem Erkältungsviren sind unterwegs

Welche Erreger derzeit zirkulieren, zeigt die Untersuchung von Proben aus Arztpraxen. Von der 36. bis zur 39. Kalenderwoche wurden in 59 Prozent der untersuchten Proben Atemwegsviren nachgewiesen. Mit 38 Prozent dominierten Rhinoviren deutlich. Sie gehören zu den häufigsten Auslösern gewöhnlicher Erkältungen. Dahinter folgten Parainfluenzaviren, die ebenfalls Atemwegsinfekte auslösen können, mit 13 Prozent.

Grippeviren und Coronaviren wurden dagegen nur vereinzelt nachgewiesen. Auch das Erkältungsvirus RSV (Respiratorisches Synzytial-Virus) spielte in den untersuchten Proben zuletzt keine nennenswerte Rolle. Das RKI bewertet die Aktivität von Influenza, Corona und RSV weiterhin als niedrig.

Noch keine außergewöhnliche Belastung

Trotz der steigenden Infektzahlen gibt es derzeit keinen Hinweis auf eine außergewöhnlich schwere Atemwegssaison. Die Zahl der schweren akuten Atemwegsinfektionen in Krankenhäusern liegt laut RKI weiterhin auf einem sehr niedrigen Niveau.

Der aktuelle Anstieg ist zudem nicht überraschend: Bereits seit der 33. Kalenderwoche nimmt die Atemwegsaktivität allmählich zu. Das RKI bezeichnet diese Entwicklung für den beginnenden Herbst als üblich. Durch das kühler werdende Wetter und die damit zunehmenden Aufenthalte in Innenräumen dürfte die Zahl der Atemwegsinfekte in den kommenden Wochen allerdings weiter steigen.

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