November 2, 2026 9:16 a.m. CET

CDU vor Krisentreffen

Kölner CDU-Chefin Güler fordert mehr Mitsprache für Parteibasis

02.11.2026 – 07:25 UhrLesedauer: 2 Min.

Serap Güler: Nach Wahlniederlagen soll die Basis Merz’ Kurs vor Ort wieder erden. (Quelle: Oliver Berg)

Nach den Wahlniederlagen wächst der Druck auf Friedrich Merz. Kölns CDU-Chefin Serap Güler will bei einem Treffen in Berlin die Rolle der Kreisverbände stärken.

Die Kölner CDU-Kreisvorsitzende Serap Güler hat nach den Wahlniederlagen ihrer Partei mehr Mitsprache für die Parteibasis gefordert. Vor einer Konferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin sprach sich die Staatsministerin im Auswärtigen Amt dafür aus, die Kreisverbände stärker in Entscheidungen einzubinden.

Die Kreisvorsitzenden wüssten aus erster Hand, wo die CDU die Menschen mit ihrer Politik erreiche und wo Verbesserungsbedarf bestehe, sagte Güler der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Bei der Konferenz am Montag und Dienstag will sie darüber sprechen, wie die CDU ihre Position vor Ort stärken kann. Güler erwartet einen offenen Austausch darüber, wie die Menschen die Partei wahrnehmen und welche Themen sie beschäftigen.

CDU-Kreisvorsitzende treffen Friedrich Merz

An der Konferenz in Berlin nehmen Vertreter der mehr als 320 CDU-Kreisverbände teil. Geplant sind eine Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz und ein anschließender Austausch mit den Kreisvorsitzenden. Hintergrund sind die Wahlniederlagen der CDU bei den drei Landtagswahlen im September. In Mecklenburg-Vorpommern verpasste die Partei sogar den Wiedereinzug in den Landtag. Merz steht deshalb und wegen schlechter Umfragewerte parteiintern unter Druck.

Friedrich Merz, Matthias Kerkhoff: Kerkhoff hält Forderungen nach einer Trennung von CDU-Vorsitz und Kanzlerschaft für nicht sinnvoll. (Quelle: Friso Gentsch)

Auch aus Nordrhein-Westfalen kommen Forderungen an die Bundesregierung. Matthias Kerkhoff, Vorsitzender der Hochsauerland-CDU und Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion in Düsseldorf, drängt auf die Umsetzung vereinbarter Reformen. Kerkhoff warf der SPD vor, Absprachen im Koalitionsausschuss nachträglich infrage zu stellen. Eine solche Vorgehensweise sei für die schwarz-grüne Koalition in Nordrhein-Westfalen undenkbar.

Forderungen nach einer Trennung von CDU-Parteivorsitz und Kanzlerschaft hält Kerkhoff dagegen für wenig aussichtsreich. In der Breite der Partei gebe es dafür keine Unterstützung. Die Stimmung in den von ihm besuchten CDU-Kreisverbänden beschrieb Kerkhoff als zunehmend verunsichert. Verärgerung stehe dagegen weniger im Vordergrund.

Aktie.
Die mobile Version verlassen