Folgen für das Berufsleben
Schlafprobleme in diesem Alter verkürzen die Lebensarbeitszeit
25.08.2026 – 14:50 UhrLesedauer: 2 Min.
Wer ab 50 schlecht oder ungewöhnlich lange schläft, könnte einer Studie zufolge früher aus dem Berufsleben ausscheiden.
Schlaf verändert sich mit dem Alter. Manche Menschen schlafen schlechter, wachen nachts häufiger auf oder fühlen sich trotz ausreichender Schlafdauer nicht erholt. Eine neue Forschungsarbeit zeigt, dass solche Probleme im mittleren Lebensalter auch mit der späteren Dauer der Berufstätigkeit zusammenhängen. Nachzulesen sind die Ergebnisse im Fachmagazin „Occupational and Environmental Medicine“.
Fast ein Jahr weniger im Job
Die Wissenschaftler werteten Daten von mehr als 76.000 berufstätigen Menschen aus zwei finnischen Beobachtungsstudien aus. Dabei untersuchten sie unter anderem, wie lange die Teilnehmer ab einem Alter von 50 Jahren schliefen und wie häufig sie unter Schlafproblemen wie Schwierigkeiten beim Einschlafen oder Durchschlafen, zu frühem Erwachen und nicht erholsamem Schlaf litten. Anschließend verglichen sie diese Angaben mit Daten zur Erwerbstätigkeit.
Dabei berechneten sie die erwartete Arbeitslebenszeit – also die durchschnittliche Zeit, die Menschen zwischen ihrem 50. und 68. Lebensjahr tatsächlich im Berufsleben verbringen. Das ist nicht gleichbedeutend mit dem Rentenalter: In Finnland liegt dieses je nach Geburtsjahr derzeit bei rund 65 Jahren, wobei auch danach noch gearbeitet werden kann.
Das Ergebnis: Menschen ohne Schlafstörungen konnten ab dem 50. Lebensjahr im Durchschnitt noch etwa 13 Jahre und fünf Monate im Berufsleben bleiben. Bei moderaten Schlafproblemen waren es knapp fünf Monate weniger. Teilnehmer mit schweren Schlafstörungen kamen auf rund acht Monate weniger.
Hinweis
Die Daten der Studie stammen teilweise aus einer Zeit, in der das gesetzliche Rentenalter für Beschäftigte im finnischen öffentlichen Dienst generell bei etwa 63 Jahren lag. 13 Jahre ab dem 50. Lebensjahr entsprechen diesem Zeitraum.
Auch zu viel Schlaf fiel auf
Nicht nur gestörter Schlaf war mit einer kürzeren Arbeitszeit verbunden. Auch eine sehr lange Schlafdauer von mindestens neun Stunden pro Nacht ging mit einer geringeren erwarteten Lebensarbeitszeit einher.
In einer der beiden untersuchten Studien waren es rund neun Monate weniger als bei Menschen, die sieben bis achteinhalb Stunden schliefen. In der zweiten Studie fiel der Unterschied mit mehr als 30 Monaten sogar deutlich größer aus. Allerdings war die Gruppe der Menschen mit sehr langer Schlafdauer vergleichsweise klein, weshalb die Ergebnisse hier eher mit Vorsicht zu interpretieren sind.
Kurzer Schlaf von weniger als sieben Stunden war dagegen nicht eindeutig mit einer kürzeren Arbeitszeit verbunden.
Kein Beweis für Ursache und Wirkung
Die Ergebnisse bedeuten allerdings nicht, dass Schlafprobleme zwangsläufig dazu führen, dass Menschen früher aus dem Beruf ausscheiden. Da die Analyse auf Beobachtungsstudien basiert, kann sie zwar Zusammenhänge aufzeigen, aber keine Ursache-Wirkung-Beziehung beweisen.
Zudem konnten die Forscher nicht alle möglichen Einflussfaktoren berücksichtigen. Dazu zählen etwa körperliche und psychische Erkrankungen, ungesunde Verhaltensweisen oder die konkreten Arbeitsbedingungen – beispielsweise Schichtarbeit.
