Aktuelle Deutschland Nachrichten

Regierung soll schnell bei Gas-Umlage nachbessern

0 3

Weil Russland weniger Gas liefert, müssen die Versorger es teuer nachkaufen und geraten darüber in Existenznot. Über die Gas-Umlage sollen die Kunden nachzahlen und so aushelfen. Eigentlich. Denn offenbar müssen doch nicht alle zahlen, weswegen die Versorger der Regierung Druck machen.

Energie-Versorger und Stadtwerke schlagen wegen der ungelösten Fragen bei der Gas-Umlage Alarm. Sie fürchten auf einem zu großen Teil der Kosten sitzen zu bleiben und fordern die Bundesregierung zu Nachbesserungen am Energie-Sicherungsgesetz (Ensig) auf.

Hintergrund ist, dass die Gas-Umlage offenbar doch nicht auf alle Kunden umgelegt werden kann. Eigentlich ist geplant, dass Privathaushalte und Gewerbe ab Oktober 1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde nachzahlen sollen. Das könnte eine vierköpfige Familie Modellrechnungen zufolge rund 1000 Euro kosten, die auf die ohnehin steigende Gasrechnung draufgeschlagen würden. Mittlerweile wurde aber bekannt, dass Kunden mit einer Festpreisgarantie die Umlage nicht zahlen müssten. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Regierungskreise.

Nach ersten Schätzungen aus der Branche geht es dabei um bis zu einem Viertel aller Verträge vorwiegend mit Haushalts- und Industrie-Kunden, die auf teils mehrere Jahre festgelegte Preise oder spezielle Klauseln zu staatlichen Umlagen hätten. Das würde bedeuten, dass die Umlage wesentlich weniger Geld einbrächte als gedacht. Versorger und Stadtwerke blieben also auf einem großen Teil ihrer Mehrkosten sitzen.

Als Lösung erwägen Koalitionsvertreter nun laut Reuters, im September das Gesetz noch einmal zu ändern, damit die Umlage ab Oktober greifen kann. Das könnte aber zu spät sein, fürchten Energieversorger und Stadtwerke: Regierung und Bundestag müssten notfalls eine erneute Änderung des Energie-Sicherungsgesetzes in den nächsten Tagen auf den Weg bringen, schreiben der Verband Kommunaler Unternehmen (VKU) und der Bundesverbandes Energiewirtschaft (BDEW) in einem Brief an Energie- und Wirtschaftspolitiker des Bundestags, aus dem Reuters zitiert.

Aufschub könnte zu „existentiellen Nöten“ führen

„Andernfalls drohen erhebliche wirtschaftliche Probleme für Stadtwerke und Energieversorger mit unkalkulierbaren Folgen für die Versorgungssicherheit in Deutschland.“ Die gleichmäßige Weitergabe der Ersatz-Beschaffungskosten für ausgefallene russische Lieferungen an alle Kunden müsse schnell kommen.

Einen Aufschub der Umlage lehnen die Verbände ab: „Das Resultat werden nach Angaben unserer Mitgliedsunternehmen ganz erhebliche Liquiditätsprobleme und finanzielle Verluste sein, die die Stadtwerke und Versorgungsunternehmen auf der Endverteilungsstufe in existenzielle Nöte bringen können“, schlagen die Verbände Alarm. „Allein die um einen Monat verschobene Weitergabe in der Grundversorgung kann den Jahresertrag eines Energieversorgers aufzehren.“

Die Umlage soll Importeuren wie Uniper zugute kommen, die ausgefallene Lieferungen aus Russland kurzfristig und teuer am Markt nachkaufen müssen. Wegen bestehender Verträge mit den Kunden dürfen sie die gestiegenen Preise aber bisher nicht weitergeben. Durch die Umlage sollen 90 Prozent der Extra-Kosten der Importeure auf alle Kunden weitergegeben werden, und zwar mit einem gleichen Betrag pro Kilowattstunde für jeden – unabhängig davon, wo er seinen Vertrag geschlossen hat.

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Erlebnis zu verbessern. Wir gehen davon aus, dass Sie damit einverstanden sind, aber Sie können sich abmelden, wenn Sie dies wünschen. Annehmen Weiterlesen

Datenschutz- und Cookie-Richtlinie