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Erste Länder retten ihre Bürger aus dem Sudan

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Die unübersichtliche Lage und gebrochene Feuerpausen verhindern bisher die Evakuierung von Ausländern aus dem Sudan. Die Konfliktparteien wollen diese nun erleichtern. Erste Länder haben ihre Delegationen bereits ausgeflogen, Deutschland könnte folgen.

Sudans De-facto-Präsident und Oberbefehlshaber der Armee, Abdel Fattah al-Burhan, hat der Evakuierung von Bürgern und diplomatischen Vertretern aus dem umkämpften Land zugestimmt. Ein Sprecher der Armee sagte in einer Mitteilung, die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und China würden “in den kommenden Stunden” mit der Evakuierung mithilfe von Militärtransportflugzeugen aus der Hauptstadt Khartum beginnen.

Al-Burhan habe demnach zugesagt, die Evakuierung “zu erleichtern und zu garantieren” sowie den Ländern “die notwendige Unterstützung zu gewähren, um dies sicherzustellen”. Eine saudi-arabische Delegation sei bereits aus der östlichen Stadt Port Sudan evakuiert worden, sagte der Sprecher weiter. Auch eine jordanische Delegation solle später am Tag aus Port Sudan ausgeflogen werden. Wenig später berichtete das saudi-arabische Staatsfernsehen, dass ein Schiff mit 50 eigenen Staatsbürgern “und einer Reihe von Staatsangehörigen befreundeter Länder” als Teil der ersten Evakuierungsaktion in der Hafenstadt Dschiddah angekommen sei.

Burhans Rivale, der Chef der paramilitärischen RSF-Miliz, General Mohammed Hamdan Dagalo, sicherte zu, Evakuierungen zu erlauben und dazu alle Flughäfen teilweise offen zu halten.

Krisenstab im Außenamt tagt

Derweil tagte auch der Krisenstab im Auswärtigen Amt zur Lage im Sudan. Wie ein AA-Sprecher in Berlin mitteilte, fand die Sitzung unter der gemeinsamen Leitung von Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius statt. Angaben zu einer möglicherweise in Kürze bevorstehenden Evakuierung deutscher Staatsbürger aus dem Sudan machte der Sprecher ebenso wie seine Kollegen aus dem Verteidigungsministerium nicht.

Seit Samstag vergangener Woche kämpft die Armee des nordostafrikanischen Landes gegen die einst verbündete paramilitärische Einheit Rapid Support Forces (RSF) um die Macht. Der Flughafen in Khartum steht seit Beginn des Konflikts im Zentrum der Kampfhandlungen und war deshalb unzugänglich. Auch die Lage an anderen Flughäfen ist unklar, ebenso inwieweit die RSF die Kontrolle über die Airports hat.

Diplomaten bemühen sich seit Tagen um eine belastbare Feuerpause für die Evakuierung. Derweil trifft die Bundeswehr nach Angaben des Verteidigungsministeriums Vorbereitungen für einen neuen Anlauf zur Evakuierung deutscher Staatsbürger. Nach Angaben von Außenministerin Annalena Baerbock vom Freitag bereitet die Bundesregierung mehrere Optionen für eine Evakuierung vor. Am Mittwoch war der Versuch einer diplomatischen Evakuierung mit Maschinen der Luftwaffe, aber ohne größeren Einsatz von Soldaten, abgebrochen worden.

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