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Israel intensiviert Angriffe, Dschihad feuert Raketen ab

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„Jetzt ist die Zeit für Widerstand, nicht für Waffenstillstand.“ Der Islamische Dschihad feuert Hunderte Raketen auf Israel ab. Dessen Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben ihrerseits Angriffe auf Waffenlager. Der Konflikt eskaliert zusehends. Die Zahl der Toten steigt.

Mit israelischen Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen und Raketenangriffen von dort auf israelische Städte haben beide Seiten ihre schwerste Auseinandersetzung seit mehr als einem Jahr am Samstag fortgesetzt. Die israelische Luftwaffe griff nach eigenen Angaben Waffenlager an, die von militanten Palästinensern in Wohngebieten angelegt worden seien. Die Gruppe Islamischer Dschihad feuerte ihrerseits Hunderte Raketen auf israelisches Gebiet. Die Angriffe folgen auf einen israelischen Sondereinsatz gegen den Islamischen Dschihad am Freitag in Gaza, bei dem nach israelischen Angaben Taisir al-Dschabari, einer der führenden Kommandeure, getötet wurde.

Bei den israelischen Angriffen seien inzwischen mindestens 24 Palästinenser getötet und 203 verletzt worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Unter den Toten seien demnach sechs Kinder und zwei Frauen. Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen wurden bei den Angriffen am Samstag drei Wohnhäuser getroffen. Ein fünfstöckiges Wohnhaus westlich von Gaza-Stadt sei demnach zerstört worden.

Anwohner berichteten, dass israelische Drohnen zuvor eine Warnrakete auf das Gebäude abfeuerten, bevor Kampfjets das Gebäude angriffen. Das israelische Militär teilte mit, dass bei der Militäroperation lediglich Waffenproduktionsstätten, Raketenabschussanlagen und Waffenlager zerstört wurden. Berichte über getötete Zivilisten seien bekannt und würden untersucht, sagte ein Vertreter des Militärs am Samstag.

Der Islamische Dschihad selbst äußerte sich nicht dazu, wie viele seiner Mitglieder bei den bisherigen Angriffen ums Leben gekommen sind. Eine Waffenruhe scheint nicht in Sicht. „Jetzt ist die Zeit für Widerstand, nicht für Waffenstillstand“, sagte ein Vertreter zu Reuters.

UN-Sicherheitsrat tagt Montag

Der Islamische Dschihad teilte mit, einer seiner Angriffe habe Israels wichtigsten internationalen Flughafen Ben Gurion zum Ziel gehabt. Die Rakete habe es aber um 20 Kilometer verfehlt. Der Flugaufsicht zufolge gebe es keine Einschränkungen an dem Flughafen. Flugrouten seien angepasst worden. Militante Palästinenser im Gazastreifen feuerten mehr als 400 Raketen über die Grenze. Die meisten seien abgefangen worden, teilte das israelische Militär mit. Einige wenige Menschen in Israel hätten sich leicht verletzt, als sie in Schutzräume gelaufen seien.

Aus Kreisen der palästinensischen Führung verlautete, Ägypten, die Vereinten Nationen und Katar hätten mit Vermittlungsbemühungen begonnen, um die Gewalt zu beenden. Nach Angaben aus ägyptischen Sicherheitskreisen traf eine ägyptische Delegation am Samstag in Israel ein und sollte zu Vermittlungsgesprächen nach Gaza reisen. Ägyptischen Angaben zufolge dürfte vieles davon abhängen, ob die Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, sich den gewaltsamen Aktionen der kleineren Gruppe Islamischer Dschihad anschließt.

An der Grenze zwischen dem Gazastreifen und Israel war es seit Mai 2021 vergleichsweise ruhig geblieben. Damals waren während der elf Tage dauernden Kämpfe mindestens 250 Menschen im Gazastreifen und 13 in Israel getötet worden. Im besetzten Westjordanland wurden nach Angaben des israelischen Militärs 19 Kämpfer des Islamischen Dschihads bei nächtlichen Razzien festgenommen. Erst am Montag hatten israelische Sicherheitskräfte dort Bassam al-Saadi festgenommen, ein hochrangiges Mitglied des Islamischen Dschihads. Bei seiner Festnahme kam ein 17-Jähriges Mitglied der Organisation ums Leben.

Die aktuellen israelischen Luftangriffe im Gazastreifen sollen am kommenden Montag den UN-Sicherheitsrat in New York beschäftigen. Aus Diplomatenkreisen verlautete am Samstag, dass ein Treffen des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen von den Vereinigten Arabischen Emiraten, Irland, Frankreich, Norwegen und China angefragt worden sei. Eine Uhrzeit steht noch nicht fest. Das Treffen soll hinter verschlossenen Türen stattfinden.

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