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Harte Eintracht-Landung – Krösche: In Realität angekommen

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Für Eintracht Frankfurt läuft es zum Bundesliga-Auftakt gar nicht nach Plan. Die deftige Heimpleite gegen den FC Bayern tut weh. Viel Zeit zum Wunden lecken bleibt nicht, wartet mit Real Madrid doch schon der nächste Hochkaräter.

Frankfurt/Main (dpa/lhe) – Die minutenlangen Ovationen der Fans nach dem 1:6 (0:5)-Debakel von Eintracht Frankfurt zum Bundesliga-Auftakt gegen Bayern München waren ein wenig Balsam für die geschundenen Seelen der Profis des Europa-League-Gewinners. „Unsere Fans haben immer ein sehr gutes Gespür und haben uns Motivation mitgegeben für Mittwoch. Dann und auch am Samstag in Berlin müssen wir es besser als heute machen“, sagte Eintracht-Kapitän Sebastian Rode mit Blick auf die kommenden Aufgaben.

Im Supercup-Finale gegen Champions-League-Sieger Real Madrid muss eine deutliche Steigerung her, soll die Euphorie nach der tollen Vorsaison nicht frühzeitig verfliegen. „Wir sind in der Realität angekommen“, räumte Sportvorstand Markus Krösche nach der Vorführung durch den deutschen Rekordmeister ein.

Nach dem schnellen 0:2 rannten die Hessen vogelwild über den Platz und luden die Bayern zu weiteren Treffern ein. „Wir haben in der ersten Halbzeit viel zu naiv Fußball gespielt. Es gibt ein paar taktische Regeln, die müssen wir einhalten, das haben wir nicht gemacht“, monierte Krösche. „Dass wir unbedingt ein Tor machen wollen, ist okay, aber wir müssen dennoch in der Ordnung bleiben und dürfen nicht die Kontrolle verlieren.“

Der Frust über den kollektiven Blackout in der ersten Halbzeit saß tief. Auch beim Trainer. „Da waren wir mit dem Tempo überfordert, haben keinen Zugriff gehabt und konnten gegen den One-Touch-Fußball nicht ankommen. Wir sind oft nur hinterhergehechelt. Ich konnte das von außen nicht korrigieren“, klagte Oliver Glasner.

„Wir haben keine Lösungen gefunden, wie wir das verteidigen können. Es ging zu schnell. Hut ab vor der Qualität dieser Mannschaft. Sie haben uns den Arsch aufgerissen“, befand Rode. Erst nach dem Wechsel hielt die Eintracht besser dagegen und betrieb zumindest Schadensbegrenzung.

Die defensiven Defizite müssen schnell behoben werden, soll es am Mittwoch in Helsinki gegen Madrid nicht das nächste Schock-Erlebnis geben. „Da haben wir die Gelegenheit, es gegen einen ähnlich starken Gegner besser zu machen“, sagte Glasner.

An der nötigen Einstellung mangelte es seinem Team nicht, dafür aber an der taktischen Disziplin. „Ich habe viel Leidenschaft gesehen, aber auch viel Naivität“, bilanzierte Glasner. „Die Bayern waren uns klar überlegen, aber wir haben ihnen auch in die Karten gespielt.“

Das gilt es jetzt schnell abzuhaken. „Wir sehen, wenn wir nicht bei 100 Prozent sind und uns nicht an die taktischen Vorgaben halten, kommt so ein Ergebnis heraus. Die Jungs müssen kontrollierter, ruhiger und cleverer agieren“, forderte Krösche.

Glasner konnte der Pleite zumindest einen positiven Aspekt abgewinnen. „Manchmal ist es ganz gut, gleich einen Nackenschlag zu bekommen, damit nicht jeder denkt, dass es so weiter geht wie vergangenes Jahr“, sagte der 47 Jahre alte Österreicher und kündigte trotzig an: „Obwohl wir 1:6 verloren haben, wollen wir gegen Real den Supercup gewinnen.“

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