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Zwei rechte Milizen „entscheidend“ bei Kapitol-Sturm

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Seit einem Jahr arbeitet ein Ausschuss die Erstürmung des US-Kapitols im Januar 2021 auf. Das Gremium belastet nicht nur erneut Ex-Präsident Trump, sondern auch zwei rechte Milizen: Die „Proud Boys“ sowie die „Oath Keepers“ sollen für den Angriff mit ausschlaggebend gewesen sein.

Für die Erstürmung des US-Kapitols im vergangenen Jahr waren nach Erkenntnissen des Ausschusses zur Aufarbeitung des Angriffs zwei rechte Milizen entscheidend. Der Vorsitzende des Gremiums, Bennie Thompson, erklärte, die „Proud Boys“ seien mit rund 250 bis 300 Mitgliedern zum Kapitol marschiert, um ihren „koordinierten und geplanten“ Angriff durchzuführen. Die „Proud Boys“ hätten am 6. Januar 2021 die ersten Sicherheitsabsperrungen gestürmt, sagte Thompson am Donnerstag (Ortszeit) in der ersten öffentlichen Sitzung des Gremiums des Repräsentantenhauses.

Auch die zweite rechtsradikale Gruppe, die „Oath Keepers“, deren Mitglieder teils in voller Kampfausrüstung gekommen seien, sei für die Erstürmung des Kapitols entscheidend gewesen, sagte Thompson. Beide Gruppen hätten im Vorfeld Pläne geschmiedet, die friedliche Machtübergabe in Washington zu verhindern. Sie hätten dafür mit Blick auf den 6. Januar Anhänger und Waffen zusammengezogen. Führende Mitglieder der beiden Organisationen, inklusive deren damalige Anführer, wurden nach der Erstürmung festgenommen und angeklagt, unter anderem wegen aufrührerischer Verschwörung. Die Verfahren laufen größtenteils noch.

Ausschuss belastet auch Trump

Der Untersuchungsausschuss belastete bei der Anhörung auch Ex-Präsident Donald Trump. In der Sitzung zeigte das Gremium unter anderem bislang unveröffentlichtes Videomaterial und Ausschnitte aus Befragungen früherer Mitglieder der Trump-Regierung. So bezeichnete etwa der damalige Justizminister William Barr die Wahlbetrugsbehauptungen Trumps als „Schwachsinn“. Die Ausschussmitglieder warfen Trump vor, dieser habe mit seinen Betrugsbehauptungen den wütenden Mob angetrieben. Thompson sprach von einem „Putschversuch“ und mahnte, die Demokratie in den USA sei weiter in Gefahr.

Anhänger des damaligen republikanischen Präsidenten Donald Trump hatten am 6. Januar 2021 den Parlamentssitz in der Hauptstadt Washington erstürmt. Sie wollten verhindern, dass der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden vom November 2020 bestätigt wird. Der Angriff auf das Herz der US-Demokratie erschütterte das Land. Bei der Attacke kamen mehrere Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt.

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