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Geheimdienstler: „Wir verlieren in Bezug auf Artillerie“

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Mit schweren Bombardements arbeiten sich die russischen Streitkräfte langsam im Donbass vor. Der ukrainische Vizechef des Militärgeheimdienstes sieht sein Land im Waffenvergleich unterlegen. Entscheidend sei deshalb die Hilfe des Westens.

Der stellvertretende Leiter des ukrainischen Militärgeheimdienstes, Vadym Skibitsky, bittet den Westen um die Lieferung schwerer Waffen, um die russischen Streitkräfte an der Front in Schach zu halten. „Das ist jetzt ein Artilleriekrieg“, sagte Skibitsky der britischen Zeitung „Guardian“. „Und wir verlieren in Bezug auf die Artillerie.“ Alles hänge jetzt von der Unterstützung des Westens ab.

„Die Ukraine hat ein Artilleriegeschütz auf 10 bis 15 russische Artilleriegeschütze. Unsere westlichen Partner haben uns etwa 10 Prozent von dem geliefert, was sie haben“, beklagte Skibitsky. Die ukrainische Armee verschieße täglich 5000 bis 6000 Artilleriegeschosse, aber die Munition schwinde. Was das Land brauche, seien Langstreckenraketensysteme, um russische Artilleriegeschütze aus der Ferne zu zerstören.

Ähnlich äußerte sich auch der Militärexperte Gustav Gressel am Mittwoch in der ARD. Die russische Armee habe nicht nur eine große Artillerieüberlegenheit, sondern auch viel größere Munitionsvorräte. Die angekündigte Hilfe aus dem Westen komme zäh, wenig und langsam, erklärte der Experte beim European Council On Foreign Affairs in den Tagesthemen. Wenn man sich vor Augen führe, dass die Frontlinie rund 1000 Kilometer lang sei, relativiere sich auch die Anzahl der etwa 90 gelieferten US-Haubitzen. „Die verlieren sich in einem so großen Land in der Landschaft sehr schnell.“

Die ukrainische Armee habe weniger einen Mangel an Kämpfern, sondern Probleme bei Feuerkraft und Mobilität. Für erfolgreiche Gefechte seien aber Kampf- und Schützenpanzer sowie Artilleriegeschütze nötig, so Gressel. Nach mehr als 100 Tagen Krieg breite sich in vielen westlichen Staaten aber bereits eine „gewisse Müdigkeit“ aus. Dies verzögere vermutlich auch Waffenlieferungen.

Geheimdienstler Skibitsky glaubt, dass der Konflikt weiterhin überwiegend mit Artillerie und Raketen geführt werde. Im ersten Monat habe Russland die Ukraine ständig mit Raketen angegriffen, aber in den letzten zwei Monaten habe der Beschuss etwas nachgelassen. „Wir haben festgestellt, dass Russland viel weniger Raketenangriffe durchführt und H-22-Raketen einsetzt. Das sind alte sowjetische Modelle aus den 70er Jahren“, sagte Skibitsky. Das zeige, dass Russland die Raketen ausgehen und dass das Land wegen der Sanktionen nicht in der Lage sei, schnell nachzuproduzieren.

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