November 2, 2026 7:33 p.m. CET

Mörsergeschosse und Tornado-Feuer

Radfahrer gerät unter Bundeswehr-Beschuss


02.11.2026 – 15:31 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Tornado der Deutschen Luftwaffe (Archivbild): Unter anderem nutzte ein Kampfjet bei der Übung seine Bordkanonen. (Quelle: IMAGO/Ardan Fuessmann/imago)

Mörsergeschosse pfeifen durch die Luft, ein Kampfflieger feuert aus seinen Bordkanonen und lässt Bomben fallen. Mittendrin: ein Radfahrer, der Deckung sucht – und die Polizei ruft.

In Nordrhein-Westfalen ist ein Radfahrer in eine Gefechtsübung mehrerer Einheiten der Bundeswehr geraten. Wie zuerst die „Neue Westfälische“ berichtete, muss der Mann nach dem lebensgefährlichen Vorfall auf dem Truppenübungsplatz in der Senne am Rande des Teutoburger Waldes nun wohl ein Bußgeld zahlen. „Er hat mit einem Bußgeld in der Höhe von 70 bis 120 Euro zu rechnen“, sagte ein Bundeswehrsprecher der Zeitung.

Der Mann sei wegen des unbefugten Betretens militärischer Anlagen von den britischen Streitkräften angezeigt worden. Die Bundeswehr bestätigte der Deutschen Presse-Agentur, dass wegen einer Ordnungswidrigkeit Anzeige erstattet wurde.

  • Das „wäre widerwärtig“: Soldaten sollen Sex-Wettbewerb veranstaltet haben

Der Radtourist aus Nordeuropa hatte demnach im September wohl versehentlich Sperren rund um den Truppenübungsplatz umfahren und Warnschilder an den Eingängen übersehen. Vermutlich sei er von einer Navigationssoftware irrtümlicherweise durch das gesperrte Gelände geleitet worden, hieß es.

Radfahrer springt in Graben und ruft die Polizei

Bei der Bundeswehrübung wurden laut „Neuer Westfälischer“ Mörsergeschosse eingesetzt, ein Tornadoflieger feuerte seine Bordkanonen ab und ließ auch Übungsbomben fallen. Der Radfahrer rettete sich in einen Graben und wählte die 110. Bei der Paderborner Polizei meldete er, dass Kugeln über seinen Kopf flögen. Die Polizei informierte umgehend die für die Absperrung zuständige Stelle, die die Übung stoppte.

Mit dem zu erwartenden Bußgeld kommt der Radfahrer wohl noch glimpflich davon: Die Bundeswehr verzichte darauf, Schadensersatzansprüche zu stellen, berichtete die „Neue Westfälische“ weiter. Dabei habe der Zwischenfall eine rund zweistündige Unterbrechung des von der Bundeswehr gebuchten Übungsschießens zur Folge gehabt.

Der Truppenübungsplatz in der Senne

Zwischen Bielefeld und Paderborn nutzen das britische Militär und die Bundeswehr mehrere Geländeteile der Senne westlich des Teutoburger Waldes für ihre Übungen. Dabei werden Straßen und Geländeteile vorübergehend für die Öffentlichkeit gesperrt. Am nördlichen Rand der überwiegend sandigen Heidelandschaft hat die Bundeswehr mit der Generalfeldmarschall-Rommel-Kaserne in Augustdorf einen großen Standort.

Die Briten nutzen den Truppenübungsplatz gemäß Nato-Truppenstatut, haben bei Paderborn allerdings nur noch mehrere Hundert Soldaten stationiert. Für die Übungen kommen vorübergehend Soldaten aus Großbritannien oder anderen Nato-Staaten nach Ostwestfalen.

Aktie.
Die mobile Version verlassen