Das ist der Grund
Polizei verbannt Touristenpaar für 48 Stunden aus Venedig
16.09.2025 – 12:05 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Paar musste seinen Urlaub in Venedig vorzeitig abbrechen, nachdem es beim Baden im Canal Grande erwischt worden war. Auch das Bußgeld fiel saftig aus.
Das Baden im Canal Grande, der verkehrsreichen Hauptwasserstraße Venedigs, ist verboten. Wer es dennoch tut und erwischt wird, muss mit einer harten Strafe rechnen. Das bekamen jetzt ein 35-jähriger Brite und seine rumänische Freundin zu spüren.
Das Touristenpaar wurde von der Polizei aufgegriffen, nachdem Gondolieri es beim Baden im Kanal beobachtet und gemeldet hatten. Beide wurden mit einer Geldstrafe von jeweils 450 Euro belegt und für 48 Stunden aus Venedig ausgewiesen. Das berichten mehrere italienische Medien mit Verweis auf die örtliche Polizei. Es sei die 1.136. Sanktion gewesen, die im laufenden Jahr von der Polizei gegen Touristen verhängt wurde.
Das Paar war den Angaben nach in der Nähe der Accademia-Brücke unweit des Markusplatzes ins Wasser gestiegen. Gondolieri am Kiosk Rio San Vidal verständigten sofort die Behörden, die die beiden aus dem Kanal fischten.
Venedig muss vor jenen geschützt werden, die es nicht respektieren.
Venedigs Sicherheitsrätin Elisabetta Pesce
„Ich danke den Gondolieri für ihre Zusammenarbeit und die schnelle Meldung“, erklärte Venedigs Sicherheitsrätin Elisabetta Pesce in einer Mitteilung der Stadt. „Venedig muss vor jenen geschützt werden, die es nicht respektieren: Die Stadt zu schützen, bedeutet, den Anstand für Bewohner und Besucher zu wahren.“
Das Schwimmen in den Kanälen Venedigs ist aus verschiedenen Gründen verboten. Dazu gehören der dichte Bootsverkehr und die mangelhafte Wasserqualität, wie das Tourismusministerium der Stadt betont. Von den bislang 1.136 in diesem Jahr ausgesprochenen Ausweisungen entfallen den Angaben nach zehn auf ähnliche Schwimmvorfälle.
„Seit Jahresbeginn haben wir insgesamt 1.136 Ausweisungen wegen Vorfällen von Verwahrlosung und unzivilisierten Verhaltens ausgesprochen“, sagte Gianni Franzoi, stellvertretender Kommandant der Stadtpolizei, in einer Mitteilung an den US-Fernsehsender CNN. Schlechtes Besucherverhalten sei eine der schlimmsten Begleiterscheinungen des Übertourismus, so Franzoi. Die Zahl der Fälle nehme zu.
Venedigs Behörden versuchen, den Bedarf an Einnahmen aus dem Tourismus mit den Bedürfnissen der Einwohner in Einklang zu bringen, auch finanziell. Tagesgäste müssen an Sommerwochenenden und in stark frequentierten Zeiten mittlerweile eine Eintrittsgebühr von zehn Euro zahlen. Zudem hat die Stadt Reisegruppen mit mehr als 25 Personen, den Einsatz von Lautsprechern und Megaphonen sowie das Stehenbleiben auf engen Straßen zum Zuhören bei Führungen verboten.
