August 7, 2026 11:43 p.m. CEST

Drohnen-Alarm in Deutschland

Russland äußert sich zu Leipzig – neuer Zwischenfall nahe Köln

Aktualisiert am 07.08.2026 – 19:51 UhrLesedauer: 2 Min.

Eine ukrainische Frachtmaschine in Leipzig: Dort war am Dienstag eine Sprengstoff-Drohne abgefangen worden. (Quelle: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-bilder)

Ein neuer Drohnenzwischenfall in Nordrhein-Westfalen löst Aufsehen aus. Der Kreml äußert sich erstmals zur Sprengstoff-Drohne in Halle/Leipzig.

Die russische Regierung hat jegliche Verantwortung für den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen in scharfem Ton zurückgewiesen. Die russische Botschaft in Berlin zeigte sich in einer am Freitag verbreiteten Erklärung „besorgt über eine neue Welle antirussischer Hysterie in Deutschland“. Bei den Mutmaßungen über einen russischen Anschlagsversuch handle es sich um eine „fingierte Provokation, die nur den Interessen des Kiewer Regimes und des militaristischen Flügels des europäischen Polit-Establishments dient“, hieß es in der auf Russisch veröffentlichten Erklärung.

„Die größte Gefahr, der sich Deutschland heute ausgesetzt sieht, besteht nicht in angeblichen ‚hybriden Attacken‘ aus Moskau, die es nicht gibt“, schrieb die Botschaft weiter. Die Gefahr bestehe vielmehr „in Politikern, die mit Begeisterung Szenarien für einen baldigen Krieg mit Russland entwickeln und die wollen, dass deutsche Bürger sich daran beteiligen“. Mit solchen Berichten wollten europäische Politiker lediglich ihre Unterstützung für die Ukraine rechtfertigen.

Am zivilen Flughafen Leipzig/Halle war am späten Dienstagabend in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge eine mit Sprengstoff und Zünder bestückte Drohne entdeckt worden. Ein Flughafenmitarbeiter brachte sie mit einem Fußtritt zum Absturz. Weil die Landebahn gesperrt war, musste ein anfliegendes DHL-Frachtflugzeug durchstarten und kollidierte dabei mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen an sich gezogen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte für Freitag den Nationalen Sicherheitsrat einberufen.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem hybriden Anschlagsszenario, das auf hochprofessionelle Täter zurückgeht. Er schließt „fremde Mächte“ als Drahtzieher nicht aus. Grünen-Politiker hatten Russland als möglichen Drahtzieher genannt.

Neuer Zwischenfall in Nordrhein-Westfalen

Über einem Militärstützpunkt in Mechernich in Nordrhein-Westfalen sind zwei Drohnen gesichtet worden. Gegen 22.00 Uhr am Donnerstagabend habe die Sicherheitszentrale des Bundeswehrstandortes Mechernich gemeldet, dass über der Liegenschaft zwei Drohnen entdeckt worden seien, bestätigte eine Sprecherin des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr auf Anfrage. Zuerst hatten die „Süddeutsche Zeitung“, „NDR“ und „WDR“ berichtet.

Die Bleiberg-Kaserne in Mechernich (Archivbild): Im Vorjahr musste das Trinkwasser des Stützpunkts nach einem Sabotageverdacht untersucht werden. (Quelle: Bundeswehr)
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