Ein Hochdruckgebiet hält die Tiefs auf Abstand, doch noch im Oktobers könnte sich das Wetter in Deutschland überraschend ändern. Wetterexperte Dominik Jung erklärt die zwei möglichen Szenarien.
Goldener Oktober oder doch ein erster winterlicher Vorgeschmack? In den kommenden Tagen entscheidet es sich, wie Deutschland das letzte Drittel des Monats erlebt – zumindest, was das Wetter angeht. Aktuell bestimmt ein kräftiges Hoch das Wettergeschehen hierzulande. Doch die Ruhe könnte abrupt enden: Atlantische Tiefs bringen sich in Stellung. Und die Wettermodelle sind sich noch uneinig, ob das Hoch stark genug ist, um ihnen Stand zu halten.
Diplom-Meteorologe Dominik Jung erklärt die Wetterlage für t-online: „Das kräftige Hochdruckgebiet, das sich von Mittel- bis nach Nordeuropa erstreckt, blockiert momentan die Tiefdruckgebiete auf dem Atlantik. Diese rennen zwar immer wieder gegen das Hoch an, kommen aber vorerst nicht durch.“
Für Deutschland bedeutet diese Konstellation nach einer kleinen Störung zur Mitte der Woche zunächst weitgehend trockenes Herbstwetter. „Typisch für diese Jahreszeit ist allerdings, dass sich in den langen, klaren Nächten oft zäher Nebel oder Hochnebel bildet. Wo er sich auflöst, gibt es goldenes Oktoberwetter mit milden Nachmittagen“, fasst der Meteorologe zusammen.
Omega-Wetterlage baut sich auf
Nach aktuellen Prognosen dürfte dieses Hoch noch mindestens bis zum 24. oder 25. Oktober das Wetter in Deutschland prägen. Es könnte sich gar eine Omega-Wetterlage entwickeln. „Die Zutaten dafür sind da“, sagt Jung. „Bei einer Omega-Lage wird ein Hoch auf beiden Seiten von Tiefs flankiert. Auf der Wetterkarte sieht das dann aus wie der griechische Buchstabe Omega.“
Genau diese Entwicklung simulieren die Wettermodelle für diese Woche: ein Tief westlich über dem Atlantik, ein Tief östlich über Osteuropa und dazwischen das Hoch. „Solche Lagen gehören zu den stabilsten Wetterlagen überhaupt und können sich über viele Tage halten“, erklärt der Wetterexperte.
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Zwei Szenarien für das Oktoberwetter in Deutschland
Entscheidend ist laut Jung die weitere Entwicklung des Hochdruckgebiets in der zweiten Monatshälfte. „Rutscht das Hoch etwas nach Westen, gelangen wir auf seine Ostseite und damit in eine nördliche Strömung, die kühlere Luft heranführt. Bleibt es zentral über uns, bleibt es mild und trocken.“
Es wird also spannend: „Für das letzte Oktoberdrittel gehen die Modellrechnungen deutlich auseinander, und genau hier liegt die Spannung“, sagt Jung. Zieht sich das Hoch auf den Atlantik zurück oder schwächt es sich deutlich ab, könnten Tiefdruckgebiete aus Nordwesten nach Deutschland vordringen. Dann wäre auch der Weg für kühlere Polarluft frei. „Regen, Wind und in den höheren Mittelgebirgslagen sogar die ersten Schneeflocken“, wären die Folge.
