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Selenskyj fordert NATO-Schutz von AKW

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„Ein Spiel mit dem Feuer“ nennt die UN-Atomaufsicht den erneuten Beschuss des AKW Saporischschja. Der ukrainische Präsident Selenskyj bittet die NATO um Hilfe beim Schutz der Anlage und warnt vor einem Abebben der Unterstützung für sein Land.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die NATO zum Schutz der Atomkraftwerke des Landes vor russischer Sabotage aufgerufen. „Alle Staaten haben ein Interesse daran, dass es an unseren Atomanlagen nicht zu gefährlichen Zwischenfällen kommt“, sagte er. „Wir alle brauchen Schutz vor russischer Sabotage in den atomaren Einrichtungen.“ Das von Russland besetzte AKW Saporischschja war am Wochenende beschossen worden. Der Leiter der UN-Atomaufsicht warnte vor neuen Angriffen. Wer das Kraftwerk beschossen habe, „spiele mit dem Feuer“, sagte IAEA-Chef Rafael Grossi. Russland und die Ukraine machten sich gegenseitig verantwortlich.

Experten der Internationalen Atomenergiebehörde haben das Atomkraftwerks Saporischschja derweil auf Schäden untersucht. Es gebe keine unmittelbaren Bedenken an hinsichtlich der atomaren Sicherheit, hieß es in einer Erklärung der IAEA. Experten der Behörde hätten demnach bei einer Besichtigung bestätigen können, dass trotz des jüngsten intensiven Beschlusses zentrale Anlagen intakt geblieben sein.

Bitte um mehr Luftabwehrraketen

Selenskyj ermahnte die internationale Gemeinschaft, an der Seite Kiews nicht einzuknicken. „Ich rufe sie auf, alles dafür zu tun, dass unsere Gemeinschaft niemals geschwächt wird“, sagte Selenskyj. In einer Videoansprache bei einer Plenarsitzung der Parlamentarischen Versammlung der NATO in Madrid ergänzte er, dass jeder sehe, welchen Beitrag die Ukraine mit ihrem Kampf gegen die russische Aggression gerade für die Sicherheit aller Demokratien leiste.

Selenskyj bat erneut um mehr Luftabwehrwaffen. Er forderte zudem alle Parlamente der 30 NATO-Mitgliedsländer auf, Russland als „terroristischen Staat“ zu brandmarken. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg warnte davor, bei der Unterstützung für die Ukraine nachzulassen. Er wisse, dass viele Menschen unter den steigenden Kosten für Energie und Lebensmittel litten. Man werde aber einen noch höheren Preis bezahlen, falls Russland gewinne. „Autoritäre Regime weltweit werden lernen, dass sie mit brutaler Gewalt bekommen, was sie wollen“, warnte Stoltenberg. Die Welt wäre noch unsicherer.

Stoltenberg rechnet zudem mit einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben über das bislang geltende Ziel von zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Er erwarte, dass das Zwei-Prozent-Ziel künftig eher eine Untergrenze und nicht eine Obergrenze darstellen werde, sagte er. „Jeder sieht jetzt die Notwendigkeit für mehr Ausgaben.“

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