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Migranten in Belarus hoffen auf EU: „Wir warten, bis Deutschland uns aufnimmt“ – Politik

Auch nach rund zwei Wochen an der Grenze zu Polen beharren in Belarus Tausende Migranten auf einer Öffnung zur EU. Sie wollten bleiben, bis die EU sie reinlasse, sagten zahlreiche Iraker und Syrer einem Reporter der Deutschen Presse-Agentur in der Notunterkunft in einer Lagerhalle in Brusgi. Der Grenzpunkt dort ist mit Betonbarrieren und Stacheldraht geschlossen.

Vor der Notunterkunft setzten Helfer auch am Samstag die Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und medizinischer Hilfe fort. Die hygienischen Bedingungen sind schlecht. Der Zivilschutz verstärkte zudem den Brandschutz.

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Die Menschen würden alles Notwendige bekommen, sagte der Generalsekretär des belarussischen Roten Kreuzes, Dmitri Schewzow, der dpa vor dem umfunktionierten Logistikzentrum. Dort übernachteten nach Schätzungen etwa 2000 Menschen, die eine Rückreise in ihre Heimat ablehnen und nach Deutschland, Belgien und in andere EU-Staaten wollen. Sie werden von bewaffneten Uniformierten bewacht und können das Gelände nicht verlassen.

Wie die ARD online berichtet, stehen auf dem Gelände vor der großen Lagerhalle Toilettenhäuschen, Tankwagen mit Frischwasser und neuerdings auch Trucks – als mobile Kioske und Imbissbuden. In der Halle liegen die Menschen dicht an dicht.

„Du schläfst zwei Minuten und drei bist Du wach“, sagte die 13-jährige Bahasch dem Sender. Dennoch sei es hier weitaus besser als in den Wäldern, wo sie und ihre Familie tagelang ausgeharrt hätten – in der Hoffnung, es vielleicht doch noch über die Grenze in die EU zu schaffen. Auch weil sich der belarusische Grenzschutz hier den Flüchtlingen gegenüber ganz anders verhalte. „Die geben uns Essen, die geben uns Schlafsäcke – alles! Die geben uns Decken. Die helfen uns irgendwie.“

Wie fast alle hier wollen Bahasch und ihre Familie nach Deutschland. Sie hatten dort bereits einige Jahre lang Asyl, aber keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus. Es ist ihr zweiter und endgültiger Versuch. Das Angebot, über Minsk zurück in den Irak zu fliegen – für sie ist das keine Option. „Wir werden nie zurückgehen. Wir warten, bis Deutschland uns aufnimmt“, sagt Bahasch.

Polnische Sicherheitskräfte stehen an der Grenze hinter Stacheldraht.Foto: Ulf Mauder/dpa

Belarussische Ermittler setzten zudem Befragungen von Migranten fort, die am vergangenen Dienstag bei einem Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas von polnischer Seite verletzt worden waren. Auch Kinder waren getroffen worden. Die Menschen wurden mit Hilfe von Dolmetschern vernommen. Das Ermittlungskomitee in Belarus spricht von inzwischen 100 Betroffenen.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko verglich die polnischen Sicherheitskräfte im Interview der BBC mit „Faschisten“. Sie hätten durch den Einsatz der Wasserwerfer und des Tränengases auch die belarussische Staatsgrenze verletzt, sagte er. Dabei seien Chemikalien eingesetzt worden, mit denen sonst „Kakerlaken“ vernichtet würden, behauptete Lukaschenko.

Die Europäische Union beschuldigt Lukaschenko, den sie nicht mehr als Präsidenten anerkennt, in organisierter Form Migranten aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen, um Druck auf den Westen auszuüben. Die Menschen aus dem Irak, aus Syrien und Afghanistan sind über touristische Visa in Belarus eingereist.

An der Grenze zwischen Polen und Belarus versuchten nach Angaben des polnischen Grenzschutzes mehrere größere Gruppen von Migranten vergeblich, die Befestigung zu überwinden. Die Vorfälle hätten sich am Freitag in der Nähe des Ortes Dubicze Cerkiewne ereignet, teilte die Behörde am Samstag mit. Die größte Gruppe habe aus rund 200 Menschen bestanden, weitere aus mehreren Dutzend. „Die Ausländer waren aggressiv. Sie warfen mit Steinen und Feuerwerkskörpern, benutzten Tränengas.“ Insgesamt registriere der Grenzschutz 195 Versuche einer illegalen Grenzüberquerung. Wie die polnische Polizei mitteilte, wurden in der Grenzregion zudem neun mutmaßliche Schleuser festgenommen. Darunter seien vier Polen, zwei Ukrainer und je ein Deutscher, Aserbaidschaner und Georgier. Sie waren mit insgesamt 34 Flüchtlingen unterwegs. (dpa, Tsp)

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