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Putin zieht Parallelen zu Peter dem Großen

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Peter der Große, verstorbener Zar Russlands, wäre heute 350 Jahre alt geworden. Ein Grund für Präsident Putin, sich auf zweifelhafte Weise mit dem Imperator zu vergleichen: Wie Peter damals versuche auch er, europäisches Staatsgebiet zurückzuerobern, das angeblich Russland zustünde.

Kremlchef Wladimir Putin hat den von ihm befohlenen Krieg gegen die Ukraine auf eine Ebene mit dem Großen Nordischen Krieg unter Russlands Zar Peter I. gestellt und von einer Rückholaktion russischer Erde gesprochen. Peter habe das Gebiet um die heutige Millionenstadt St. Petersburg nicht von den Schweden erobert, sondern zurückgewonnen. „Offenbar ist es auch unser Los: Zurückzuholen und zu stärken“, zog Putin laut der Nachrichtenagentur Interfax Parallelen zum Krieg gegen die Ukraine.

Am heutigen 9. Juni ist der 350. Geburtstag von Peter dem Großen, der sich als erster russischer Zar den Titel Imperator gab und mit Eroberungen im Norden Russland einen Zugang zur Ostsee sicherte – als sogenanntes „Fenster nach Europa“. Seit dieser Zeit habe sich fast nichts geändert, behauptete Putin nun in einem Gespräch mit Jungunternehmen im Vorfeld des Internationalen Petersburger Wirtschaftsforums.

Auch damals habe kein europäischer Staat das Gebiet als russisch anerkannt. „Dabei haben dort seit Jahrhunderten neben den finno-ugrischen Stämmen auch Slawen gelebt“, sagte der Kremlchef. Putin begründete den Krieg gegen die Ukraine einerseits mit einer angeblichen Unterdrückung der russischsprachigen Bevölkerung im Land. Andererseits verwehrte er aber auch der Ukraine das grundsätzliche Bestandsrecht und meldete Besitzansprüche auf große Teile des Landes an, die historisch gesehen russisches Herrschaftsgebiet gewesen seien.

Putin sagt Fragestunde ab

Als fürsorglicher Landesvater präsentiert sich Putin alljährlich in der traditionellen TV-Bürgerfragestunde „Der direkte Draht“. Sie wird dieses Jahr allerdings nicht wie oft zuvor im Juni stattfinden. Die Vorbereitungen für das Ereignis liefen, einen konkreten Termin gebe es aber noch nicht, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Eine Austragung im Juni schloss er aber aus. In den vergangenen Jahren war die Fragestunde – bis auf eine Ausnahme im Covid-Jahr 2020 – immer im Juni veranstaltet worden.

„Der direkte Draht“ ist eine mehrere Stunden lange Live-Sendung, in der die russischen Bürger dem Kremlchef ihre persönlichen Sorgen schildern können. Zumeist verspricht Putin den Anrufern oder Zuschauern, die jeweiligen Probleme – seien es ausstehende Gehaltszahlungen, Straßenreparaturen oder den fehlenden Anschluss an das Gasnetz – zu lösen. Es wurden in der Vergangenheit aber teilweise auch politische Fragen gestellt.

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